Der Wiederaufbau im Rathaus der Gemeinde Kall ist nahezu abgeschlossen. Jetzt hat das Bürgerbüro seine neuen Räume bezogen.
Nach der FlutFür das Bürgerbüro der Gemeinde Kall ist die Container-Zeit vorbei

Mit dem symbolischen Durchtrennen des Flatterbands eröffneten Markus Auel (v.l.), Lothar Schatten, Jessica Stermoljan, Manfred Poth und Emmanuel Kunz das neue Bürgerbüro im Kaller Rathaus.
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Nur noch wenige Monate sind es, bis sich der Tag der Flutkatastrophe in der Eifel zum fünften Mal jährt. Auch der Wiederaufbau entwickelt sich weiter, Schritt für Schritt. Seit dieser Woche ist das Bürgerbüro der Gemeinde Kall im Erdgeschoss des durch die Wassermassen der Urft schwer in Mitleidenschaft gezogenen Kaller Rathauses wieder in Betrieb.
Auch wenn an den ersten Schreibtischen bereits gearbeitet wird, ist noch längst nicht der ganze Bereich in Nutzung. Bis zum Wochenende solle der komplette Umzug des Teams 2.3 vollzogen sein, sagte die Teamleiterin Jessica Stermoljan. „Der erste Angelschein ist bereits verlängert worden“, sagte Bürgermeister Emmanuel Kunz bei der Eröffnung. Alles, was mit Bürgerservice, Standesamt und Ordnungswesen zu tun hat, wird im nun fertigen Areal erledigt.
Der Wiederaufbau im Kaller Rathaus ist nahezu abgeschlossen
Damit sei der Wiederaufbau im Kaller Rathaus bis auf wenige Restarbeiten im Altbau abgeschlossen, sagte Lothar Schatten, Leiter des Bauamtes. „Wir haben praktisch direkt nach der Flut angefangen, den Dreck und Schutt hier herauszuholen und den Bereich zu entkernen“, berichtete er. Mitte 2023 sei der Wiederaufbau in Angriff genommen worden. Viel Arbeit sei in die Planung des Bereiches durch das Büro PE Becker, das Atelier Hebing aus Erftstadt und die e-regio geflossen.
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„Eine Mammutaufgabe“ nannte der Allgemeine Vertreter Markus Auel die Bauphase. Das Erdgeschoss sei komplett entkernt und neu aufgebaut worden. Nun ist es hell, modern und transparent mit warmen Materialien gestaltet, um ein angenehmes Raumklima zu schaffen.

In den neuen Räumen wird bereits gearbeitet. Doch es wird bis zum Wochenende dauern, bis das gesamte Team eingezogen ist.
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Der Wiederaufbau des Rathauses ist fast fünf Jahre nach der Flutkatastrophe weitestgehend abgeschlossen.
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Die funktionalen Wege seien optimiert worden, so Auel. In den Wänden stecke modernste Infrastruktur, die den Weg in die digitale Verwaltung ebne. Integriert wurde ein barrierefreier Infoschalter, an dem die Besucher des Rathauses den Weg zu ihrem Ansprechpartner erfahren. Auf 2,3 Millionen Euro beliefen sich die Gesamtkosten für die Wiederherstellung des Erdgeschosses des Rathauses, die zu fast 100 Prozent über den Wiederaufbaufonds finanziert wurden.
Im Ersatzquartier gab es kein fließendes Wasser
Es ist ein gewaltiger Unterschied zu den Containern, in denen die Mitarbeiter des Teams in den vergangenen viereinhalb Jahren tätig waren. „Wir hatten dort acht Arbeitsplätze für unsere 13 Mitarbeiter“, sagte Stermoljan: „Es war schön, aber schwierig.“ Zum Beispiel habe es in den Containern kein fließendes Wasser gegeben, so dass immer wieder der Gang in das Haupthaus notwendig gewesen sei. Auch habe ihr die Nähe zu den Mitarbeitern gefehlt in der Zeit, während der das Team in die Container ausquartiert war.
„Sie haben unter schwierigen Bedingungen Service geleistet, und das ohne große Klagen über die Situation“, sagte Kunz. Selbst einzelne Hochzeiten haben in den Containern stattgefunden. Die neuen Büros im Erdgeschoss des Rathauses seien ganz sicher die schönsten im Haus – und das hätten sich die Mitarbeiter auch verdient, so der Bürgermeister.
„Falls jemand dennoch einen Tauschpartner für das Büro sucht, ich stehe zur Verfügung“, scherzte er. Er sei stolz darauf, dass für die Menschen in der Gemeinde Kall eines der modernsten Bürgerbüros im Kreis eröffnet werde. Es sei die Visitenkarte der Verwaltung: „Hier entsteht der erste Eindruck.“

