Das belgische Königspaar hat einen dreitägigen offiziellen Staatsbesuch in Kasachstan abgeschlossen. Die Reise führte König Philippe und Königin Mathilde nach Astana und Almaty. Philippe ist der erste europäische Monarch, der das zentralasiatische Land im Rahmen eines offiziellen Staatsbesuchs besuchte.
Bei den offiziellen Empfängen betonte der 66-jährige Monarch die Bedeutung der bilateralen Kontakte. „Wir freuen uns darauf, so viel wie möglich über Ihr wunderschönes Land zu erfahren und die bereits hervorragenden Beziehungen auf ein höheres Niveau zu heben“, erklärte der König in einer Ansprache. Zudem hob er die unbrechbaren Banden zwischen beiden Nationen hervor.
Internationale Designer und kasachische Akzente
Neben den diplomatischen Gesprächen stand die Garderobe von Königin Mathilde im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die 53-Jährige nutzte ihre Kleidung bei den Auftritten für diplomatische Referenzen. Beim festlichen Staatsdinner in der Hauptstadt Astana kombinierte sie ein besticktes Cape des Designers Elie Saab und einen roten Jumpsuit mit Ohrringen des kasachischen Labels Saltanat.
Das niederländische Magazin „Libelle“ bezeichnete die Garderobe der Königin als „stilvolle Meisterklasse“ im klugen Nachdenken über das Gesamtbild. Zu weiteren Terminen trug Mathilde unter anderem ein rotes Kleid von Dior mit passendem Hut sowie ein rosafarbenes Seiden-Ensemble des belgischen Modehauses Natan. Zum Abschluss der Reise am letzten Tag erschien sie in einem Mantel von Armani Privé mit Farbverlauf und einem abgestimmten Haarband.
König Philippe und Königin Mathilde: Kritik für Staatsbesuch
Der erste Staatsbesuch des belgischen Königspaars in Kasachstan ist in ihrer Heimat nicht unumstritten. Die Kritik der heimischen Medien richtete sich vor allem gegen die autoritäre Führung des zentralasiatischen Gastlandes und die dortige Unterdrückung der Opposition.
Ein lauter politischer Skandal blieb in Brüssel zwar aus, da der König im Auftrag der Regierung handelte, um dringend benötigte alternative Rohstoffquellen zu sichern. Dennoch stand die Reise unter dem Vorwurf, dass die westeuropäische Energiesicherheit und die Abkehr von Russland im Zweifel schwerer wiegen als der weltweite Einsatz für demokratische Werte.
Die Zerrissenheit des Landes zeigte sich deutlich in der belgischen Presse. Während das englischsprachige Brüsseler Leitmedium „The Brussels Times“ und der flämische öffentlich-rechtliche Rundfunk „VRT NWS“ die mangelnde Meinungsfreiheit in Kasachstan anprangerten und das Hofieren eines Autokraten kritisierten, plädierten große Tageszeitungen wie „Le Soir“ und „De Standaard“ für strategischen Realismus.
Sie argumentierten, dass Belgien den Zugriff auf kritische Mineralien und Uran für die eigene Industrie nicht an die internationale Konkurrenz verlieren dürfe. Für eine weichere Bildsprache abseits der harten Machtpolitik sorgten Berichte in Magazinen wie „Soir Mag“ und „Histoires Royales“, die stattdessen die Besuche der Königin in sozialen Projekten und traditionellen Nomaden-Jurten in den Vordergrund rückten.

