Erst räumt NRW-Innenminister Herbert Reul Spekulationen über seine Gesundheit aus, dann wirft ihn ein Treppensturz aus der Bahn.
Folgenschwerer SturzInnenminister Reul bricht sich bei Polizeitermin die Hüfte

Kurz nach seiner Tremor-Op im Sommer spricht Innenminister Herber Reul mit Journalisten bei seinem Besuch im Waldbrandgebiet im Hürtgenwald.
Copyright: picture alliance/dpa
Es war ein Routinetermin. Regelmäßig trifft sich NRW-Innenminister Herbert Reul mit der Arbeitsgemeinschaft der Polizeipräsidenten in NRW. Diesmal fand das Treffen in Wuppertal statt. Eine Begegnung, für die sich wohl niemand außerhalb der Polizei interessiert hätte. Wenn da nicht diese Treppe gewesen wäre. Der CDU-Politiker übersah eine Stufe und fiel hin. Ein Sturz mit schweren Folgen: Reul brach sich bei dem Unfall am Freitag die Hüfte.
Reul, der stets von Sicherheitsbeamten des LKA umgeben ist, wurde sofort von Ersthelfern versorgt. Ein Rettungswagen kam, der den Innenminister in eine Klinik brachte. Reul wäre nicht Reul, wenn er nicht sogleich mit seinem Presseteam einen Kommentar zu dem Vorfall abgestimmt hätte. „Erst hatte ich kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“, ließ der Innenminister verkünden. Durch „einen blöden Stolperer“ sei er gestürzt und habe sich dabei die Hüfte gebrochen.
Noch am Freitag operiert
Erst am Tag zuvor hatte Reul im Innenausschuss mit einer persönlichen Erklärung zu seinem Gesundheitszustand für Schlagzeilen gesorgt. Nicht nur seine Parteifreunde hatten sich Sorgen um den 74-Jährigen gemacht, weil Reul seit einiger Zeit durch Sprachprobleme aufgefallen war. Der Minister sprach undeutlich, verschluckte Konsonanten. So machte das Gerücht die Runde, das CDU-Urgestein habe womöglich einen Schlaganfall erlitten.
Reul wies die Spekulationen zurück. Er erklärte, die Sprachprobleme seien wahrscheinlich die Folge einer Operation, von der er sich nicht richtig erholt habe. Der Innenminister hatte einen Eingriff vornehmen lassen, um einen Tremor in der Hand zu behandeln. Statt sich danach Ruhe zu gönnen, war Reul zu dem Großbrand im Hürtgenwald geeilt.
Reuls Erklärung war bei vielen Menschen auf positive Resonanz gestoßen. In den sozialen Netzwerken wurde er ermuntert, auf jeden Fall weiterzumachen. Der Innenminister war erleichtert darüber, wie gut sein Auftritt angekommen war.
Nun, nur einen Tag später, kam der Rückschlag. Diesmal wird sich Reul nicht direkt wieder in die Arbeit stürzen können. Noch am Freitag wurde er operiert, um die Hüfte zu stabilisieren. Wie lange der Innenminister ausfällt, steht noch nicht fest. Vorerst wird wohl Innenstaatssekretärin Daniela Lesmeister (CDU) die Amtsgeschäfte übernehmen.
Vor der Hüftoperation gab sich Reul gelassen und zugleich demütig. „Es geht mir den Umständen entsprechend gut“, sagte der Innenminister nach einer ersten Untersuchung. Allerdings müsse er „jetzt auf die Pausetaste drücken und der Hüfte die nötige Zeit geben, wieder zu heilen“.
