Die monegassische Justiz hat nach dem Tod von Antoine de Massy, einem Großcousin von Fürst Albert II., ein formelles Ermittlungsverfahren eröffnet. Gegen einen 42-jährigen Mann erging am Mittwoch Haftbefehl wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung sowie unterlassene Hilfeleistung, wie die französische Regionalzeitung „Nice-Matin“ unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet. Der Festgenommene befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Die Angehörigen hatten am Sonntagmittag, 25. Oktober 2026, Alarm geschlagen, nachdem der 29-jährige de Massy nicht zu einem vereinbarten Familienessen erschienen war. Bei einer anschließenden Suchaktion entdeckten Einsatzkräfte die Leiche des Monegassen am frühen Sonntagabend in einer Parkanlage unterhalb des Boulevard du Larvotto.
Antoine de Massy: Überwachungsvideos führten Polizei zu Verdächtigem
Die Auswertung von Videoaufzeichnungen aus dem Umfeld des Fundorts brachte die Kriminalpolizei schnell auf die Spur eines Verdächtigen. Der 42-jährige ukrainische Staatsbürger, der seit rund drei Jahrzehnten in Monaco lebt, soll kurz vor dem Vorfall auf dem Boulevard du Larvotto Kontakt mit dem späteren Opfer gehabt haben. Beamte nahmen ihn am Montagmorgen fest.
Antoine de Massy auf einem Foto im Jahr 2021.
Wie Monacos Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault mitteilte, wurde nach ersten Vernehmungen am Mittwochvormittag ein Ermittlungsrichter eingeschaltet, „um die Nachforschungen zu den als fahrlässige Tötung und unterlassene Hilfeleistung eingestuften Taten fortzusetzen“.
Während seiner polizeilichen Anhaltung hatte der Mann die Vorwürfe bestritten; vor dem Haftrichter machte er nach Behördenangaben zunächst von seinem Schweigerecht Gebrauch. Für ihn gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Ermittler rekonstruieren Sturzgeschehen
Mit der formalen Eröffnung des Verfahrens rückt die anfänglich nicht ausgeschlossene Theorie eines reinen Unglücksfalls in den Hintergrund. Dennoch sind die exakten Tatumstände bislang unklar.
Laut Thibault gelte es nun, „den genauen Ablauf der Ereignisse zu klären, die zum Sturz von Antoine de Massy geführt haben“. Dies solle neben weiteren Befragungen des Inhaftierten vor allem durch technische Untersuchungen und forensische Analysen geschehen.
Da sich die mutmaßlichen Delikte zu unterschiedlichen Zeitpunkten ereignet haben könnten, konzentrieren sich die Ermittler nun auf die minutengenaue Rekonstruktion der letzten Stunden des 29-Jährigen. (jag)

