Schnelle Bewegungen, präzise Choreografien und viel K-Pop-Feeling. Bei der VHS Leverkusen lernen Erwachsene die Tänze zu koreanischen Pophits.
VHSLeverkusener tanzen wie die K-Pop-Stars

Silvia Mühlisch (gelbes Shirt) und Letizia De Rubertis (weißes Shirt), tanzen gemeinsam mit Kursleiterin Maja Pakulla.
Copyright: Viktoria Langenhuizen
Arme, Hände, Hüfte: Bei Choreografien zu K‑Pop-Songs muss vieles gleichzeitig passieren. Und möglichst genau. Was bei den Stars in den Musikvideos mühelos aussieht, ist für Anfänger zunächst eine Herausforderung. „Man muss wirklich erst reinkommen“, sagt Maja Pakulla. Gerade die präzisen und schnellen Bewegungen seien etwas anderes, als viele Menschen von anderen Tanzstilen kennen. Die Kursleiterin weiß das aus eigener Erfahrung. Sie tanzt seit vielen Jahren und kam 2020 zum K-Pop – koreanischer Popmusik, die von Millionen Menschen auf der ganzen Welt gehört wird. Zunächst wurde sie auf die Musik aufmerksam, dann entdeckte sie an ihrer Tanzschule einen K-Pop-Kurs. Später nahm sie an Wettbewerben teil und begann zu unterrichten.
Ein Mix aus vielen Tanzstilen
Was K-Pop tänzerisch ausmacht, lässt sich für Maja Pakulla nicht auf eine bestimmte Technik reduzieren. „K-Pop ist ein Mix aus vielen Tanzstilen.“ In den Choreografien stecken unter anderem Hip-Hop, Contemporary und Commercial. Unter Contemporary versteht man einen ausdrucksstarken modernen Bühnentanzstil. Commercial Dance kombiniert Elemente aus Hip-Hop, Streetdance und Jazz. Entscheidend sei deshalb weniger ein bestimmter Bewegungsstil als die Kombination – und die oft sehr präzise Umsetzung der Choreografien.
K-Pop ist ein Mix aus vielen Tanzstilen.
Für Letizia De Rubertis, begann alles eher zufällig. Bei Netflix sah sie den Livestream des großen Comeback-Konzerts von BTS am 21. März in Seoul. Die siebenköpfige Boyband ist der erfolgreichste K-Pop-Act aller Zeiten. „Ich habe mich dann durch die ganzen Alben durchgehört.“
Einen Wunsch für den Kurs hat die 34-Jährige bereits: „Mein Mann möchte, dass wir die Choreo zum BTS‑Song 2.0 machen.“ Silvia Mühlisch, ist Teil der Anime-Szene und kennt damit eine weitere Popkultur, die Berührungspunkte mit der K-Pop-Fangemeinde hat. Beim Tanzkurs möchte sie einfach „ein bisschen in Bewegung kommen und Spaß dabei haben“.
Tanzen, was angesagt ist
Welche Choreografien Maja Pakulla für Anfänger auswählt, hängt nicht allein vom Schwierigkeitsgrad ab. K-Pop sei stark von Trends und dem Internet geprägt. Für die erste Stunde hat die Kursleiterin den Song „This & That“ von Stray Kids ausgewählt. Die Gruppe spielte im vergangenen Jahr ihr erstes Deutschlandkonzert in Frankfurt.
Gleichzeitig achtet Maja Pakulla darauf, dass die Tänze für Anfänger machbar sind. Klare Schritte seien dabei wichtig. Und natürlich spielt auch eine Rolle, ob die Teilnehmer die Gruppe oder das Lied kennen und mögen. Wenn eine bekannte Gruppe ein neues Musikvideo veröffentlicht, kann eine Choreografie entsprechend schnell viral gehen.
Von YouTube auf die Tanzfläche
Maja Pakulla nimmt selbst an Wettbewerben teil. Dort geht es darum, eine Choreografie möglichst genau nachzustellen. Getanzt wird allein, zu zweit oder in Gruppen. Die Teilnehmer wählen ein Musikvideo eines K‑Pop-Künstlers und versuchen, nicht nur die Schritte, sondern auch Formationen, Ausdruck und teilweise die Outfits perfekt nachzustellen. Bewertet werden unter anderem Synchronität und Gruppendynamik.
Für den VHS-Kurs muss man keine Tanzerfahrung mitbringen. Der Kurs richtet sich an Erwachsene, die K‑Pop als neue Tanzerfahrung einfach mal ausprobieren möchten. Auch für Maja Pakulla war der Einstieg in das Genre einfach: Sie gab auf YouTube „K-Pop“ ein und hörte und schaute sich durch die Ergebnisse. Ihre aktuelle Lieblingsband ist die 2025 gegründete Gruppe Cortis. „Hört einfach mal rein!“, rät sie Neulingen.
Der Kurs findet noch sieben Mal montags von 18.00-19.30 Uhr, in Opladen in der VHS-Außenstelle, Brückenstr. 18-20 statt. Weitere Informationen gibt es über die VHS Leverkusen.
