Abo

WaldsiedlungBrandstiftung bei der Leverkusener Großfamilie – Täter ist auf der Flucht

3 min
Die Polizei sucht einen Brandstifter, der Feuer am Eingang der Türmchenvilla der stadtbekannten leverkusener Großfamilie in der Waldsiedlung gelegt hat.   Bild: Ralf Krieger

Am Freitagmorgen war die Polizei in der Haydnstraße: Die Kripo sucht einen Brandstifter, der Feuer am Eingang der Türmchenvilla der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie in der Waldsiedlung gelegt hat.

Vor der Tür wurde eine brennbare Flüssigkeit ausgeschüttet und angezündet. Die Bewohner des Hauses in der Haydnstraße konnten das Feuer selbst löschen.

Einen Brandanschlag meldet die Polizei für ein Haus in der Haydnstraße in der Waldsiedlung und sucht einen Täter. Wie sich am Ort zeigt, wurde vor dem Eingang der „Türmchenvilla“ der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie ein Brand gelegt. Das zeigt eine leichte Schwärzung auf den Platten davor. Die Tür scheint nicht gebrannt zu haben.

In der Mitteilung der Polizei heißt es: „In der Nacht zu Donnerstag, 24. September, hat ein Unbekannter versucht, den Eingangsbereich eines Einfamilienhauses in der Haydnstraße in Leverkusen-Schlebusch in Brand zu stecken. Die Polizei sucht nach dem etwa 1,70 Meter großen, schlanken und dunkel gekleideten Täter, der in Richtung Bensberger Straße geflüchtet sein soll. Gegen kurz vor 2 Uhr nachts hatten die Bewohner des Hauses den Tatverdächtigen vor ihrer Haustür bemerkt. Dieser hatte eine brennbare Flüssigkeit im Eingangsbereich ausgeschüttet und angezündet. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr konnten die Bewohner die Flammen mit einem Gartenschlauch löschen und ein Übergreifen des Feuers auf das Haus verhindern.“

Die Polizei sucht einen Brandstifter, der Feuer am Eingang der Türmchenvilla der stadtbekannten leverkusener Großfamilie in der Waldsiedlung gelegt hat.   Bild: Ralf Krieger

Vor der Haustür hat es gebrannt, darauf weisen dunkle Flecken auf den Bodenplatten hin.

Am Freitagmorgen steht ein Polizeiwagen mit zwei Polizistinnen vor der Türmchenvilla. Man stehe jetzt nicht dauerhaft vor dem Haus, sagen die Polizistinnen, und fahren davon.

Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, sich zu melden, wenn sie in der Tatnacht eine mit einem dunklen Kapuzenpullover bekleidete, verdächtige Person gesehen haben. Der mutmaßliche Täter könnte einen Benzinkanister mit sich geführt haben.

In der „Türmchenvilla“, Haydnstraße 29, die nach einem Ausbau 1992 ihre heutige feudale Optik erhielt, hat das Oberhaupt der Großfamilie, Jan „Morro“ Goman gewohnt. Links und rechts der Eingangstür sind die Initialen „M“ und „G“ in den Stuck eingearbeitet. Eine Immobilienfirma unter dem Familiennamen, die in historischen Verzeichnissen auftaucht, hat es dort gegeben, ist gelöscht.

Von außen ist es schwierig einzuschätzen, wem die Brandstiftung gegolten haben könnte und welches Motiv der Täter hatte. Dass der Täter etwas wie „Ihr sollt sterben!“ gerufen haben soll, wurde in der Nachbarschaft erzählt. Wer in dem Haus in der Haydnstraße wohnt, wer überhaupt zurzeit als das Oberhaupt des Leverkusener Clans gelten darf, ist von außen nicht sicher zu beurteilen. Das – zumindest bisherige – Clanoberhaupt, „Morro“, eine in Leverkusen bekannte Person, soll sich mittlerweile nicht durchgängig in Leverkusen aufhalten, heißt es in der Nachbarschaft. Als Wohnort wurde zuletzt öfter Österreich genannt, gesichert ist das aber nicht. Es bestehen aber Verbindungen der Leverkusener Clans auch dorthin.

Leverkusener Großfamilie schon einmal mit Brandsatz angegriffen

Die Brandstiftung in den ersten Stunden des vergangenen Donnerstags war nicht die erste im Zusammenhang mit der Leverkusener Großfamilie. Im Juli 2011 hatte ein Brandstifter Molotow-Cocktails gegen das von der Großfamilie bewohnte Haus in der Carl-Leverkus-Straße geworfen. Erst wurde ein rassistisches Motiv angenommen, es kam in Wiesdorf sogar zu einer Demonstration, die die Partei „Die Linke“ angemeldet hatte.

Monate nach der Tat hatte die Polizei einen Fahndungserfolg. Die Tat, die zu einer Anzeige gegen einen 23‑Jährigen wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung führte, war nicht rassistisch motiviert: Der Täter, ein Kleinkrimineller aus der nahen Umgebung, hatte 30.000 Euro verloren, weil er den Versprechungen eines der Familienmitglieder geglaubt hatte, das Geld in ein Vielfaches an Falschgeld zu tauschen. Er wurde hereingelegt und wollte sich rächen. Ein Kumpel hatte ihm bei der Tat geholfen. Das Urteil des Landgerichts damals: Elf Jahre und neun Monate Haft für den Haupttäter, fünf Jahre und drei Monate Jugendstrafe für den 17-jährigen Helfer.