Abo

Navigation

KStA PLUS abonnieren

Abo-Angebote

Artikel teilen

Schriftgröße ändern

Artikel zur Merkliste hinzugefügt

Rückgangig

Artikel von der Merkliste entfernt

Sie folgen nun

Rückgangig

Sie folgen

Ärger um Corona-Notbetreuung Kita kündigt Eltern zweier Mädchen fristlos

Kita_Symbolbild

In einigen Kita durften Eltern ihre Kinder nur mit eidesstattlicher Versicherung, dass sie kein Home Office machen können, betreuen lassen.

  • Das Ärztepaar hatte sich geweigert, eine Versicherung an Eides statt abzugeben.

Düsseldorf/Rhöndorf – Cathrin H. ist auf dem Weg zum Dienst, vorher will die Assistenzärztin aus Rhöndorf noch ihre beiden Kinder in der Kita abgeben. Doch dazu kommt es nicht. Die Einrichtung verweigert die Betreuung der Mädchen. „Ich war vor den Kopf gestoßen“, berichtet die 34-Jährige über den Vorgang aus der vergangenen Woche. „Ich musste doch zur Arbeit. Wo sollte ich mit meinen Töchtern hin?“

Die Einrichtung hatte von den Eltern eine Versicherung an Eides statt darüber gefordert, dass die Kinder nicht von den Eltern im Homeoffice oder von Freunden betreut werden können. Nur bei Abgabe der Erklärung sollten die Kleinen weiter in die Kita kommen dürfen. Der Vorgang schlug hohe Wellen. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) empörte sich über das Vorgehen.

Alles zum Thema Joachim Stamp

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Kita kündigte der Familie H., nachdem diese sich beim Jugendamt beschwert hatte. „Wir sind beide Ärzte“ berichtet, Cathrin H.. „In der aktuellen Situation Nachweise von unserem Arbeitgeber zu verlangen, halte ich für absolut unangemessen. Beim ersten Lockdown hatten wir schon eine Bescheinigung für die Notbetreuung vorgelegt. Aber das reichte der Kita nicht aus. Die Kündigung erfolgte mit der Begründung, wir hätten den Vereinsfrieden gestört.“

SPD kritisiert Stamp

Der Vorstand der Kita wies diese Darstellung zurück. Eine Stellungnahme wolle man nicht abgegeben. Das NRW-Familienministerium verwies darauf, der Fall sei nun auf örtlicher Ebene zu klären: „Ziel sollte sein, eine für alle Beteiligten möglichst einvernehmliche Lösung herbeizuführen“, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren:

Für Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD, trägt Stamp eine Mitverantwortung für die Situation: „Mit landeseinheitlichen Regelungen wäre das wohl nicht passiert. Die Leidtragenden sind die Eltern, die jetzt buchstäblich vor verschlossenen Türen stehen.“