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Bilanz 2025Wohnungsgesellschaft Leverkusen hat ihren Gewinn deutlich gesteigert

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Ehemaliges Baywoge-Haus am Königsberger Platz Bild: Ralf Krieger

Das „Rote Haus“ am Königsberger Platz hat die WGL ersteigert und kernsaniert. 

Fast die Hälfte des WGL-Überschusses soll in die Stadtkasse fließen.

Auf gut siebeneinhalb Millionen Euro hat die Wohnungsgesellschaft Leverkusen ihren Gewinn im vorigen Jahr gesteigert. Knapp die Hälfte davon soll sie an die Stadt ausschütten, nämlich 3,5 Millionen. Das Immobilienportfolio der WGL ist gut 300 Millionen Euro wert, wobei Wohnhäuser mit 272 Millionen den Löwenanteil ausmachen: Die WGL besitzt 459 Häuser mit 7037 Wohnungen, das sind gut zwölf Prozent des Leverkusener Wohnungsmarkts. 1731 unterlagen zum Bilanzstichtag einer Preisbindung, waren also Sozialwohnungen. Die durchschnittliche Kaltmiete ist im vorigen Jahr um 18 Cent auf 6,26 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

Geschäfts- und andere Bauten stehen mit gut 31 Millionen Euro in der Bilanz für 2025. Das sind 94 Gewerbeeinheiten – wozu auch der Unternehmenssitz in der Heinrich-von-Stephan-Straße und die Werkstatt zählen. Dazu kommen 1694 Garagen oder Tiefgaragenstellplätze. Unbebautes Land steht mit 2,3 Millionen Euro in der Bilanz und Gebäude auf Grundstücken, die nicht der WGL gehören, mit knapp 1,4 Millionen.

Bella Luna in der Opladener Fußgängerzone

Einer der Spezialaufträge, mit denen die WGL immer wieder betraut wird: Das gläserne Café in der Opladener Fußgängerzone wurde saniert und hat einen neuen Betreiber.

Einen Hinweis auf die Aktivität bei Leverkusens größtem Vermieter gibt der Posten „Anlagen im Bau“. Sie sind mit knapp 12,4 Millionen Euro bewertet. Das Verwaltergeschäft hat die WGL aufgegeben. Aus noch laufenden Verträgen wurden 91 Wohnungen, 15 Gewerbeeinheiten und 205 Stellplätze weiterhin betreut.

Voller Schutz vor Techem, ista und Co.

2019 wurde noch unter den Geschäftsführern Wolfgang Mues und Dieter Roeloffs die Servicegesellschaft gegründet. Vor allem, um Ablesetätigkeiten ins Haus zu holen. Für diese Dienstleistung herrscht wenig Wettbewerb: Nach letzten Zahlen des Bundeskartellamts haben allein Techem und Ista mehr als 50 Prozent Marktanteil; nimmt man Brunata-Metrona, Minol und Kalo dazu, kommen über 70 Prozent zusammen. Das Kartellamt sieht ein „wettbewerbsloses Duopol“ – dem wollten Mues und Roeloffs ihre Mieter nicht weiter aussetzen. Seit 2020 wurde die Verbrauchsabrechnung für Heizung und Wasser nach und nach übernommen. Die Umstellung sei im vorigen Jahr abgeschlossen worden „und dient der Stabilisierung der Nebenkosten vermieteter WGL-Wohnungen“, heißt es im Jahresabschluss, der am Montag dem Finanzausschuss vorgelegt wird.

In der Servicegesellschaft bündelt die WGL außerdem Hausmeister, Technik, Landschafts- und Gartenbau. Die Beschäftigten aus diesem Bereich wechselten im Lauf des vorigen Jahres in diese Tochterfirma.

WGL-Geschäftsführer Gerald Hochkamer

Gerald Hochkamer leitet seit Sommer 2023 die Geschicke der WGL.

Wenn es ums Bauen geht – egal ob Neubau, Modernisierung oder Instandhaltung –, bleibt es schwierig: Die Preissteigerungen in der Branche liegen weiterhin über der Inflationsrate. Trotzdem hat die WGL 2025 rund 13,3 Millionen Euro in die Modernisierung und Instandhaltung ihres Bestands investiert. Knapp 2,2 Millionen Euro davon wurden anlässlich von Mieterwechseln ausgegeben.

Vogelperspektive auf das Projekt Königsberger Platz

Es wird eines der größten Bauprojekte in der Geschichte der WGL: Die Vogelperspektive auf das Gebiet am Königsberger Platz, wie er in fünf bis sieben Jahren aussehen soll.

Auch bei der Modernisierung setzt das Unternehmen zunehmend auf Standard- und Serienbauteile. Als Beispiel nennt Geschäftsführer Gerald Hochkamer die Sanierung von 121 Bädern nebst Leitungen in Häusern an der Leinestraße in Rheindorf-Nord: „Hier konnte die Bauzeit je Bad auf zehn Werktage reduziert werden.“ Vorgefertigte Elemente setzte die WGL auch bei der Sanierung des „Roten Hauses“ am Königsberger Platz ein. Die grundlegende Auffrischung des maroden Baus sieht Hochkamer als Startpunkt des Großprojekts am Königsberger Platz.

Das 2025 angeschobene Neubauprogramm umfasste 75 Wohnungen, rund 60 Prozent davon sind öffentlich gefördert. Schwerpunkt war Manfort: An der Bodelschwinghstraße werden 19, an der Luisenstraße 56 Wohnungen errichtet, wo ein Parkdeck mit 52 Plätzen dazukam.

Das Investitionsvolumen insgesamt betrug 2025 fast 27 Millionen Euro; diese Summe soll im laufenden Jahr deutlich auf über 38 Millionen Euro steigen. Der Gewinn dagegen sinkt 2026 laut Prognose auf sechs Millionen Euro. Das wäre allerdings immer noch eine Million Euro mehr als 2024.