Mit dem Entwurf des neuen Haushalts schrammt die Stadt Zülpich knapp am Haushaltssicherungskonzept vorbei. In den nächsten Jahren wird es eng.
Kein „kaputtsparen“Zülpich investiert in Gebäude, Bäume und Feuerwehr

An der Zülpicher Römerallee sind die ersten Schwammstadtbäume gepflanzt worden.
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„Ernüchternd“ nannte Bürgermeister Ulf Hürtgen die Erkenntnisse zur städtischen Haushaltslage. Immerhin: Ein Haushaltsicherungskonzept muss Zülpich nicht aufstellen. Noch nicht, wie der Verwaltungschef beim Einbringen des Haushalts in der Ratssitzung betonte. Zwischen 75,83 Millionen Euro an Erträgen und 78,66 Millionen an Aufwendungen klafft eine Lücke von 2,83 Million. Dank der Ausgleichsrücklage gilt der Haushalt dennoch als ausgeglichen.
Und trotz der angespannten Lage, betonte Hürtgen, werde sich Zülpich nicht „kaputtsparen“, sondern investieren. Er nannte eine ganze Reihe von Projekten. Rund zehn Millionen Euro beispielsweise sind für die energetische Sanierung städtischer Gebäude vorgesehen. Dafür erhofft man sich wie für den Grünen Ring, der mit rund 1,1 Million Euro kalkuliert ist, Zuschüsse aus dem Fördertopf für das Rheinische Revier.
Allein die Neugestaltung der Römerallee kostet rund 4,3 Millionen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung versuchten, jede mögliche Förderung zu beantragen. Die Neugestaltung der Römerallee schlägt mit rund 4,3 Millionen Euro zu Buche, allein die Schwammstadtbäume sind mit 1,3 Millionen Euro eingepreist. Rund drei Millionen Euro investiert Zülpich in seine Feuerwehr, der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen zieht einen Bedarf von 800.000 Euro nach sich.
„Mit eigenen Anstrengungen sind die enormen Kostensteigerungen, die uns die übergeordneten Behörden, angefangen beim Kreis bis hin zum Bund, aufdrücken, nicht mehr finanzierbar“, sagte Bürgermeister Hürtgen. Er sieht auch für die kommenden Jahre eher schwarz: Nächstes Jahr ist ein Haushaltsdefizit von 3,1 Millionen Euro kalkuliert, 2028 geht man von 1,7 Millionen aus, 2029 immer noch von 600.000 Euro.
Die Verwaltung versuche, sparsam zu wirtschaften und zu verhindern, dass die Bürgerinnen und Bürger stärker zur Kasse gebeten würden. Allerdings sind Ende vergangenen Jahres bereits der Winterdienst, die Entsorgung von Abwasser und Klärschlamm sowie Beerdigungen teurer geworden. Hürtgens Appell an die Stadtverordneten angesichts der angespannten Lage: „Lassen Sie uns diesen steinigen Weg der Haushaltskonsolidierung gemeinsam weitergehen.“ Verabschiedet werden soll der Haushalt in der nächsten Ratssitzung. Sie findet am Dienstag, 28. April, statt.
Die ersten Schwammstadtbäume sind gepflanzt
Sie sollen helfen, das Kanalsystem zu entlasten, Überschwemmungen vorzubeugen und ein besseres Klima in der Stadt zu schaffen: Die ersten Schwammstadtbäume sind in den vergangenen Tagen an der Römerallee in Zülpich gepflanzt worden. Nicht zuletzt sollen sie dafür sorgen, dass die Straße den Namen Römerallee wieder zu Recht trägt. Die Bäume, in diesem Fall Feldahorn, werden in besonders große Gruben gepflanzt. Dort hinein wird das Regenwasser geleitet, dort wird es auch zurückgehalten.
Auf diese Weise können die Schwammstadtbäume auch längere Trockenphasen besser überstehen als andere Straßenbäume, die nur wenig Platz haben und in den zurückliegenden trockenen Sommern stark gelitten haben. Im ersten Schritt sind bisher 68 der Schwammstadtbäume in die Erde gebracht worden. Insgesamt sollen es rund 140 werden. Die Neugestaltung der Römerallee schreitet damit voran, die Tiefbauarbeiten im ersten Abschnitt gehen ihrem Ende entgegen.

