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Handball-OberligaHSG Euskirchen kann auf Leistung in der zweiten Halbzeit aufbauen

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Svenja Bank wird von zwei Gegenspielerinnen am Wurf gehindert und zieht einen Siebenmeter.

Warf sich in jeden Zweikampf: Svenja Bank (M.).

Nach dem Pulheimer Sieg schwinden für Euskirchen die Chancen auf den Klassenerhalt. Palmersheim und die HSG-Männer verlieren ebenfalls.

Oberliga Frauen: HSG Euskirchen – SC Fortuna Köln 17:30 (7:17). Sieben Spieltage vor Saisonende verdichten sich die Anzeichen, dass die Euskirchener Handballerinnen aus der Oberliga absteigen werden. Zu dieser Erkenntnis führt nicht nur die Niederlage gegen Fortuna Köln, sondern auch der Sieg der Pulheimer Frauen gegen den Turnerkreis Nippes (34:31) im Parallelspiel. Durch diesen Erfolg ist der größte Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg (unter der Annahme, dass es nur einen Absteiger geben wird) vier Punkte entfernt und hat das leicht bessere Torverhältnis.

Die Partie gegen die Fortuna begann alles andere als gut. Aus den ersten zwei Angriffen der Euskirchenerinnen resultierten vier Torwürfe: drei landeten am Pfosten, einmal hielt die Fortuna-Torhüterin. Gegenüber fanden Bälle dafür knapp den Weg in das von Barbara Seipel und Cathleen Wedderien gehütete Tor: entweder mit Hilfe des Innenpfostens oder abgefälscht von der Deckung. Die HSG konnte im ersten Durchgang vorne kaum vielversprechende Akzente setzen, dafür gab es technische Fehler, Fehlwürfe, stets drohendes Zeitspiel und Unkonzentriertheiten. Die Euskirchenerinnen riefen nahezu das komplette Repertoire an Fehlerquellen ab, sodass Köln schnell und uneinholbar davonziehen konnte.

In der ersten Halbzeit quälten sich die Euskirchenerinnen über das Spielfeld

Nahezu alle Umschaltmomente wurden von der Fortuna konsequent genutzt, und auch das schnelle Durchspielen zur frei stehenden Mitspielerin beherrschten sie nach Belieben. Im Gegensatz zur HSG, bei der wenig zusammenlief. Hier hatte man mitunter das Gefühl, dass es für die Spielerinnen eine Qual war, nach einem kassierten Gegentor überhaupt wieder über die Mittellinie zu kommen.

Julian Meyer während einer Ansprache im Kreis seiner Spielerinnen.

Sah eine schwache erste und eine recht ansehnliche zweite Halbzeit der HSG-Frauen: Julian Meyer aus dem Trainerteam.

„Es war wie erwartet das schwere Spiel für uns, weil es uns nicht gelungen ist, die gute 6-0-Abwehr zu knacken“, fasste HSG-Trainer Kajeepan Maheswaran die erste Hälfte zusammen und prangerte einmal mehr das schwache Angriffsspiel seiner Mannschaft an. „Zu viele Fehler, die der Gegner sofort bestraft hat, führten dazu, dass wir nach 30 Minuten schon weit zurücklagen.“

In der zweiten Hälfte ließ die HSG ihr Herz auf der Platte

Dass seine Mannschaft nach der Pause, anders als in den letzten Wochen, zusammenfiel, war ein kleiner Lichtblick. Die HSG kämpfte und ließ ihr Herz auf der Platte. Sie steigerte sich defensiv, vor allem aber offensiv, weil sie weniger Fehler machte. Sie konnte den Rückstand zwar nicht verkürzen, ging aber auch nicht vollkommen unter. Angeführt von einer starken Svenja Bank, die sich immer wieder in die Gegenspielerinnen warf und so Tore erzielte oder Siebenmeter herausholte, hielt Euskirchen im zweiten Abschnitt dagegen und stemmte sich gegen eine weitere Klatsche.

„Wir müssen uns vor allem offensiv steigern und brauchen jetzt Ansätze, um in den restlichen Spielen doch noch das Unmögliche möglich zu machen“, sagte Maheswaran. Seine Mannschaft braucht jetzt dringend ein Positiverlebnis, um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

HSG Euskirchen: Seipel, Wedderien – Esser (3), Bank (4), Schons, Lohmann, Lea Schmitz (2), Schmidt-Gogo, Schnitzler (2), Bücker, Müsch (1), Stajenda (5/4), Jensen, Viola.


Trainer Marco Mayer sieht Licht und Schatten beim TV Palmersheim

Oberliga Männer: Wölfe Voreifel – TV Palmersheim 32:26 (14:12). Vor mehr als 300 Zuschauern unterlag der TV Palmersheim in Heimerzheim den Wölfen Voreifel mit sechs Toren Unterschied. Anders als in vielen Lokalduellen zuvor, kam Palmersheim dieses Mal deutlich besser in die Partie und lieferte sich zunächst ein offenes Spiel mit dem Tabellendritten. Das lag vor allem daran, dass sich die Gästedeckung schnell auf die Wölfe-Offensive eingestellt hatte und zupackend und kompakt agierte. „Die Jungs haben das richtig gut gemacht“, sagte Marco Mayer aus dem Palmersheimer Trainerteam.

Es entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch mit wechselnden Führungen. Zuungunsten der Gäste erzielten die Wölfe kurz vor und kurz nach der Pause jeweils zwei Tore, und so wurde aus einem 12:12 nach 28 Minuten, ein 16:12 nach 33 Minuten. In dieser Phase des Spiels schlug das Pendel in Richtung Wölfe aus, der TVP kam im Anschluss nur noch zweimal bis auf zwei Tore heran.

Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und vielleicht ein um zwei, drei Tore besseres Ergebnis verpasst haben.
Marco Mayer, Trainer TV Palmersheim

Dass die Wölfe den Vorsprung bis auf sieben Treffer ausbauen konnten, lag in den Augen von Marco Mayer auch daran, dass seine Mannschaft Wölfe-Spieler Alexander Koch nicht mehr zügeln konnte. Dieser habe einige gute Eins-gegen-eins-Momente kreiert, weil die Abwehr erst zu spät angriff. „Hintenraus haben wir uns ein paar technische Fehler zu viel geleistet. Auch unser Umschaltspiel war miserabel, das war ein weiterer Knackpunkt“, sagte Marco Mayer, der nach der Pause nicht mehr so den offensiven Zug seiner Mannschaft zum Tor wahrnahm.

Er sah aber auch Positives bei seinem Team: „Ich bin trotzdem sehr stolz auf meine Mannschaft, weil wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben und vielleicht ein um zwei, drei Tore besseres Ergebnis verpasst haben“, so Palmersheims Trainer, der Jonas Roland und später auch Lino Rübenach eine sehr gute Torhüterleistung bescheinigte. Mayer lobte aber neben seiner Mannschaft auch den Gegner, der aktuell einen guten Lauf habe und solche Spiele konsequent bis zum Ende durchspiele.

TV Palmersheim: Roland, Rübenach – Fiedler (2), Schmitz (3), Schöller (2), Lönenbach (6/2), Adolph (5), Schouren (2), Sinaci (1), Schneider (1), Voiß, Dennis Schüller (2), Daniel Schüller, Johnen, Simsek (1), Lukas Königshoven (1).


Euskirchen verlangt dem Tabellenführer alles ab

Verbandsliga Männer: HSG Euskirchen – VfL Bardenberg 30:34 (16:17). Wenn ein Trainer in seiner Spielzusammenfassung mit dem folgenden Fazit beginnt, dann hat seine Mannschaft an diesem Handballabend vieles richtig gemacht: „Das war ein großer Schritt in die richtige Richtung.“ Euskirchens Trainer Frank Rösgenist stolz auf die Leistung seiner Spieler, die am Ende für einen großen Kampf nicht belohnt wurde. 57 Minuten lang war die HSG dem Tabellenführer aus der Städteregion Aachen, dem VfL Bardenberg, völlig ebenbürtig. „Am Ende sind es ein paar Körner, die gefehlt haben, um einen Punkt oder gar Sieg mitzunehmen“, so Rösgen.

Vorne bekommen wir einen Siebenmeter inklusive der Zwei-Minuten-Strafe nicht und hinten bekommen wir dann den Siebenmeter gegen uns.
Frank Rösgen

Seine Mannschaft hatte den schnellen 0:3-Rückstand ausgleichen können und agierte danach immer auf Augenhöhe mit dem Gegner. Rösgen sah aber auch, dass seine Mannschaft es versäumt habe, zwischen der 15. und 25. Minute einn Zwei-Tore-Vorsprung auszubauen. „Das hat Kraft gekostet und ich habe schon da gemerkt, dass es kräftemäßig hinten raus eng werden könnte“, so Rösgen.

Der Gegner drehte die Partie zur Pause und gab die Führung im zweiten Spielabschnitt nicht mehr her. Bardenberg musste aber schon alles aufbieten, um die HSG in die Knie zu zwingen, weil diese sich nicht so einfach in der eigenen Halle geschlagen geben wollte. Am Ende waren es aus Sicht von Rösgen zwei unglückliche Schiedsrichterentscheidungen, die seine Mannschaft auf die Verliererstraße gebracht haben: „Vorne bekommen wir einen Siebenmeter inklusive der Zwei-Minuten-Strafe nicht und hinten bekommen wir dann den Siebenmeter gegen uns.“ Für ihn war diese Situation der „Genickbruch“. Unterm Strich ist es zwar die vierte Niederlage in Folge, aber eine, auf die man wegen der gezeigten Leistung in der Saisonschlussphase aufbauen kann.

HSG Euskirchen: Gebertz, Jonas – Müller (2), Berbuir, Gast (6/4), Schöndube (1), Drehsen (1), Schwarzbach (3), Schramm (6), Henzel (3), Schmitz (8), Jansen, Maheswaran.