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BilanzDer Dieselpreis stört die Wupsi in Leverkusen nicht mehr so

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Bushaltestelle an der Endhaltestelle KVB-Linie 4 Schlebusch Bild: Ralf Krieger

Nicht immer endet eine Wupsi-Linie an der Stadtgrenze, wie hier an der Endhaltestelle der KVB-Linie 4 in Schlebusch.

Die Elektrifizierung der Busflotte hat die Betriebskosten schon im vorigen Jahr um fünf Prozent verringert.

Um fast drei Millionen Euro geringer im Vergleich zu 2024 ist voriges Jahr der Verlust der Wupsi ausgefallen. Minus 13,3 Millionen Euro stehen in der Bilanz. Das gehe allerdings nur zum Teil auf das Konto der Stadt Leverkusen, stellte Prokurist Frank Nettesheim am Montagabend im Finanzausschuss klar. Ein Zuschussgeschäft sind auch der Busverkehr und andere Mobilitätsangebote im Rheinisch-Bergischen Kreis, der zur Hälfte an der Wupsi beteiligt ist. Weil das Unternehmen auch außerhalb von Leverkusen und Rhein-Berg unterwegs ist, müssten auch andere finanziell geradestehen, so Nettesheim. Unterm Strich blieben rund 6,1 Millionen Euro Verlust für Leverkusen.

Die Einnahmen würden inzwischen zu rund 90 Prozent durch das Deutschland-Ticket gedeckt. Dem gegenüber friste der neue VRS-Tarif ein „Nischendasein“. Welchen Effekt das deutlich gestraffte Preissystem auf die Wupsi hat, sei noch nicht absehbar: Der Tarif wurde erst im Juni eingeführt. Nachteile für Kunden, die eine Ortsgrenze überschreiten, soll das parallele „eesy.nrw“-System ausgleichen: In dem zahlt man nur die Luftlinie zwischen zwei Punkten; Tarifgrenzen spielen insofern keine Rolle.

30 Prozent elektrisch

Eine andere fundamentale Veränderung hat schon voriges Jahr gewirkt – und wird aller Voraussicht nach dieses Jahr noch mehr ausmachen: Die fortschreitende Elektrifizierung der Wupsi-Busflotte – 30 Prozent der Kilometer werden inzwischen ohne direkten Schadstoffausstoß absolviert – habe die Betriebskosten 2025 um fünf Prozent verringert, so Nettesheim. In diesem Jahr dürfte der Spareffekt noch größer ausfallen, weil die Dieselpreise exorbitant geworden sind. Damit bekommt die geplante Komplettumrüstung des Wupsi-Fuhrparks auf E-Busse weiteren wirtschaftlichen Schub. 2034 soll es keinen Verbrenner mehr geben.

Wupsi-Car mit Frank Steffes und Frank Nettesheim

Auch mit dem Wupsi-Car ist man an der Borsigstraße zufrieden. Es ging aus dem Fahrzeugpool der Stadtverwaltung Leverkusen hervor. Seit vier Jahren fährt es auch in Leichlingen, wo der damalige Bürgermeister Frank Steffes (links) und Wupsi-Prokurist Frank Nettesheim einweihten.

Die reinen Betriebskosten sind natürlich nicht alles. Darauf wies Tim Feister am Montag im Rathaus hin. Der CDU-Fraktionschef wünscht sich von der Wupsi eine vergleichende Darstellung von Verbrennern und Elektrofahrzeugen, in der sämtliche Kosten über die Betriebszeit eines Busses dargestellt werden. Im Auge hat er dabei die sehr hohen Anschaffungskosten von E-Bussen. Die allerdings wurden bisher zu 80 Prozent durch Fördermittel ausgeglichen. Diese Quote werde sich aber verringern, kündigte Nettesheim an.

Teurer würden jedoch auch Busse mit Dieselmotor, berichtete der Zweite Mann bei der Wupsi: „Das nähert sich immer mehr an – leider auf hohem Niveau.“ Denkbar ist, dass die Hersteller noch einmal Kasse machen wollen: 2029, so Nettesheim weiter, werde es keine neuen Diesel-Busse für den Linienverkehr mehr geben. Denn die Nachfrage tendiert gegen Null: In praktisch allen europäischen Ländern hat man erkannt, wie groß der Hebel bei der CO₂‑Reduzierung ist, wenn man den öffentlichen Nahverkehr elektrifiziert.

Der Bedarfsverkehr spielt dabei keine Rolle mehr. Das Efi-System hat die Wupsi inzwischen eingestellt. Es war zu verlustreich.

Eine Erfolgsgeschichte ist ausweislich der Bilanz hingegen das Wupsi-Rad: 2025 seien rund 220.000 Ausleihen verzeichnet worden. Das sei gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 75 Prozent. Möglich war das nur, weil die Flotte auf rund 700 Räder vergrößert wurde, die an 120 Stationen stehen. Das Defizit der Wupsi verringert man damit zwar nicht, aber man erhöht die Umweltfreundlichkeit. Das hat das Verkehrsunternehmen gerade in seinem ersten Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert.