In Hitdorf und Manfort wird künftig testweise ein „mobiler Wertstoffhof“ zum Einsatz kommen.
Kampf gegen wilden MüllAvea baut in Leverkusen Container ab und bietet Sammlung an

Wilder Müll an Containerstandorten ist ein großes Ärgernis. (Archivfoto)
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Das Jahr ist noch lange nicht beendet, doch schon jetzt steht fest: 2026 wird die Avea so viel wilden Müll in Leverkusen beseitigt haben, wie noch nie zuvor. „Wir sehen eine zunehmende Vermüllung der Containerstandorte“, fasst Geschäftsführerin Anika Hagt zusammen. Die Leerungszyklen der Altkleider- und Elektroschrott-Container wurden angepasst, Standorte häufiger angefahren. Aber es helfe wenig: „Teilweise sind wir weg und zehn Minuten später liegt wieder was neben dem Container“, klagt Hagt. Und auch in den Containern findet sich keinesfalls nur, was dort auch hingehört. „Wir finden in Kleidercontainern alles, bis zu Essensresten und gefüllten Windeln.“
So kann es nicht weitergehen. Deswegen starten Avea und Reloga am 1. September das Pilotprojekt „Trennschicht“, zunächst an zwei Standorten in Hitdorf und Manfort. Die Altkleider- und Kleinelektro-Container werden hier sukzessive abgebaut, dafür wird eine mobile Sammlung eingerichtet, sogenannte „mobile Wertstoffhöfe“. Analog zur Grünschnittsammlung werden zu bestimmten Tagen und Uhrzeiten Mitarbeitende der Reloga mit Containern vor Ort sein, um Kleidung und Papierabfälle einzusammeln. Auch größere Mengen an Kartonage, etwa aus Online-Bestellungen, können hier abgegeben werden.

Werben für das Pilotprojekt: Ingo Brandt, Stefan Hebbel und Anika Hagt am Standort in Hitdorf.
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Die Sorge, dass an den bekannten Containerstandorten weiterhin – oder dann sogar vermehrt – Müll abgeladen wird, teilen die Verantwortlichen nicht. „Unsere Erfahrung zeigt: Wo ein Container steht, stellen die Leute einfach alles Mögliche dazu. Auf einem freien Platz nicht“, sagt Hagt. Auch Reloga-Geschäftsführer Ingo Brandt sieht eine fatale Entwicklung: „Die Leute denken offenbar: Da steht ein Container, da kann ich alles loswerden, das wird dann schon weggeräumt. Das ist das falsche Signal.“ Also kommen die Container nun testweise weg.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel unterstützt das Projekt: „Beschwerden über Müll in der Stadt gehören zu den häufigsten Themen, mit denen sich Bürger an mich wenden.“ Die Teststandorte Hitdorf und Manfort seien bewusst ausgewählt worden, weil sie zum einen weiter weg vom Wertstoffhof in der Fixheide liegen und zum anderen unterschiedliche Bevölkerungsstrukturen aufweisen. Nach einer Testphase von etwa einem halben Jahr sollen die Ergebnisse ausgewertet werden. „Ziel ist es, das im Erfolgsfall auf das ganze Stadtgebiet auszuweiten“, sagt Hebbel.
Avea und Reloga erhoffen sich von dem Test nicht nur mehr Sauberkeit und eine Entlastung bei der Leerung der Container, sondern auch eine bessere Wiederverwendung von Rohstoffen. „Aktuell können wir uns zunehmend nicht um Wertstoffe kümmern, sondern sammeln Müll ein“, sagt Brandt. Durch die Mitarbeitenden vor Ort erhofft er sich bessere Aufklärung über Mülltrennung und Recycling. Sodass dann hoffentlich niemand mehr volle Windeln aus Altkleidercontainern fischen muss.
Abholzeiten
In Hitdorf steht der mobile Wertstoffhof am Werth/Ecke Wiesenstraße dienstags von 17 bis 20 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 18 Uhr. In Manfort ist die Abgabe samstags von 9 bis 12 Uhr auf dem Parkplatz an der Poststraße möglich. Beide Standorte sollen auch im Winter wöchentlich geöffnet bleiben. Die Glascontainer bleiben bestehen. In Hitdorf beginnt der Abbau der Container am 15. September an der Kochstraße, in Manfort am 16. September an der Friedrichstraße. Weitere Standorte folgen bis Ende Oktober. (stes)

