Die IT-Tochter der Stadt muss sich neu erfinden. Das kostet auch Ertrag.
AusblickWie es für die Informationsverarbeitung Leverkusen nach der gescheiterten Fusion weitergeht

Die Informationsverarbeitung Leverkusen residiert seit Jahresbeginn im Manforter Innovationspark.
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Holger Breuer sprach von einem „sehr veränderungsreichen Jahr“, als er am Montagabend im Finanzausschuss die Bilanz für 2025 kommentierte. Das gilt durchaus auch für den Geschäftsführer der Informationsverarbeitung Leverkusen selbst. Erst im vorigen August wurde er bestellt – als Nachfolger für Ulf Dunker, der das IT-Unternehmen lediglich zwei Jahre führen durfte. Die IVL sollte umgebaut werden, Dunker schien dafür nicht der geeignete Mann.
Aber damit war es nicht getan. Das Unternehmen sollte fusionieren. Besser gesagt: Aufgrund mangelnder Größe sollte die mit 98 Beschäftigten recht kleine IVL in der Regio IT aus Aachen aufgehen. Während die Verhandlungen immer konkreter wurden, hatte die IVL auch noch einen Umzug zu managen: Das angestammte Quartier neben dem alten Hauptsitz der Energieversorgung Leverkusen am Overfeldweg musste die Firma räumen. Die EVL hatte selbst Bedarf. Im Manforter Innovationspark fand der IT-Dienstleister eine neue Bleibe.
Wir müssen uns verändern.
Am Ende aber scheiterte die Fusion mit der Regio IT. Das lag nicht an den Leverkusenern, sondern an den Aachenern. Im Februar kam die Absage. Also geht es jetzt erst einmal allein weiter. Aber Geschäftsführer Breuer weiß: „Wir müssen uns verändern.“ Und zwar aus mehreren Gründen. In der Stadtverwaltung soll die Digitalisierung jetzt endlich mit großen Schritten vorangehen. Das bedeutet heutzutage natürlich auch die Implementierung von Künstlicher Intelligenz. Damit dürfte auch das Geschäft mit Arbeitsplatzrechnern weiter wachsen, nebst der entsprechenden Office-Software.
Das ursprüngliche Kerngeschäft mit der Betreuung von Software, die auf SAP basiert, wird dagegen relativ kleiner. In diesem Bereich, so Breuer, habe die IVL ein weiteres Problem: Sehr viele Mitarbeiter sind schon in Rente gegangen, oder das steht bald an. Mit ihnen gehe eine Menge Know-how, und das sei derzeit nicht zu ersetzen. „Auch da müssen wir uns neu aufstellen.“
Verspätung bei SAP-Umstellung
Verschärft wird dieses Problem laut Geschäftsbericht dadurch, dass die Stadt Leverkusen sehr spät dran ist mit einer SAP-Umstellung auf eine neue Version. „Über 90 Prozent“ der Kommunen hätten das schon erledigt – Leverkusen nicht.
Der personelle Umbruch werde sich auch in den Zahlen bemerkbar machen, kündigte der Geschäftsführer an. 2025 erwirtschaftete der IT-Dienstleister bei einem um knapp eine Million auf gut 28 Millionen Euro gestiegenen Umsatz noch einen Gewinn von reichlich zwei Millionen Euro nach Steuern. Der Stadtkasse hilft das nicht sehr, denn 90 Prozent der Anteile an der IVL hält die EVL, die folglich auch den Löwenanteil der Ausschüttung verbuchen kann. Insgesamt sollen 1,2 Millionen Euro an die Gesellschafter abgeführt werden.
Überschuss wird sich 2026 halbieren
In diesem Jahr rechne er mit einem Überschuss von gut 900.000 Euro nach Steuern, sagte Breuer. Damit setzt sich die Phase sinkender Überschüsse fort: 2023 lag er noch bei 3,2 Millionen Euro, 2024 bei 2,7 Millionen. Als Grund nannte er höhere Personalkosten, die mit der Neuaufstellung der Gesellschaft zusammenhängen. Dazu kamen Beraterhonorare im Zusammenhang mit dem geplanten und dann doch gescheiterten Zusammenschluss mit der Regio IT.
Nach Einschätzung von Holger Breuer ist die IVL allerdings auch allein überlebensfähig, wenn denn die Neuaufstellung gelingt. Auch 2026 dürfte also ein veränderungsreiches Jahr werden.
