Abo

Fast alle Corona-Regeln in NRW fallen
Wüst ruft zu freiwilligem Masketragen auf

Lesezeit 2 Minuten
HendrikWüstVortrag

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Köln – NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Menschen in NRW aufgefordert, weiterhin Masken beim Einkauf und in Innenräumen von Gebäuden zu tragen. „So sehr wir uns alle wünschen, dass die Pandemie endlich vorbei wäre – sie ist es nicht“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Infektionszahlen seien weiterhin hoch, gerade vulnerable Gruppen seien einem hohen Risiko ausgesetzt.

„Dass in dieser Lage die meisten der bewährten Regeln und Schutzmaßnahmen auslaufen, birgt Gefahren“, sagte Wüst. Und fügte hinzu: „Ich persönlich appelliere daher an jede und jeden, zumindest vorerst auch weiterhin freiwillig in Innenräumen Maske zu tragen, um sich und andere wirkungsvoll zu schützen. Eine Maske zu tragen, ist wenig Aufwand und Beeinträchtigung – aber ein großes Plus an Sicherheit“, so der Ministerpräsident.

Fast alle Corona-Regeln fallen

Zum Hintergrund: In Nordrhein-Westfalen fallen nach dem 2. April - trotz der Vielzahl an Infektionen -fast alle Corona-Regeln. Eine Maskenpflicht wird es nur noch in Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie im Fern- und Nahverkehr geben. Auch landesweite Zugangsbeschränkungen wie 3G oder 2G-Plus in Handel, Gastronomie, Schwimmbädern und Veranstaltungen entfallen. Auch Schulleiter dürfen nicht eigenmächtig eine Maskenpflicht verhängen. Händler und Veranstalter jedoch könnten von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.

Alles zum Thema Hendrik Wüst

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Bundesländer hätten, so Wüst, in Berlin wiederholt deutlich gemacht, dass in der Pandemie auch weiterhin „die Möglichkeit für einen schnellen und effektiven Basisschutz“ gebraucht werde. „Der Bund hat das entgegen der Zusage und entgegen dem Rat seiner eigenen Experten abgelehnt“, so der Ministerpräsident. „Die von der Bundesregierung geschaffenen Hürden, ein ganzes Land als Corona-Hotspot auszuweisen, sind so hoch, dass sie praktisch kaum erreichbar sind, bevor das Kind nicht schon in den Brunnen gefallen ist“, fügte der Regierungschef von NRW hinzu.

Die Stadt Köln will beim Land NRW nicht beantragen, als Corona-Hotspot ausgewiesen zu werden. Das ist das Ergebnis einer Beratungsrunde im städtischen Krisenstab am Freitag. „Die aktuelle Infektionslage in Köln gibt das nicht her“, sagte ein Stadtsprecher. Der Inzidenzwert liegt derzeit bei 1091,1. Der bundesweite Durchschnittswert liegt im Vergleich deutlich höher - bei 1586,4.

Die Verantwortung für das Auslaufen der Regelungen, die bei vielen Menschen für Unbehagen sorge, trage „ganz klar der Bund“, sagte Wüst. In einigen anderen Ländern sei zu beobachten, dass die Infektionszahlen nach Ende der Maskenpflicht wieder steigen würden. „Aus diesen Erfahrungen sollten wir lernen und Rückschlüsse ziehen“, betonte Wüst. Wo verbindlicher und wichtiger Schutz durch den Bund untersagt werde, komme es umso mehr auf die Verantwortung jedes Einzelnen an.  

Mein Ort