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Gastronomie in Leverkusen„Hey Walter“ zieht von der Bahnstadt ins Herz der Sportstadt

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Walter Alejandro di Cara auf der künftigen Terrasse des neuen „Hey Walter“

Walter Alejandro di Cara auf der künftigen Terrasse des neuen „Hey Walter“

Neun Jahre betrieb Walter Alejandro di Cara sein Café in der Neuen Bahnstadt, jetzt zieht es ihn zum TSV Bayer Leverkusen.

Wenn Walter Alejandro di Cara sagt: „Ich biete den Leuten meine Liebe an“ – dann glaubt man das. Neun Jahre lang hat er das in seinem Café „Hey Walter“ in der neuen Bahnstadt getan. Das wird am 30. September seine Türen schließen. Denn der Gastronom hat etwas Neues vor: Er übernimmt die Vereinsgastronomie beim TSV Bayer Leverkusen auf der Kurt-Ries-Anlage.

Noch sieht es dort wild aus: lose Kabel, offene Wände, Baumaterialien auf dem Boden. Aber di Cara hat die Vision schon vor Augen: bunt zusammengewürfelte Tische und Stühle, Pflanzen, Bilder, ein großes Sichtfenster in die Küche, einen Bartresen und natürlich die große Terrasse mit tollem Blick auf die Sportplätze. 

Im Garten stapeln sich Stühle

Vieles davon muss er sich nicht vorstellen, es ist schon da. „In meinem Garten zu Hause stapeln sich schon Tische und Stühle, die ich in ganz NRW eingesammelt habe, gegen kleines Geld oder geschenkt.“  Vintage, bunt, fröhlich – das neue „Hey Walter“ soll das genaue Gegenteil von dem werden, was der Raum früher war: eine Vereinskneipe mit weißen Wänden und einheitlich braunen Tischen und Stühlen. „Das wird bei mir keine Kneipe, sondern eher ein Wohnzimmer“, kündigt Di Cara an. 

Innenraum Gastronomie „Hey Walter“

Noch ist viel zu tun, aber die Farbwahl stimmt schon mal: Rot und schwarz sind die traditionellen Farben des „Hey Walter“ und des TSV.

Genau das hat er aktuell an der Bahnstadtchaussee – warum also der Umzug? „Ich bin seit neun Jahren in der Bahnstadt. Und wenn ich ehrlich bin: Ich sehe mich keine weiteren neun Jahre da.“ Die Miete steigt, gleichzeitig werden die Parkplätze für seine Kunden immer weiter zusammengestrichen. „Wenn man nirgends mehr parken kann, hält auch keiner mehr auf dem Weg zur Arbeit, um sich ein Brötchen zu holen.“

Hier gibt es alles, was ich brauche
Walter Alejandro di Cara, Gastronom

Das eigentliche Problem aber ist die Entwicklung der Neuen Bahnstadt. „Die Bahnstadt ist nicht geworden, was ich erwartet hatte“, sagt Di Cara. „Ich dachte bei den Plänen: Das wird ein wenig wie Amsterdam. Künstlerisch, Industriestyle, ein wenig alternativ.“ Herausgekommen sei aber eine „Luxus-Bahnstadt“ mit hohen Mieten und Hauspreisen. „Da passe ich mit meinem Mettbrötchen für 2,60 Euro nicht so richtig hin.“ Und die Studierenden fahren auch nicht mit dem Fahrrad oder Zug, wie angekündigt: „Der Verkehr ist irre.“ Dazu kommt der Homeoffice-Trend, der ihm das Mittagsgeschäft vermiest. 

Auf der Suche nach einer neuen Location fand der 43-Jährige die Gastronomie an der Tannenbergstraße. „Hier gibt es alles, was ich brauche“, schwärmt er: eine schöne Terrasse, Parkplätze, einen größeren Innenraum. Und einen Verein „der wieder ein Herz braucht“. Di Cara will das Herz sein. Für alle Eltern, die auf ihre turnenden Kinder warten. Für alle Sportler, die sich vor dem Training stärken oder danach entspannen wollen. Für das Vereinsleben und alle drumherum: „Meine Tür soll immer offenstehen.“ Abgesprochen mit dem Verein ist auch, dass er in den Räumen Privatpartys darf, von der Goldhochzeit bis zur Silvesterparty. Und die Salsa-Latino-Party, die sich jetzt auch schon im „Hey Walter“ etabliert hat, soll es natürlich auch weiter einmal im Monat geben.

Internationale Abstammung

Aus Opladen mitnehmen wird er das Eingangsschild, viele liebe Botschaften von Stammgästen, und natürlich den Namen. Denn auch wenn er sich selbst mit Alejandro vorstellt: „Walter ist mein Name!“ Was verrückt genug ist, wenn die Mutter in Italien geboren ist und gemeinsam mit dem Vater aus Argentinien nach Deutschland ausgewandert ist. „Ich bin typisch Deutsch“, sagt Di Cara: „Pünktlich und mein Wort ist Gold.“

Trotz der viel größeren Kapazität von bis zu 100 Sitzplätzen innen plus Terrasse will di Cara das Geschäft weiter hauptsächlich alleine bestreiten. „Das bin ich: Ich bin kein Koch, aber ich steh’ um 4 Uhr morgens auf und koche ein Mittagsgericht. Wenn jemand zweimal da war, weiß ich, wie er sein Brötchen mag, dass da Gurke drauf soll, aber keine Tomate. Ich liebe das einfach mit den Leuten.“ Und die Liebe will er weitergeben, künftig auf der Kurt-Ries-Anlage. Im November soll es losgehen.