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KommentarWie Angela Merkel die Pandemie-Bekämpfung zu entgleiten droht

2 min
Merkel 250321

Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung

Liebe Leserinnen,Liebe Leser,

was für eine politische Führung wollen wir eigentlich? Eine erfolgreiche, klar. Eine vernünftige und entschlossene. Eine, die ihr Handeln verständlich und nachvollziehbar macht.

Meistens gelingt nicht alles davon, und schon gar nicht gleichzeitig. Mich hat beeindruckt, wie Kanzlerin Angela Merkel den aus Wirrwarr, Erschöpfung und Zugzwang heraus fabrizierten „Ostershutdown“ kassiert und beim Volk um Verzeihung für Verunsicherung und Ärger gebeten hat. Fehlerkultur ist Chefsache. Das lobe ich mir, zumal das alles andere als selbstverständlich ist, wie uns die eine oder andere Führungspersönlichkeit durch ihren Umgang mit Missständen gerade in diesen Tagen vor Augen führt.

In meinen Respekt für Merkels Rückzieher mischen sich Sorge und auch Unmut. Sorge, dass der Regierungschefin die Pandemiebekämpfung in dieser entscheidenden Phase entgleitet. Aus der Bewunderung für das Krisenmanagement in der ersten Corona-Welle könnte auf den letzten Metern von 16 Jahren Kanzlerschaft die Merkel-Dämmerung werden. Aber natürlich geht es jetzt nicht um den Eintrag in den Geschichtsbüchern. Es stehen Gesundheit und Leben vieler Menschen auf dem Spiel, berufliche Existenzen, die Prosperität unserer Volkswirtschaft und die Stabilität des Staates.

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Da ist es dann schon erschreckend, dass die 17er-Runde der Mächtigen aus Berlin und den Ländern zu so ohnmächtigen Beschlüssen wie dem Ostershutdown kommt, der den Menschen viel abverlangt und – wie nun zugestanden – wenig gebracht hätte. In ihrer Regierungserklärung im Bundestag hat Merkel erkennen lassen, dass sie um die Schlüssel weiß, die neben den Kontaktbeschränkungen zum Erfolg im Kampf gegen Corona führen: Impfen und Testen. Es kommt mir fast komisch vor, das wieder und wieder zu betonen – weil es doch so sonnenklar ist.

Passive Methoden reichen nicht mehr

Die passiven Methoden der Pandemiebekämpfung (Kontakte meiden) brauchen zwingend die ergänzende aktive Komponente, weil das gesellschaftliche Leben nicht so weitgehend eingefroren werden kann, wie es nötig wäre, um den hoch infektiösen Corona-Mutanten Herr zu werden. Umso schmerzhafter ist die Unzulänglichkeit, ja das Scheitern der Politik an der Aufgabe, das Impfen und Testen im gebotenen Maße zu forcieren.

Darauf käme es jetzt an. Im wüsten Durcheinander der Rufe nach Lockerungen hier, Ausgangssperren da bei gleichzeitigem Schrillen sämtlicher Sirenen angesichts drastisch steigender Infektionszahlen braucht es klare Ansagen und vernünftiges, entschlossenes Handeln. Eben das, was wir von politischer Führung erwarten.

Bleiben Sie gesund! Achten Sie auf sich und Ihre Nächsten!