Abo

Politische Anfrage zum FortschrittArbeitet Leverkusen noch an der Radpendlerroute?

Volt hat nachgefragt: Wie steht es um die Verwirklichung der Radpendlerroute?

Von
Die Idee, sichere Radwegen für Pendler nach Köln anzubieten, ist alt. Aus welchem Jahr dieses historische Radweg-Schild vor Tor 1 des Bayerwerks stammt, ist unklar. An einer Radpendlerroute wird seit Jahren geplant.

Die Idee, sichere Radwegen für Pendler nach Köln anzubieten, ist alt. Aus welchem Jahr dieses historische Radweg-Schild vor Tor 1 des Bayerwerks stammt, ist unklar. An einer Radpendlerroute wird seit Jahren geplant.

Über eine Radpendlerroute zwischen Opladen und Wiesdorf und weiter in Richtung Köln wird öffentlich seit 2019 immer wieder gesprochen. Damals zeigte eine Machbarkeitsstudie, dass damit dem Radverkehr von und nach Köln erheblich geholfen würde. Angedacht sind vier Trassen von Köln-Deutz grob in Richtung Bonn und Troisdorf, Rösrath, Bergisch Gladbach und auch eine über Leverkusen nach Opladen. Radpendlerrouten sollen idealerweise keine einfachen Verbindungen über die bestehenden Radwege sein, sondern nach einheitlichen Standards gestaltet werden.

Weil die Radfahrer immer wieder vertröstet wurden, hatte die Fraktion Volt/Bürgerliste eine provisorische Beschilderung zwischen Opladen und Leverkusen angeregt. Der Antrag hat sich aber erledigt, man möchte nicht unnötig Geld ausgeben, weil die Route später dann erneut komplett neu ausgeschildert werden müsste, so die Antwort der Stadt. Die Erkennungsfarbe der Pendlerrouten soll grün werden. Schilder, Straßenmarkierungen – alles wie aus einem Guss. Noch allerdings ist, jedenfalls auf Leverkusener Gebiet, davon nichts zu sehen.

Die Fraktion wollte von der Verwaltung wissen, welche konkreten Schritte schon eingeleitet sind. Aus der Antwort wird deutlich: Für den Abschnitt Bahnhof Mitte bis zum Kreisverkehr Küppersteg hat die Verwaltung 2024 einen Finanzierungsantrag gestellt, die Genehmigung steht aber aus. Der Rest liest sich nicht so, als wäre in der Verwaltung viel Zug hinter der Sache: „Im Abschnitt zwischen Bahnhof Mitte und Willy-Brandt-Ring finden vor allem im Bereich der Carl-Duisberg-Straße aufgrund der vorhandenen Ein- und Ausfahrten noch Abstimmungsgespräche mit den Eigentümern statt. Vorbehaltlich einer Einigung wird ein weiterer Finanzierungsantrag gestellt werden.“

Alternativroute wird geprüft

Die zurzeit für Radfahrer gesündeste Route nach Köln, was Unfallgefahr und die gefühlte Luftqualität angeht, führt durch die Beamtenkolonie. Eigentlich ist das die optimale Routenführung. Aber es gibt eine Hürde: Die Straßen in der Beamtenkolonie gehören nicht der Stadt. „Geprüft“ werde hier, ob es eine Alternativroute geben könnte. Südlich der Beamtenkolonie in Köln gibt es streckenweise gut asphaltierte Radwege, etwa entlang der B 8. Die zur Fahrradstraße umgewidmete Düsseldorfer Straße in Köln-Mülheim hat schon grüne Markierungen, die Erkennungsfarbe der Radpendlerrouten.

Zurück nach Leverkusen: Die Überlegungen, wie eine Führung der Route zwischen dem Kreisverkehr Küppersteg und Opladen aussehen könnte, hat die Stadtverwaltung vorerst komplett eingestellt, weil der Rat diesen Abschnitt 2022 auch nicht in Auftrag gegeben hatte. Im eng bebauten Opladen, das in weiten Teilen entstanden ist, bevor man bei der Planung an eigene Radwege gedacht hat, sind ordentlich breite Routen Mangelware. Kaum jemand wagt zudem, dem Autoverkehr einen Teil seiner  Verkehrsflächen zugunsten des Radverkehrs wegzunehmen, schon erst recht keine Parkplätze. An das Thema wagt sich schon lange niemand wirklich heran.

Ein Fertigstellungstermin für die Radpendlerroute könne zurzeit nicht benannt werden, so die Verwaltung.