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Neuer KämmererLeverkusens Stadtrat wählt Inderwisch fast einstimmig ins Amt

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Oberbürgermeister Stefan Hebbel gratulierte Sascha Inderwisch nach dessen Wahl.

Oberbürgermeister Stefan Hebbel gratulierte Sascha Inderwisch nach dessen Wahl.

Inderwisch folgt auf Michael Molitor, der vor gut einem Jahr von seinen Dienstpflichten entbunden worden war.

Als sich das Wahlergebnis an der elektronischen Anzeigetafel im Saal des Rathauses abzeichnet, erhebt sich kräftiger Beifall: Sascha Inderwisch ist mit 59 von 62 abgegebenen Stimmen vom Stadtrat zum neuen Kämmerer gewählt worden. Der bisherige Leiter des Fachbereichs Finanzen soll, so heißt es in der Ratsvorlage, zum nächstmöglichen Zeitpunkt seine Dienstgeschäfte als Kämmerer aufnehmen. Gegen Inderwisch stimmte nur Klimalisten-Mann Benedikt Rees. Zwei Vertreter der Linken enthielten sich der Stimme. Inderwischs Wahl muss nun noch formal von der Bezirksregierung Köln bestätigt werden. Spätestens zum 1. Oktober soll er sein auf acht Jahre begrenztes Wahlamt antreten.

Unter den Gratulanten waren gleich zwei Bergisch Gladbacher Bürgermeister, mit denen CDU-Mann Inderwisch als Leiter des dortigen Bürgermeisterbüros zusammengearbeitet hatte. Lutz Urbach und dessen Nachfolger Frank Stein (SPD) reihten sich in die lange Reihe derer ein, die Inderwisch viel Erfolg und einen guten Start in seine neue Aufgabe wünschten. Urbach umarmte Inderwisch und klopfte ihm herzlich auf die Schulter, als er an der Reihe war. 

Die finanzielle Situation ist herausfordernd. Umso wichtiger ist es, jetzt gemeinsam klare Prioritäten zu setzen, solide zu wirtschaften und gleichzeitig den Gestaltungsspielraum für die Zukunft von Leverkusen zu erhalten.
Sascha Inderwisch

Inderwisch bedankte sich freudestrahlend in einer kurzen Ansprache für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und lenkte sogleich auf die extrem schwierige Finanzlage der Stadt: „Die finanzielle Situation ist herausfordernd. Umso wichtiger ist es, jetzt gemeinsam klare Prioritäten zu setzen, solide zu wirtschaften und gleichzeitig den Gestaltungsspielraum für die Zukunft von Leverkusen zu erhalten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und auf die vor uns liegenden Aufgaben.“

Die Herausforderungen für die Stadt hatte zuvor auch Oberbürgermeister Stefan Hebbel betont, der Inderwisch einen großen Blumenstrauß überreichte. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf die nachhaltige Sicherung unserer finanziellen Handlungsfähigkeit. Dafür braucht es einen starken und verlässlich zusammenarbeitenden Verwaltungsvorstand, der gemeinsam mit Rat und Verwaltung klare Prioritäten setzt und notwendige Entscheidungen trifft. Ich bin überzeugt, dass wir die anstehenden Aufgaben gemeinsam und mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein bewältigen können. Mit Sascha Inderwisch als designiertem Beigeordneten und Stadtkämmerer gewinnen wir einen wichtigen Partner für diese Aufgabe.“

Stadtdirektor hatte Amt kommissarisch inne

Vor der Wahl gab es eine etwa zehnminütige Aussprache des Rates über die Personalie, für die Hebbel die Öffentlichkeit von der Sitzung ausschloss. Inderwisch folgt auf seinen Parteifreund Michael Molitor. Molitor war am 14. August 2025 mit sofortiger Wirkung vom damaligen Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) von seinen Dienstgeschäften entbunden worden. Zuvor hatte Molitor in einem Brief, den der damalige CDU-Fraktionschef Hebbel öffentlich im Stadtrat verlas, schwere Anschuldigungen gegen Richrath erhoben. Damit stand der Vorwurf der Illoyalität gegen den Wahlbeamten Molitor im Raum, gegen den ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde. Am 23. Februar 2026 wurde Molitor offiziell vom Stadtrat abgewählt.

In der Folge übernahm Bildungsdezernent Marc Adomat, der zugleich Stadtdirektor ist, kommissarisch das Finanzdezernat im Rathaus und überließ Inderwisch, der Anfang 2025 nach Leverkusen gekommen war, in der täglichen Arbeit aber viel Freiraum.

Der 39-Jährige begann seine kommunale Laufbahn 2010 in Bergisch Gladbach. Auch da bereits im Fachbereich Finanzen. Der designierte Kämmerer schaffte es, sich über den Weg der modularen Qualifizierung für die Übernahme höherer Führungs- und Leitungsaufgaben im kommunalen Verwaltungsdienst vorzubereiten. Seit Juni 2025 verantwortet er im Fachbereich neben den Finanzen auch das Grundstücksmanagement und die Konzernsteuerung.