Rund 30 Mitarbeitende des Autozulieferers „SKF“ demonstrieren für eine gute Zukunft in der Automobilbranche.
IG-Metall-KundgebungLeverkusener Automobilzulieferer kämpfen für zukunftssichere Arbeitsplätze

Rund 30 Mitarbeitende von SKF demonstrieren für Jobs mit Zukunftsaussicht. Links zu sehen: IGM-Geschäftsführer Carsten Kretschmann.
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„Zukunft statt Kahlschlag“ war das Motto der IG-Metall- Kundgebung am Montag beim Autozulieferer „SKF“ in Opladen. Rund 30 Arbeiter und Arbeiterinnen waren zusammengekommen, um im Rahmen des bundesweiten Auto-Aktionstages der Gewerkschaft für eine planbare Zukunft und gegen Stellenabbau in der Auto- und Zuliefererindustrie zu demonstrieren.
„Die Krise in der deutschen Automobilindustrie braucht Innovationen und Investitionen, keinen weiteren Personalabbau. Erst recht nicht bei längeren Arbeitszeiten“, so Kerstin D. Klein, Geschäftsführerin der IG Metall Köln-Leverkusen. Seit 2010 besteht laut IGM-Geschäftsführer Carsten Kretschmann schon eine Investitionszurückhaltung der Firmen, sodass die Produktionsstandorte älter und es schwieriger werde, für zukunftsweisende Unternehmen zu produzieren. „Wir benötigen finanzielle Rahmenbedingungen von der NRW‑Bank oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Form von Krediten oder Bürgschaften; vor allem, wenn sich ein Standort dazu bereit erklärt, zu investieren“, so Kretschmann.
Enorme Konkurrenz aus Asien
Gerade Hersteller aus Asien machen es wegen der enormen staatlichen Subventionierung den europäischen Unternehmen der Autozulieferer enorm schwer, konkurrenzfähig zu bleiben. Sowohl bei der Materialbeschaffung gebe es aufgrund der aktuellen Weltkrisen, wie dem Konflikt an der Straße von Hormus, große Probleme als auch am Absatzmarkt der Automobilindustrie wegen der Verdrängung deutscher Automarken vom Markt.
Auch die Firma „SKF“ mit Firmensitz in Schweinfurt leidet unter diesen Tatsachen: Sie beliefert verschiedene Automobilhersteller wie „BMW“, „VW“ und die „Stellantis-Gruppe“ mit den in Leverkusen produzierten Federdichtungen, die unter anderem in Heckklappendämpfern zum Einsatz kommen. Wegen der einbrechenden Umsätze der deutschen Autohersteller werde es zunehmend schwieriger, sich am Markt zu behaupten.
Hinzu kommt die Aufweichung der von den Gewerkschaften lange erkämpften Arbeitsbedingungen. So soll zum Beispiel die 35‑Stunden-Arbeitswoche aufgelöst werden. Damit mache man die Industrie als Arbeitgeber unattraktiv, so Kretschmann. Verhandlungen zwischen der IGM und dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie „Metall NRW“ sind für den 1. November geplant. In Leverkusen gebe es wohl Bestrebungen der Firmenzentrale, die Büroarbeitsplätze zu reduzieren.
Der Markt regelt vieles und das nicht zugunsten deutscher Produktionsfirmen.
Ein weiteres großes Problem sieht Kretschmann bei den Produktionskosten. Deutschland habe es verpasst, die energieintensiven Firmen zu unterstützen. Einige Firmen hätten die Schwierigkeiten erkannt und möchten sich für die Zukunft durch Investitionen für neue Absatzmärkte rüsten. Allerdings mache es die Politik den Firmen wie zum Beispiel dem Eisenwerk in Brühl sehr schwer, weil nur sehr energieintensive Fabriken unterstützt werden. So reiche der Energiemix in Brühl nicht aus, um als energieintensives Unternehmen zu gelten, und das Eisenwerk bekomme nichts von den Subventionen ab. Kretschmann zieht das Fazit: „Der Markt regelt vieles und das nicht zugunsten deutscher Produktionsfirmen.“
Einige Probleme sieht SKF Leverkusen auch in der Lokalpolitik: So möchte das Unternehmen Teile seiner Halle der Stadt verkaufen, da nicht die gesamte Fläche gebraucht werde. Dann könne beispielsweise auch Wohnraum geschaffen werden. Leider seien die Stadtpolitiker allerdings nicht agil genug. Eine weitere Idee ist die Installation von Solarflächen auf den großen Hallendächern, die aber wohl noch keine Genehmigung hätten.
