Wir beleuchten 11 der berüchtigtsten Serienmörder, deren Geschichte die Welt des True Crime prägte. Einer kam sogar aus Köln.
Einer war KölnerDas sind 11 der berüchtigtsten Serienmörder Deutschlands

Peter Kürten wurde in Köln geboren und mordete in Düsseldorf. Er gilt als bekanntester Serienmörder des Rheinlands – auch wenn seine Taten inzwischen fast 100 Jahre zurückliegen. (Archivbild)
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In Köln wird das Thema True Crime bald greifbar: „Serienkiller – Die True-Crime-Ausstellung“ zeigt, wie tief die Faszination für reale Verbrechen reicht. Besucher sollen in echte Fälle eintauchen, Täterprofile analysieren und Ermittlungen hautnah – von historischen Verbrechen bis in die Gegenwart.
Doch die Geschichten hinter solchen Ausstellungen sind keine Fiktion. Sie basieren auf realen Taten, die über Jahre hinweg begangen wurden und die Gesellschaft nachhaltig geprägt haben. Serienmorde unterscheiden sich dabei grundlegend von einzelnen Gewalttaten: Sie erfolgen in mehreren, zeitlich getrennten Ereignissen und folgen oft wiederkehrenden Mustern.
Diese elf Namen gehören zu den bekanntesten Serienmördern der deutschen Kriminalgeschichte.
Fritz Haarmann (1879–1925)
Fritz Haarmann, „Der Vampir von Hannover“, tötete zwischen 1918 und 1924 mindestens 24 Jungen und junge Männer. Er sprach seine Opfer meist am Bahnhof an und lockte sie in seine Wohnung. Die Taten wurden durch die sozialen Verwerfungen der Nachkriegszeit begünstigt, weil viele gefährdete Jugendliche und junge Männer ohne Schutz oder stabile soziale Einbindung unterwegs waren.

Erkennungsbilder der Kriminalpolizei zeigen Fritz Haarmann und seinen mutmaßlichen Gehilfen und Geliebten Hans Grans. (Archivbild)
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Haarmann tötete viele seiner Opfer durch Bisse in den Hals und zerstückelte anschließend die Leichen. Teile der Überreste entsorgte er in der Leine. Im Juni 1924 wurde er in Hannover verhaftet; in der Folge wurde das Ausmaß der Taten aufgedeckt. 1925 wurde er nach einem viel beachteten Prozess hingerichtet. Große Bekanntheit erlangte der Fall später auch durch den Film „Der Totmacher“ (1995) mit Götz George in der Hauptrolle.
Niels Högel (1976–)
Niels Högel arbeitete als Krankenpfleger in Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst. Zwischen 2000 und 2005 verabreichte er zahlreichen Patienten gezielt Medikamente, die lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Krisen bis hin zum Herzstillstand auslösten. Anschließend versuchte „der Todesengel von Oldenburg“, die Patienten wiederzubeleben. In vielen Fällen scheiterte dies.

Die Taten von Niels Högel wurden kürzlich in der ZDF-Dokumentation „Jenseits von Schuld – Die Eltern des Serienmörders Niels Högel“ aufgearbeitet. (Archivild)
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Niels Högel wurde 2019 wegen 85 Morden verurteilt und gilt damit als einer der tödlichsten Serienmörder der deutschen Kriminalgeschichte. Die Aufarbeitung des Falls wurde unter anderem durch Auffälligkeiten im Klinikalltag sowie durch Hinweise aus dem beruflichen Umfeld vorangetrieben. Erneute Aufmerksamkeit erhielt der Fall auch durch die ZDF-Dokumentation „Jenseits von Schuld – Die Eltern des Serienmörders Niels Högel“.
Joachim Kroll (1933–1991)
Joachim Kroll tötete zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren zwischen acht und 14 Menschen, darunter auch Kinder. Er galt als unauffällig und führte ein zurückgezogenes Leben. 1976 wurde er festgenommen, nachdem Nachbarn wegen einer verstopften Toilette die Polizei verständigten. In seiner Wohnung fanden Ermittler menschliche Überreste sowie Leichenteile in einer Gefriertruhe und in einem Kochtopf. In der Presse wurde er daraufhin als „Kannibale von Duisburg“ bezeichnet.
Kroll gestand zahlreiche Taten, bei denen er seine Opfer teils zerstückelte und teilweise verzehrte. Ihm konnten acht Morde und ein Mordversuch nachgewiesen werden. 1982 wurde er zu mehrfach lebenslanger Haft verurteilt. 1991 starb er in der JVA Rheinbach an einem Herzinfarkt.
Fritz Honka (1935–1998)
Fritz Honka lebte in Hamburg-St. Pauli und tötete in den 1970er-Jahren mindestens vier Frauen. Seine Opfer stammten meist aus dem sozialen Randmilieu, teilweise waren es Prostituierte. Er sprach sie häufig im Umfeld der Kneipe „Zum Goldenen Handschuh“ an, nahm sie mit in seine Wohnung und brachte sie dort um. Die Leichen versteckte er in seiner Dachgeschosswohnung. Entdeckt wurde der Fall 1975, nachdem in dem Haus ein Brand ausgebrochen war. Bei den Löscharbeiten stießen Feuerwehrleute auf die Überreste der Opfer.

Nahezu unscheinbar: Der Frauenmörder Fritz Honka vor Gericht. (Archivbild)
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Honka wurde festgenommen und gestand die Taten. 1976 wurde er vor Gericht für schuldunfähig erklärt und in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. 1993 wurde er entlassen, lebte unter neuem Namen zurückgezogen in einem Altenheim in Scharbeutz und starb 1998 im Krankenhaus Ochsenzoll in Hamburg. 2019 griff Fatih Akins umstrittener Kinofilm „Der goldene Handschuh“ den Fall erneut auf, in dem Jonas Dassler die Hauptrolle des Fritz Honka spielte.
Volker Eckert (1959–2007)
Volker Eckert war ein Fernfahrer, der über Jahre hinweg Frauen tötete. Er beging bereits 1974 als Jugendlicher in Plauen seinen ersten Mord an einer 14-jährigen Mitschülerin, den er als Suizid tarnte. 1987 wurde er wegen zweier versuchter Morde an Frauen zu zwölf Jahren Haft verurteilt und 1994 entlassen. Danach arbeitete er als Fernfahrer und war europaweit unterwegs. Zwischen 2001 und 2006 tötete er in mehreren Ländern, vor allem in Frankreich, Spanien und Italien, mindestens sieben Prostituierte.
Die Frauen wurden meist erwürgt oder erdrosselt, anschließend missbrauchte er die Leichen und fertigte Fotos an. Zudem bewahrte er persönliche Gegenstände seiner Opfer in seinem Lkw oder in seiner Wohnung auf. 2006 wurde er nach einer Tat in Spanien anhand von Videoaufnahmen identifiziert und in Wesseling bei Köln festgenommen. Während der Vorbereitung des Prozesses erhängte er sich 2007 in einer Justizvollzugsanstalt in Bayreuth.
Martin Ney (1970–)
Martin Ney wurde als „Maskenmann“ bekannt und galt lange als einer der meistgesuchten Täter Deutschlands. Über Jahre hinweg verübte er schwere sexuelle Übergriffe auf Jungen in Norddeutschland, oft in Ferienlagern und Heimen. Dabei drang er auch nachts in Unterkünfte oder Wohnhäuser ein und überraschte seine Opfer im Schlaf. 1992 begann eine Serie von Taten, die sich über Jahre fortsetzte.
Im selben Jahr wurde ein 13-Jähriger aus einem Internat entführt und später tot aufgefunden. 1995 und 2001 folgten weitere Morde an Kindern, deren Leichen teils weit entfernt entdeckt wurden. Die Ermittlungen dauerten lange und umfassten tausende Hinweise sowie umfangreiche DNA-Tests. Erst 2011 wurde Ney festgenommen und gestand später mehrere Taten. 2012 wurde er zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. 2025 erhoben französische Behörden Anklage im Mordfall Jonathan Coulom, für 2026 ist ein Prozess gegen Martin Ney vorgesehen.
Heinrich Pommerenke (1930–2008)
Heinrich Pommerenke verübte 1959 im Raum Baden-Württemberg eine Serie von Gewaltverbrechen, die große Angst auslösten. Innerhalb weniger Monate tötete er mehrere Frauen und beging zahlreiche weitere Angriffe. Seine Taten ereigneten sich unter anderem in Karlsruhe, Freiburg und entlang von Bahnstrecken. Die Opfer wurden meist überraschend attackiert, missbraucht und anschließend getötet.
Die Polizei konnte Heinrich Pommerenke nach einer intensiven Fahndung im Juni 1959 festnehmen. Insgesamt gestand er später 65 Straftaten, darunter vier Morde und mehrere Mordversuche. Dem Geständnis zufolge war der Besuch des Films „Die zehn Gebote“ von Cecil B. DeMille im Februar 1959 in Karlsruhe der Auslöser für seine Mordserie. 1960 wurde er zu mehrfach lebenslanger Haft und weiteren Jahren Gefängnis verurteilt. Pommerenke verbrachte Jahrzehnte in Haft und galt bei seinem Tod 2008 als der am längsten einsitzende Häftling Deutschlands.
Carl Großmann (1863–1922)
Carl Großmann lebte in Berlin und geriet Anfang der 1920er-Jahre in den Fokus der Polizei. Er sprach häufig Prostituierte und alleinreisende Frauen an und lockte sie in seine Wohnung. In der Umgebung des Schlesischen Bahnhofs wurden damals immer wieder Leichenteile gefunden, die mehreren Opfern zugeordnet werden konnten. Die Ermittlungen führten schließlich zu Großmann, der 1921 in seiner Wohnung festgenommen wurde.
Beamte trafen ihn neben einer getöteten Frau an und fanden in seinem Ofen menschliche Überreste. Großmann, später von der Presse „Die Bestie vom Schlesischen Bahnhof“ genannt, gestand später drei Morde, doch die tatsächliche Opferzahl dürfte deutlich höher liegen. 1922 nahm sich Großmann noch vor Abschluss des Prozesses in seiner Zelle das Leben. 2025 war Großmann Thema einer Folge der RBB-Podcast-Reihe „Im Visier: Crime History“.
Manfred Seel (1946–2014)
Der Landschaftsgärtner Manfred Seel lebte unauffällig als Familienvater im Raum Frankfurt und geriet erst nach seinem Tod 2014 ins Visier der Ermittler. Seine Taten wurden bekannt, nachdem seine Tochter beim Entrümpeln der Garage eine Leiche entdeckte und die Polizei informierte. Ermittler konnten ihn anschließend mit einer Reihe ungeklärter Mordfälle aus mehreren Jahrzehnten in Verbindung bringen.

Ermittler präsentieren Täterbilder des Serienmörders Manfred Seel aus den 1980er- und 1990er-Jahren bei einer Pressekonferenz des Hessischen Landeskriminalamts im Mai 2016 in Wiesbaden. (Archivbild)
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Die Opfer waren überwiegend Frauen aus dem Frankfurter Rotlichtmilieu, darunter auch Prostituierte. Ermittler gehen von mindestens fünf, möglicherweise bis zu zehn Opfern aus. Die Taten wiesen Parallelen auf, darunter das Abtrennen von Körperteilen und das Entnehmen von Organen. Als mögliches Motiv gilt sexueller Sadismus. Auf Datenträgern fanden sich tausende entsprechende Gewaltbilder. Der Fall Manfred Seel inspirierte die im Oktober 2025 ausgestrahlte erste Folge „Dunkelheit“ des Frankfurter Tatort-Teams Azadi und Kulina.
Jürgen Bartsch (1946–1976)
Er gehört zu den bekanntesten Serientätern Nordrhein-Westfalens: Der gebürtige Essener Jürgen Bartsch ermordete in den 1960er-Jahren vier Jungen im Alter zwischen acht und 13 Jahren im Raum Velbert. Er lockte seine Opfer in einen ehemaligen Luftschutzbunker, missbrauchte sie und tötete sie anschließend. Die Taten blieben zunächst unentdeckt, bis ein Opfer entkommen konnte und die Polizei alarmierte. 1966 wurde Bartsch festgenommen und gestand die Morde.

Justizbeamte begleiten Jürgen Bartsch am 22. Juni 1966 aus der Polizeistation in Mettmann. (Archivbild)
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Der anschließende Prozess sorgte bundesweit für große Aufmerksamkeit und wurde später neu aufgerollt. Bartsch wurde schließlich zu einer Jugendstrafe mit anschließender Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung verurteilt. Während der Haft wurde eine neurochirurgische Operation zur Veränderung seines Sexualtriebs geprüft, zudem ließ er sich kastrieren. 1976 starb Bartsch bei einer Operation infolge eines Narkosefehlers.
Peter Kürten (1883–1931)
Geboren in Köln und im Rheinland aufgewachsen, versetzte Peter Kürten Ende der 1920er-Jahre die Region in Angst und Schrecken. Der arbeitslose Tagelöhner, der bis zu seinen Taten mit seiner Ehefrau ein nach außen unauffälliges Leben führte, griff vor allem Frauen und Kinder in Düsseldorf an, häufig mit Messern, Scheren oder Hämmern. Die extreme Brutalität seiner Taten löste eine beispiellose Hysterie in Deutschland aus.

Ein Foto aus dem Gefängnis, das Peter Kürten zeigt. Kürten wurde als „Vampir von Düsseldorf“ bekannt und war einer der meistgesuchten Serienmörder der Weimarer Republik. Allein in Düsseldorf hatte der in den Jahren 1929/30 acht Menschen getötet.
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Die Ermittlungen entwickelten sich zu einem der größten Kriminalfälle der Weimarer Republik und fanden auch international Beachtung. Entscheidende Hinweise lieferte schließlich seine Ehefrau, der Kürten seine Taten gestanden hatte und die die Polizei informierte. Er wurde festgenommen und legte ein umfassendes Geständnis ab. 1931 verurteilte ihn ein Gericht wegen neunfachen Mordes zum Tode.
Die Hinrichtung des „Vampirs von Düsseldorf“ erfolgte im Kölner Gefängnis Klingelpütz. Noch im selben Jahr ließ sich Fritz Lang für seinen Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ teilweise von der Mordserie inspirieren. Kürtens Fall gilt bis heute als einer der bekanntesten der deutschen Kriminalgeschichte mit starkem Bezug zum Rheinland.
Die Ausstellung „Serienkiller – Die True-Crime-Ausstellung“ ist vom 8. Mai bis 25. Oktober 2026 in Köln-Ehrenfeld an der Oskar-Jäger-Straße 99 (ehemaliges Autohaus) zu sehen. Tickets werden ab 26 Euro ausschließlich mit Zeitfenster verkauft. Der Zugang wird ab 16 Jahren gewährt.

