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ProzessFast fünf Jahre Haft für Leverkusener, der Kinderpornos verteilte

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Dieser Weg führt vom ersten Stock zur Vorführstelle im Untergeschoss des Landgerichts.

Diesen Weg zur Vorführstelle im Kölner Landgericht machte auch Timur T., während ihm der Prozess gemacht wurde. Zum Auftakt war er nicht erschienen und wurde deshalb festgenommen.

Der Mann war ein Einzelgänger mit Hang zu allen möglichen Perversionen. Einmal gefasst, zeigte er sich kooperativ.

Es war, so sagt Alexander Linke, „extrem hart“, was Timur T. (Name geändert) in Massen konsumiert – vor allem aber im Internet verteilt – hat. Am Montag sprach die 10. Große Strafkammer im Kölner Landgericht das Urteil über den 44-Jährigen: vier Jahre und acht Monate Gefängnis. Zunächst aber wurde der Leverkusener aus der Haft entlassen. Weil er am ersten Termin des Prozesses nicht erschienen war, ließ die Staatsanwaltschaft ihn für die Dauer des Prozesses festnehmen. Der ist nun vorbei, und der Mann, der unvorstellbare Massen an Porno-Bildern und Videos gesammelt hat, will nun ganz schnell mit einer Therapie beginnen. „Am 23. Juli habe ich den ersten Termin“, sagte er in seinem letzten Wort.

Aber das war vor der Urteilsverkündung nicht das Einzige, was ihm am Herzen lag. Der verschüchtert aussehende Mann hatte sich einen Zettel gemacht, um auch ja nichts zu vergessen: „Ich habe verstanden, dass das, was ich gemacht habe, Unrecht war.“ Das musste noch mal gesagt werden. Denn im Verlauf des Prozesses hatte es so ausgesehen, als sei ihm überhaupt nicht bewusst, was Kinderpornografie mit den Kindern macht.

Das ist für Kinder eine unsägliche Qual
Alexander Linke, Vorsitzender Richter

„Das ist für die Kinder eine unsägliche Qual.“ Das nach dem Urteil noch einmal festzustellen, war dem Vorsitzenden Richter Linke wichtig. Timur T. hatte es zuvor so formuliert: „Ich habe das Leid der Kinder nicht sehen wollen.“ Das habe sich inzwischen geändert; „ich bereue und bedauere mein Handeln“.

Um das Jahresende 2021/22 hatte Timur T. 45 Videos auf die Plattform „Kidflix“ hochgeladen, im Sommer 2022 kamen weitere Filme und Bilder bei „Alice in Wonderland“ hinzu. Um sich dort zu betätigen, muss man ins Darknet. Weil er entsprechend beruflich ausgebildet ist, kein Problem für den Leverkusener.

Zugriff in der Nacht und auf frischer Tat

In den Fokus der Kölner Ermittler war er nach einem Hinweis aus Bayern geraten. Wochenlang beobachteten die Polizisten, wie Timur T. sich im Netz bewegt. Am 3. Februar 2025 griffen sie dann zu in Lützenkirchen, ertappten den Mann auf frischer Tat, halbnackt auf dem Bett liegend. Auf Rechner und diversen Festplatten fanden sie rund 30.000 Bilder und 2000 Porno-Videos. Darunter waren allerdings nicht nur Filme und Bilder, die acht bis elf Jahre alte Jungen und Mädchen zeigten – der Mann hatte jede Art von Pornos. „Sie waren Jäger und Sammler“, fasste Richter Linke das zusammen.

Einmal ertappt, sei der Mann sehr kooperativ gewesen, stellte sich im Prozess heraus: Er verriet sofort sämtliche Passwörter, sodass die Ermittler relativ leichtes Spiel hatten. Aber was dort zu sehen war, schockierte selbst erfahrene Kriminalbeamtinnen. Auch das bedurfte aus Sicht des Vorsitzenden Richters eines Kommentars. „Das bedarf der Aufarbeitung“ – womit Linke eine Therapie meinte.

Sein Verhalten nach dem Zugriff und im Prozess – nachdem er gefasst war – hat Timur T. auf jeden Fall geholfen. Ohne Kooperation und ohne Geständnis „hätten wir hier über ganz andere Strafen gesprochen“, unterstrich Richter Linke. Auch, dass der 44-Jährige sexuelle Erfahrungen offenbar nur als Junge innerhalb der Familie gesammelt hatte, spielte eine Rolle. Er hatte sich zu einem Einzelgänger entwickelt, ohne Beziehungen. „Ein unauffälliges, aber auch ein einsames Leben“, so der Richter. Insofern hätten die schrecklichen Taten von Timur T. auch „eine gewisse Vorgeschichte“.