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LeverkusenVier Immobilien und zwei Autos von Großfamilie werden eingezogen

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Vier Immobilien, darunter das große Wohnhaus an der Von-Ketteler-Straße in Bürrig, werden eingezogen.

Vier Immobilien, darunter das große Wohnhaus an der Von-Ketteler-Straße in Bürrig, werden eingezogen.

Das Kölner Landgericht sieht es als erwiesen an, dass das Geld der Familie Goman dafür aus Betrügereien stammt.

Eines der führenden Mitglieder der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie Goman muss einen Teil seines Besitzes abgeben: Die 9. Große Strafkammer am Landgericht Köln unter der Vorsitzenden Richterin Alexandra Maschwitz ordnete am Donnerstag in ihrem Urteil im Revisionsverfahren an, dass mehrere Immobilien in Leverkusen und eine in Neuß sowie zwei Luxusautos eingezogen werden.

In allen Immobilien und Wertgegenständen stecke kein legales Geld. Um das Geld zu waschen, hatte Michael Goman die Immobilien und Autos mithilfe von zwei Strohmännern gekauft: Ein 62-jähriger Bauunternehmer aus Bergisch Gladbach besitzt pro forma ein Mehrfamilienhaus an der Von-Ketteler-Straße 46 in Leverkusen-Bürrig und einen seltenen und wertvollen Mercedes AMG SLS, den er aber nicht selbst nutzte.

Als zweiter Strohmann fungierte der eigene Sohn, der heute 29 Jahre alt ist, zur Tatzeit aber noch 19 bis 22: Mit dem Geld des Vaters hatte er zwei Wohnungen in Leverkusen-Wiesdorf und eine Immobilie in Neuß sowie einen seltenen und wertvollen Porsche 993 Turbo auf den eigenen Namen gekauft. Alles zum Zwecke der Geldwäsche, stellte das Gericht fest.

„Don Mikel“ hat Strafe schon abgesessen

Obwohl beide Autos, Mercedes und Porsche, schon seit Jahren eingelagert sind, sollen sie um die 300.000 Euro wert sein, haben Gutachter errechnet. Der heutige Wert der Immobilien summiert sich auf deutlich über eine Million Euro.

In dem protzig eingerichteten und ausgebauten Haus in Leverkusen-Bürrig, mit zwei Palmen im geplätteten Vorgarten, wohnt Michael Goman alias „Don Mikel“ selbst. Er ist die zentrale Figur in diesem Prozess und saß dennoch nicht mehr auf der Anklagebank, weil er wegen dieser Delikte 2019 im Ursprungsverfahren bereits verurteilt worden war und eine achtjährige Haftstrafe abgesessen hat.

Zuletzt machte er erneut Schlagzeilen: Anlässlich einer Party zu seiner Haftentlassung kam es in Opladen zu Gewalttaten, mit schwer verletzten Polizisten. Er ließ sich in der Verhandlung, die seit Anfang März lief, nicht blicken, auch als Zeuge wurde der Mann, der in Leverkusen und in den Sozialen Medien wegen seiner Protzerei mit Luxus und Autos bekannt wurde, nicht geladen. Michael Goman ist der Sohn des Oberhauptes der ehemals fahrenden Roma-Familie, die in Leverkusen in den 1970er-Jahren mit einem einvernehmlich-freundlichen Verwaltungsakt in der Chemiestadt angesiedelt wurde.

Im am Donnerstag zu Ende gegangenen Revisionsverfahren saßen die Strohmänner auf der Anklagebank: Sohn Richard und der Bergisch Gladbacher Bauunternehmer; es ging weniger um erneute Haftstrafen oder Erziehungsmaßnahmen, sondern um die Vermögenswerte. Der Bauunternehmer hat seine Strafe bereits verbüßt, er saß vor und beim ersten Prozess 19 Monate in Untersuchungshaft, damit ist er bestraft. Der Sohn Richard hatte sich an der Geldwäsche des Vaters noch unter den Bedingungen des Jugendstrafrechts beteiligt und schon mit 100 Sozialstunden gebüßt, jetzt bekam er lediglich noch eine Verwarnung.

Woher das viele nicht legale Geld stammt, war kein Thema in der Verhandlung. Aufgefallen ist die Leverkusener Familie, die auch in anderen Städten aktiv ist, mit Betrugstaten. Derzeit wird gegen zwei Mitte 20-jährige Brüder wegen Enkeltricks vor dem Landgericht wegen der Beteiligung an Schockbetrügen verhandelt. Der Bezug von Bürgergeld bei einem offen demonstrierten Luxusleben ist kein Geheimnis.

Unabhängig davon, ob das Urteil rechtskräftig wird, hat es jetzt schon Strahlkraft fürs Rechtsgefühl, wenigstens in Leverkusen. Eine Revision ist auch dieses Mal möglich, das Verfahren bis zu einer möglichen endgültigen Einziehung könnte sich also hinziehen.