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Stützpunkt Wahn wird zur GroßbaustelleNRW-Minister Optendrenk baut für die Zeitenwende

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NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) mit Brigadegeneral Daniel Draken, Standortältester der Bundeswehr in Köln, an der Zaun-Baustelle am Luftwaffenstützpunkt Köln-Wahn.

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) mit Brigadegeneral Daniel Draken, Standortältester der Bundeswehr in Köln, an der Zaun-Baustelle am Luftwaffenstützpunkt Köln-Wahn.

Der Luftwaffenstützpunkt Wahn ist ein Beispiel für die neue Bauoffensive der Bundeswehr: Dutzende Projekte laufen auf dem Kasernengelände am Flughafen Köln/Bonn.

Marcus Optendrenk steht vor der weißen Langstreckenmaschine mit der Aufschrift „Bundesrepublik Deutschland“ und blickt auf den Flugzeughangar. Hier, auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn, wird nicht nur die „Air Force One“ von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gewartet. „Da vorn sehen Sie unser Tankflugzeug A 330 MRTT“, erklärt Oberst Hans Gerisch, Kommandeur der Flugbereitschaft des Bundes, dem NRW-Finanzminister. Der Airbus kann 111 Tonnen Treibstoff mitführen. Das reicht, um 20 bis 30 Kampfflugzeuge in der Luft aufzufüllen.

Die fliegende Tankstelle hat eine hohe strategische Bedeutung für die Nato. Im Rahmen der Zeitenwende soll die Flotte der A 330 MRTT jetzt fast verdoppelt werden. Die Bundeswehr setzt darauf, dass die zusätzlichen Maschinen in Köln/Bonn stationiert werden. Denn perspektivisch wird dort das Areal der Flugbereitschaft frei. Für die Regierungsflieger soll ein neues Terminal am Hauptstadtflughafen in Berlin errichtet werden.

Kaserne zählt zu den größten in Deutschland

Bereits jetzt gibt es auf dem Gelände der Luftwaffenkaserne in Wahn etliche Baustellen. Der Neubau eines Außenzauns soll das Areal vor Saboteuren sichern. 2024 war Großalarm ausgelöst worden, weil der Verdacht bestand, ein Eindringling könnte das Trinkwasser vergiftet haben. Die neue Außensicherung ist 600 Meter lang und untergrabungssicher. Das Projekt gehört allerdings zu den vergleichsweise kleineren Bauvorhaben.

Insgesamt sollen in der Luftwaffenkaserne 39 Baumaßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen der Neubau einer Hallenschießanlage und einer Ausbildungswerkstatt mit Kosten von mehr als 40 Millionen Euro. Zudem werden neue Unterkünfte errichtet. Oberstleutnant Dennis Antrecht, Kommandeur der Luftwaffenunterstützungsgruppe Wahn, berichtet: „Wir bilden pro Monat 60 bis 80 neue Heimatschutzsoldaten aus. Die können wir nicht in Ruinen unterbringen.“ Die Kaserne zählt mit knapp 200 Gebäuden und rund 6000 Soldatinnen und Soldaten zu den größten in Deutschland.

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) mit Oberst Hans Gerisch vor einer Maschine der Flugbereitschaft.

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) mit Oberst Hans Gerisch vor einer Maschine der Flugbereitschaft.

Der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 war ein Weckruf für Politik und Bundeswehr. Seitdem gerät die Wiederherstellung der Abwehrbereitschaft zu einem Kampf gegen die Zeit. Zu den wichtigsten Akteuren bei der Transformation gehört ein Kabinettsmitglied aus NRW: Finanzminister Optendrenk führt die Fachaufsicht über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), der im Rahmen eines Verwaltungsabkommens für Planung und Bau der neuen Bundeswehrgebäude zuständig ist. Dort werden enorme Summen bewegt: In NRW steigt das jährliche Bauvolumen von rund 180 Millionen Euro im Jahr 2023 auf fast 560 Millionen Euro im Jahr 2029.

Der BLB ist aber nicht nur für NRW zuständig, sondern übernimmt im Rahmen der Zeitenwende auch Aufgaben für die Sicherheitsarchitektur in ganz Deutschland. So hat NRW die Federführung für ein bundesweites Vergabeprojekt übernommen, bei dem rund 130 Liegenschaften mit 300 neuen Unterkunftsgebäuden und mehr als 54 000 zusätzlichen Betten geplant werden. Die ersten sollen bereits 2027 nutzbar sein. Wo es möglich ist, werden die Immobilien in Modulbauweise errichtet.

Bauvorhaben auch am Flugplatz Geilenkirchen

Nicht nur in Köln steht die Bauverwaltung vor großen Aufgaben. Der Fliegerhorst Nörvenich muss als Standort des taktischen Eurofighter-Geschwaders 31 „Boelcke“ ausgebaut werden. Die Freiherr-von-Gersdorff-Kaserne in Euskirchen soll zu einem Zentrum für Geoinformationswesen, Cybersicherheit und Sanitätsversorgung erweitert werden. Und in Mechernich wird ein unterirdisches Materiallager mit 5,2 Kilometern Hauptverkehrsstollen saniert.

Neu gebaut wird auch am Flugplatz Geilenkirchen, der zentralen Nato-Liegenschaft zur Luftraumüberwachung und Standort der Awacs-Flotte. Die Nato beschafft aktuell ein neues Flugzeugmuster, das schwedische System Saab GlobalEye. Dafür muss die Infrastruktur angepasst werden. Die Bauverwaltung NRW unterstützt in Geilenkirchen zudem die Ausbaupläne der Nato mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro bis 2036. Zu den Einzelmaßnahmen gehören die Erweiterung des Towers, eine neue Flugküche und eine neue Klinik für US-Streitkräfte.

Auch die Hardthöhe, der Hauptsitz des Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn, wird grundlegend saniert. Das Investitionsvolumen liegt im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Optendrenk ist kein Mann der großen Inszenierungen. Die Ertüchtigung der Truppe ist ihm ein persönliches Anliegen. Deshalb informiert er sich immer wieder vor Ort über den Baufortschritt. „Wir reden nicht über Sicherheit, wir bauen sie“, betont der Finanzminister. „Wer Frieden will, der muss so vorbereitet sein, dass er im Krieg bestehen könnte!“ Der Politiker aus Viersen leistete Ende der 80er Jahre einen 15-monatigen Grundwehrdienst als Funker bei der Luftwaffe in den Niederlanden.