Düsseldorf/Köln – Die Berliner haben es vorgemacht – jetzt gibt es eine bundesweite Bewegung für breitere Fuß- und Radwege in Corona-Zeiten, die vor allem in Nordrhein-Westfalen vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und mehr als 30 Radfahrer-Initiativen aus Großstädten wie Aachen und Münster angeschoben wird.
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Sie fordern in gleichlautenden offenen Briefen an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), an dessen Amtskollegen in den anderen 15 Bundesländern und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) „unverzüglich Maßnahmen für pandemietauglichen Fußgänger und Radverkehr“ in Angriff zu nehmen und einen Leitfaden zu erarbeiten, „damit Kommunen schneller Schutzmaßnahmen umsetzen können“.
Mindestabstand im Alltagsverkehr kaum einzuhalten
Abstand halten sei das Gebot der Stunde, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, heißt es in den Schreiben. Die Mehrheit der Bürger befolge diesen Rat, steige aufs Rad um oder gehe zu Fuß, so wie es auch das Bundesgesundheitsministerium empfehle, heißt es in einer Presseerklärung der Initiativen.
Dabei zeige sich, dass der empfohlene Mindestabstand von 1,5 bis zwei Meter im Alltagsverkehr kaum einzuhalten ist. Vor allem in den Großstädten seien „die ohnehin schon zu engen Fuß- und Radwege sind dafür nicht ausgelegt“, heißt es. In dem Brief fordern jetzt die Rad-Initiativen von Aachen, Bielefeld, Bonn, Detmold, Essen und Marl und mehrere Mobilitätsinitiativen die Landesregierung zum Handeln auf, um sichere Mobilität in den kommenden Monaten zu gewährleisten.
Keine einheitliche Vorgehensweise
Bislang gebe es weder vom Bundes noch von den Ländern Empfehlungen für eine einheitliche Vorgehensweise. Die Kommunalverwaltungen in NRW seien daher unvorbereitet, weil ihnen rechtssichere Regelungen fehlen, um schnell handeln zu können. Die rechtlichen Unsicherheiten müssten schnell beseitigt werden, damit die Kommunen auf die neue Situation reagieren können.
„Die Kommunen brauchen von den Verkehrsministerien Leitfäden, mit denen sie ihre Straßen schnell und einfach an die neuen Gegebenheiten anpassen und mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr schaffen können. Wir müssen pandemiegerechte Mobilität sicherstellen – in den kommenden Monaten, bis ein Impfstoff vorhanden ist“, sagt Ute Symanski, Vorsitzende des Radkomm e.V. und Mitglied der NRW-Volksinitiative Aufbruch Fahrrad. Der Autoverkehr habe in den vergangenen Wochen stark abgenommen. Während die Fahrbahnen leer seien, gefährdeten sich die Menschen auf viel zu engen Geh- und Radwegen. Und das sind die Forderungen der Initiativen:



