Die städtische Tochter hat solide Zahlen vorgelegt. Um ihre Projekte fortzuführen, ist sie dennoch auf die Stadtkasse angewiesen.
JahresberichtFitX startet - andere Projekte der Levi werden ausgebremst

Das Fitnessstudio FitX startet bereits den Vorverkauf. Am 19. September will es eröffnen.
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Ein kleines Plus an der einen Stelle, ein größeres Minus an der anderen – so bilanziert die Leverkusener Immobiliengesellschaft (Levi) das Geschäftsjahr 2025. Die städtische Tochter selbst hat einen Überschuss von 156.463 Euro erwirtschaftet, dieser soll auf das Wirtschaftsjahr 2026 übertragen werden. Die Stadtteilentwicklungs- und Projektgesellschaft Wiesdorf/Manfort (SEPG), eine Tochter der Levi, weist dagegen einen Jahresfehlbetrag von 1,618 Millionen Euro aus – das geht hauptsächlich auf die Umbaukosten des ehemaligen Kaufhofs zu dem Mehrmieterobjekt „Corner 82“ zurück. Die Bilanzsumme der Levi betrug zum Jahresende rund 20,55 Millionen Euro. Der Stadtrat hat dem Jahresabschluss in seiner Sitzung am 31. August mehrheitlich zugestimmt.
Ende 2025 verfügte die Gesellschaft über rund 11,62 Millionen Euro Eigenkapital und liquide Mittel von etwa 8,39 Millionen Euro. Während die eigenen Finanzen somit im soliden Bereich liegen, macht der Levi die städtische Kassenlage große Probleme. Das macht auch der Jahresabschluss noch einmal klar: „Die Haushaltssituation der Stadt Leverkusen und die damit einhergegangenen Beschlüsse sowie die aktuelle Haushaltsplanung der Stadt Leverkusen führen in der Gesellschaft zu verringerter Liquidität beziehungsweise zu Budgetstreichungen.“
Bahnhof und Businessquartier liegen auf Eis
Besonders drastisch wirkt sich das auf zwei Projekte aus: Die Entwicklung des Bahnhofquartiers Leverkusen Mitte und des Businessquartiers an der Niederfeldstraße liegen aktuell brach. Für das Bahnhofsumfeld plane die Stadt „bis einschließlich 2029 keine Haushaltsmittel ein“, schreibt die Levi im Jahresbericht. Bis eine Zustimmung der Bezirksregierung Köln vorliegt, soll das Projekt nur noch im Rahmen der verfügbaren liquiden Mittel weitergeführt werden. Faktisch wird die Entwicklung damit bis auf Weiteres zurückgestellt. Dasselbe gelte für das Businessquartier.

Der Neubau der City C soll fortgeführt werden, doch das Tempo ist gedrosselt.
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Das wohl größte und drängendste Projekt der Levi, der Neubau der City C, soll trotz der Haushaltssperre fortgeführt werden. Allerdings auch das auf Sparflamme: „Das Kernprojekt City C musste für das laufende Geschäftsjahr 2026 merklich gedrosselt werden“, schreibt die Levi. „Hier wird davon ausgegangen, dass die Projektarbeit spätestens 2027 wieder im vollen Umfang aufgenommen werden kann.“ Durch die Verzögerungen bestehe jedoch das Risiko, dass bereits bewilligte oder eingeplante Fördermittel auslaufen und bei einem Neustart neu beantragt werden müssten. Gleichzeitig rechnet die Gesellschaft mit weiteren Preissteigerungen im Baugewerbe und höheren Zinsen am Finanzierungsmarkt.
Viel Bewegung an der Corner 82
Sichtlich vorwärts geht es dagegen an der Corner 82: Decathlon als Ankermieter hat im Juni eröffnet, weitere Flächen wurden bereits fest vermietet. Der Fitnessstudio-Betreiber FitX verkauft in einem vor dem Gebäude aufgestellten Container bereits Mitgliedschaften, am 19. September soll eröffnet werden. Im Untergeschoss werden derzeit die Räume für Cosmo Sports hergerichtet, die hier eine Bowlingbahn und weitere Freizeitangebote einrichten wollen. Damit sind rund 60 Prozent der Fläche fest vermietet. Im Gespräch sind außerdem der Einzug einer Fachschule für Physio- und Ergotherapie, des Discounters „Action“ sowie eines Lebensmittelgeschäfts im Erdgeschoss.

Das Fitnessstudio FitX eröffnet am 19. September, der Schriftzug ist frisch am Gebäude angebracht.
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Der Umbau ist ein Mammutprojekt: Für Ankauf und Umbau hatte die SEPG Darlehen über insgesamt 23,7 Millionen Euro aufgenommen, die durch Sicherheiten der Stadt Leverkusen abgesichert sind. Ob und wann sich die Investition der SEPG in die Corner 82 rechnet, hängt auch davon ab, wie schnell und lukrativ die restlichen Flächen vermietet werden können. „Wir befinden uns für die noch freien Flächen in sehr guten Gesprächen“, sagt Levi-Sprecher Julian Frohloff auf Anfrage. Konkretes könne er aber noch nicht mitteilen. Innenausbau und technische Erneuerungen sollen bis Ende 2027 abgeschlossen werden.
Auf Eis liegt aktuell auch ein weiteres Mammutprojekt: die bereits im Juli 2025 beschlossene Gründung einer Schulbaugesellschaft als Tochter der Levi. Drei Schulbauprojekte waren dafür bereits vorgesehen. Für die Vorbereitung der Gründung entstanden 2025 laut Jahresbericht rund 83.000 Euro Beratungskosten. Bislang scheiterte die vollständige Gründung am fehlenden Haushalt der Stadt, nun muss die Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln abgewartet werden.
