Wüst und Merz sind aufeinander angewiesen. Noch zumindest. Der Ministerpräsindent benötigt für die bevorstehende Landtagswahl Rückenwind aus Berlin.
Trotz des Reform-Erfolgs von Merz in BerlinWüst bleibt „der Klopp“ der CDU


Bundeskanzler Friedrich Merz (r, CDU) steht beim Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen mit Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, auf der Bühne.
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Als Hendrik Wüst und Friedrich Merz beim Landesparteitag der NRW-CDU vor dem Einzug in den Saal programmbedingt noch eine Zwangspause einlegen mussten, rangen sich beide für die mitlaufenden Kameras einen angestrengt wirkenden Smalltalk ab. Man gibt sich geschäftsmäßig. Mehr ist nicht drin.
Die Debatte um den „Kanzlertausch“ hat das ohnehin getrübte Verhältnis weiter belastet. Eigentlich hatte der Bundeskanzler keine Lust gehabt, sich beim Delegierten-Treffen in Düsseldorf zu zeigen. Gemeinsame Auftritte mit Wüst gehören nicht zu seinen Lieblingsterminen.
Aber dann änderte der Merz seine Meinung. Schließlich fiel das Echo auf das Reformpaket der Bundesregierung vergleichsweise positiv aus. Der ursprüngliche Grund für die Absage, der Kanzler müsse sich auf den Nato-Gipfel vorbereiten, war plötzlich Schnee von gestern. Ein nachvollziehbarer Sinneswandel.
Auf Rückenwind angewiesen
Denn: Bislang waren die Momente, in denen sich Merz für seine Amtsführung feiern lassen konnte, rar gesät. Nun konnte er eine „warme Dusche“ abholen, nutzte die Gelegenheit, um sich unbescheiden in eine Reihe mit Konrad Adenauer zu stellen. Außerdem wäre es vielleicht nicht klug gewesen, Wüst die Deutung des Berliner Durchbruchs zu überlassen. Dem Ministerpräsidenten wäre es wohl nicht schwergefallen, das Ergebnis auf das Erfolgskonto der NRW-CDU zu verbuchen.
Im nächsten April sind Landtagswahlen in NRW. Wenn Hendrik Wüst weiter regieren will, ist er auf den Rückenwind aus Berlin angewiesen. Das Zweckbündnis des Bundeskanzlers mit seinem möglichen Nachfolger steht auf einem soliden Fundament. Noch zumindest.
Denn: Sollte Wüst gestärkt aus den NRW-Wahlen hervorgehen, während die Beliebtheitswerte für Merz weiter im Keller dümpeln, wird die Luft eng für den Bundeskanzler. An der Basis der Christdemokraten halten viele den moderner und smarter wirkenden Wüst für den „Klopp“ der CDU. Das macht Smalltalks in der Öffentlichkeit, bei denen man über vermeintliche Witze des anderen lacht, nicht einfacher.