Zur 15. Auflage des Eifeler Kräutertages, den die Stadt Bad Münstereifel und die Gemeinde Nettersheim ausrichten, gab es Workshops und Aktionen.
Eifeler KräutertagBad Münstereifel und Nettersheim vermelden Aussteller-Rekord

Die Begeisterung über die Vielfalt der Tomate teilte Mike Krüger mit den Gästen des Kräutertages.
Copyright: Cedric Arndt
Kaum hatte Rainer Behr seiner Gitarre die ersten Akkorde entlockt und Susann Behr-Lauscher ihren dazu passenden Gesang angestimmt, da brachen die ersten Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke, die sich am Sonntag über Bad Münstereifel gelegt hatte. Zwar sollte sich dieses Spiel zwischen Regenschauern und Sonnenschein an diesem Tag noch häufig wiederholen, pünktlich zur Eröffnung des Kräutertages hellte sich der Himmel aber auf.
Zum 15. Mal hatten die Kommunen Bad Münstereifel und Nettersheim zu der bei vielen Gartenfreunden beliebten Veranstaltung geladen, und selten war das Interesse im Vorfeld so groß. „In Nettersheim dürfen wir uns über 50 Aussteller freuen, und hier in Bad Münstereifel sind es noch mal etwas mehr als 40. An beiden Standorten so viel wie noch nie“, freute sich Bad Münstereifels Bürgermeister Sebastian Glatzel.
Die Wildkräuter freuten sich über das wechselhafte Wetter
Auch sein Nettersheimer Amtskollege Norbert Crump hatte trotz der Witterung allen Grund zur Freude: „An so einem Tag wünscht man sich natürlich immer, dass das Wetter mitspielt. Trotzdem war in Nettersheim gerade derart viel Betrieb, dass ich es fast nicht pünktlich hier zur Eröffnung in Bad Münstereifel geschafft hätte.“

Die Bürgermeister Sebastian Glatzel (l.) und Norbert Crump hießen die Besucher des Kräutertages mit einem Kräutercocktail willkommen.
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Christine Kuchem beleuchtete die Bedeutung von Wildpflanzen im eigenen Garten als Heimat für zahlreiche Insektenarten.
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Tatsächlich erwiesen sich die schon früh durch die Innenstadt und das Kloster schlendernden Besucherinnen und Besucher als bestens vorbereitet. „Die vielen Wildkräuter, die hier wachsen und für die wir hier sind, freuen sich auf jeden Fall über das Wetter. Warum sollen wir es also nicht auch tun?“, fasste es Marktbesucherin Claudia lachend zusammen, bevor sie sich wieder in Fachgespräche mit den Ausstellern vertiefte.
Denn diese wussten über ihre große Auswahl erneut viel zu berichten. „Viele der regionalen Kräuter sind zeitgleich Nahrungsquelle für heimische Insekten“, erklärte Ausstellerin Christine Kuchem. „Glockenblumen oder Natternköpfe sind für Wildbienen sehr wichtig, und umgekehrt gilt das genauso. Mir macht es immer wieder viel Spaß, und ich finde es auch sehr wichtig, dass das Interesse der Gäste in den letzten Jahren weiter steigt und man sich diese Dinge bewusst macht.“
Viele Kräuter sind wichtige Nahrungsquellen für Insekten
Zu den Kundinnen, die sich schon seit vielen Jahren für die Insekten- und Kräutervielfalt begeistern können, zählte Stephanie Hochschon. „Man macht sich immer noch viel zu selten klar, wie viel man im eigenen kleinen Garten beitragen kann. Schon kleine wilde Ecken, versteckt hinter dem Schuppen, sind wichtig. Es ist unglaublich, wie viel Leben nach zwei bis drei Jahren dort wuselt.“
Zwischen der Formen- und Farbenvielfalt der Tomaten von Mike Krüger, der seit mittlerweile fast 30 Jahren im Wechsel rund 120 Sorten gezüchtet hat, und den vielseitigen Einsatzbereichen der angebotenen Kräuter durften die Besucherinnen und Besucher bei einigen Aktionen des Kräutertages auch selbst aktiv werden. So waren in Nettersheim Workshops im Angebot, bei dem die Teilnehmer ihr eigenes römisches Kräutersalz herstellen konnten, während bei einer Wanderung der Eifeler Kräuterpfad erkundet werden konnte.
Wildpflanzen-Führung durch den Schleidpark in Bad Münstereifel
Zeitgleich konnte in Bad Münstereifel bei einer Wildpflanzen-Führung der Schleidpark unter die Lupe genommen werden. „Dr. Brigitte Klemme hat damals die sogenannte ‚Krautschau‘ ins Leben gerufen, und heute versuche ich ihre Idee weiterzuführen“, berichtete Yvonne Hillbrandt. Direkt an der Stadtmauer hatte sie für die Teilnehmer erste Tipps parat, wie die Blätter des dort wachsenden Breitwegerichs als Schuheinlage vor Blasen schützen können.
Sie hatte aber im Laufe der Führung noch viele weitere nützliche Ratschläge parat. „Die reifen, blau-schwarzen Beeren der Mahonie sind nicht nur für die Amseln sehr köstlich, sondern können, entkernt und mit Birne oder Apfel gekocht, auch eine sehr leckere Marmelade ergeben.“
Dank neuer Rezepte, den passenden Zutaten sowie dem Wissen, wie der heimische Garten zum Ausbau des eigenen Speiseplans und dem der dort lebenden Insekten beitragen kann, rückten zur Freude der Gastgeber auch die widrigen Wetterbedingungen schnell in den Hintergrund. „Auf die Sonnenschirme werden wir heute zwar verzichten können, trotzdem gilt den Teams im Hintergrund ein großes Lob für das, was sie im Vorfeld für den Kräutertag geleistet haben“, betonte Sebastian Glatzel.
„Der heutige Tag dient nicht nur der Natur und der Nachhaltigkeit, sondern ist mit dem großen Angebot der Aussteller gleichzeitig auch wirtschaftsfördernd“, stimmte Amtskollege Norbert Crump zu.
