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Lesung in LeverkusenWie die Bohne die Weltgeschichte beeinflusst hat

3 min
Joël Broekaert

Joël Broekaert liest im Rahmen des Literarischen Sommers.

Joël Broekaert liest am Montag, 24. August, im Schlebuscher Industriemuseum.

Es ist ganz ohne Zweifel ein außergewöhnliches Ziel, das sich Joël Broekaert gesetzt hat: Er will die Weltgeschichte anhand von zwölf Anekdoten über Bohnen erklären. So ganz wörtlich zu nehmen sei das natürlich nicht, sagt der niederländische Autor und Historiker im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“. Aber auch wenn es am Montag, 24. August, 19.30 Uhr im Sensenhammer durchaus mal mit einem Augenzwinkern zugehen kann, hat das alles, was Broekaert liest, Hand und Fuß.

Sein Werk „Die Weltgeschichte in 12 Bohnen“ erzählt anhand von zwölf recherchierten historischen Anekdoten oder Gegebenheiten, welchen Einfluss Hülsenfrüchte – die Bohne stehe dafür mehr exemplarisch – auf die Weltgeschichte haben. Inspiration habe ihm das Werk „Arm und Reich“ (englischer Originaltitel: „Guns, Germs and Steel) von Jared Diamond gegeben, das 1998 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden ist.

Bohnen haben Einfluss auf die Zivilisation

Darin geht es unter anderem darum, welchen Einfluss das Domestizieren von Wildpfplanzen wie Erbsen auf die klutrgeschichtliche Entwicklung der Menschen hat. Vereinfacht ausgedrückt: Nur weil es möglich gewesen sei, unter anderem Hülsenfrüchte anzubauen, sei es den frühen Menschen möglich gewesen, sich an einem Ort zu konzentrieren, zu bleiben. So hätten sich Gemeinschaften entwickeln können, die bis zur Bildung von großen Städten führten und somit zur modernen Zivilistation, so die Erklärung von Joël Broekaert.

Nur so sei es möglich gewesen, dass sich Menschen über den Jäger und Sammler hinaus entwickelt hätten. Dass sie anderen Professionen gefunden hätten und somit die Zivilisation maßgeblich verändert hätten.

Joël Broekaert erzählt aber auch Anekdoten über Pythagoras. Der weltberühmte Mathematiker (Satz des Pythagoras, „Alles ist Zahl“) soll seinen Anhängern, den Pythagoräern, verboten haben, Bohnen zu essen, weil sich in ihnen die Geister der Ahnen versteckt haben könnten. Oder von Cicero, der sich den Namen „Kichererbse“ (Lateinisch „cicer“) gegeben hat. Laut Broekaert war das ein Ausdruck der Romantisierung der Landwirtschaft im damaligen Rom. Er habe so eine Verbindung zu Bauern herstellen wollen, deren Leben vielen damals is ideal galt.

„Natürlich ist das keine richtige Weltgeschichte“, sagt der Autor. Aber er habe in fast jeder Ära etwas zum Thema Bohnen beziehungsweise Hülsenfrüchte gefunden. Es sei eine Art populär-wissenschaftliches Buch. Die 13 Geschichte über zwölf Bohnen seien auch mal humoristisch erzählt und nie besonders lang. Ein Jahr habe er etwa an dem Buch geschrieben.

Er wird am Montag im Sensenhammer Passagen aus seinem Buch lesen, aber auch zum Thema interviewt werden, inklusive Übersetzung auf Deutsch.

Joël Broekaert, „Die Weltgeschichte in 12 Bohnen“, Literarischer Sommer, Montag, 24. August, Freudenthaler Sensenhammer, Freudenthal 68, 19.30 Uhr, Karten gibt es online.

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