Gewinner können sich auf 100 Euro und einen Besuch in Düsseldorf freuen. Besonders folgenreich war ein Fall im Frühjahr in Opladen.
WettbewerbLeverkusener Schüler sollen sich mit dem Thema Respekt für Polizisten befassen

Mit Beleidigungen gegen Einsatzkräfte beginnt Gewalt: Der ältere Aufkleber der Leverkusener Ultras mit „ACAB“-Schriftzug klebte im Neulandpark. Er wurde nach dem Foto entfernt.
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„Respekt“ heißt ein Wettbewerb, den der Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz (CDU) in den Schulen zum ersten Mal 2018 ausgeschrieben hat. Schülerinnen und Schüler sollen darin das Thema der zunehmenden Respektlosigkeit gegenüber Polizisten und anderen Einsatzkräften bearbeiten. Die Spanne reicht von kleinen Graffiti bis zu Gewalttaten, mit denen sich besonders Polizisten, aber auch Ärztinnen und Ärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute konfrontiert sehen.
Die Wettbewerbsunterlagen gingen am Montag an alle 47 Leverkusener Schulen heraus. Es gibt drei Alterskategorien: Grundschule, fünfte bis neunte Klasse und zehnte bis 13. Dabei ist egal, für welches Medium sich die Teilnehmer entscheiden: Foto, Film, Zeichnung, Skulptur oder etwas anderes – alles ist erlaubt.
Kleiner, versteckter Widerstand
Scholz sagt, er sei selbst mehrmals mit Polizeistreifen nachts unterwegs gewesen und habe erfahren, unter welchem Druck die Beamten ihre Arbeit machten. „Man merkt das sofort an allen möglichen Kleinigkeiten, wie sich viele Menschen gegenüber Polizisten verhalten“, sagt der Landtagsabgeordnete. Es gehe los mit kleinen, versteckten Widerstandshandlungen oder Bemerkungen. Eine Steigerung seien Beleidigungen und von denen sei es auch nicht weit bis zu Handgreiflichkeiten.
Die Delegitimierung der Polizei sei auch im Stadtbild zu sehen: Mit der Buchstabenfolge „ACAB“ sollen Polizisten beleidigt werden. Die Buchstaben sind nicht selten auf Aufklebern von Fußball-Ultras auch in Leverkusen zu sehen. Laut Statistik aus dem Bundesinnenministerium waren die Gewalttaten am Ende des Jahres 2024 auf einem Höchststand. 106.875 Polizistinnen und Polizisten wurden im Dienst Opfer einer gegen sie gerichteten Gewalttat. 87 Prozent der Polizeikräfte, die Opfer von Gewalttaten wurden, waren laut Bundesinnenministerium von Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen betroffen. Der größte prozentuale Anstieg innerhalb der Gewalttaten gegen Polizeikräfte war 2024 bei Bedrohungen festzustellen, also verbal.
Das Lagebild des Innenministeriums enthält auch Daten zu Rettungsdienst- und Feuerwehrkräften, die im Einsatz von Gewalttaten betroffen waren. Feuerwehren registrierten 2024 1012 Betroffene bei der Feuerwehr sowie 2916 Betroffene bei sonstigen Rettungskräften.
Eine besonders heftige Gewalttat gegen die Polizei gab es Ostern in Leverkusen
In Leverkusen hatte sich zu Ostern ein besonders eklatanter Fall von Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten ereignet: Bei einer Feier in Opladen zur Haftentlassung eines Mitglieds der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie musste die Polizei wegen Ruhestörung einschreiten. In der Folge waren zwei Beamte dienstunfähig. Besonders schwerwiegend ist, dass Angreifer aus der 50 Personen starken Feiergesellschaft einer 29-jährigen Kommissarin eine Flasche ins Gesicht geworfen hatten. Mehrere Zähne sollen dabei abgebrochen sein. Gegen 22 Personen aus der Familie oder dem Umfeld wird ermittelt.
Dass sich Scholz mit dem Thema an Kinder wendet, hat seinen Grund in einem eigenen Erlebnis, das er als Lehrer hatte: Einer seiner Schüler sprach immer von Bullen, wenn er Polizisten meinte. Der bekam damals eine Strafarbeit alter Schule: Er musste 100 Mal schreiben „Ich werde nie wieder einen Polizisten als Bullen titulieren“. Ob’s genützt hat? „Wir müssen früh beginnen, den Kindern Respekt gegenüber Einsatzkräften beizubringen.“ Gewinnern aus dem Wettbewerb winken 100 Euro und ein exklusiver Ausflug in den Landtag.
