Abo

„Lieblingsorte“Schönheit, die man an diesem Ort in Leverkusen nicht erwartet

3 min
Eine Steinpagode im Japanischen Garten

Eine Steinpagode im Japanischen Garten

Ruhe, Farbenpracht und exotische Bauwerke machen den japanischen Garten zu einem Lieblingsort in Leverkusen.

Nur wenige hundert Meter von der vielspurigen B8 entfernt, die direkt nach Köln führt, verschluckt die Natur die Geräusche der Autos und des nahen Chemparks auf der anderen Seite der Kaiser-Wilhelm-Allee. Eine unglaubliche Ruhe umgibt mich auf dem Weg durch die großzügig angelegte Parkanlage des Carl-Duisberg-Parks mit seinen Skulpturen hin zum Japanischen Garten.

Über eine kleine Brücke gelangt man in den Garten. Wie so häufig nutzt auch an diesem Tag ein frisch getrautes Brautpaar die exotische Kulisse für Erinnerungsfotos. Die eher kleine Gartenanlage komprimiert die japanische Kunst der Gartengestaltung auf 15.000 Quadratmetern. Einheimische und ostasiatische Pflanzen wie Mammutbäume und der Goldahorn umgeben ein Teehaus und detailgetreue Brücken, die den Garten durchziehen. Bänke laden am Rande des Gartens zum Verweilen ein. Die unterschiedlichen Gewächse sorgen das ganze Jahr über für ein herrliches Farbenspiel.

Die Mikado-Brücke wurde einer Brücke in der Tempelstadt Nikko nachempfunden.

Die Mikado-Brücke wurde einer Brücke in der Tempelstadt Nikko nachempfunden.

Die Mikado-Brücke wurde einer Brücke in der Tempelstadt Nikko nachempfunden. Das Teehaus sorgt für einen asiatischen Stilmix. Außen dem chinesischen Stil entliehen, ist sein Inneres japanisch ausgestattet. An einigen Stellen sind Buddhastatuen zu erkennen.

Aber: Was wäre ein solcher Garten ohne Wasser? Mehrere kleine Teiche beherbergen Kois und Schildkröten, Enten und gar eine ganze Nutriafamilie. Dieser Teich lässt sich sogar auf großen Steinen durchqueren. Wasserpflanzen bieten den Tieren ausreichend Möglichkeiten, sich zu verstecken. Wen es nicht stört, sich auf dem Boden niederzulassen, dem empfiehlt es sich, am Ufer des Teiches Platz zu nehmen und die Tiere zu beobachten. Für mich ist das eine gute Methode, den Kopf ein wenig freizubekommen und die Natur zu genießen. Ein kleiner Wasserfall kündigt sich bereits durch sein Plätschern aus der Ferne an.

Nutria im Teich im Japanischen Garten

Nutria im Teich im Japanischen Garten

Der Garten wurde bereits 1912 auf die Initiative des damaligen Generaldirektors der Farbenfabrik Friedrich Bayer & Co. – Carl Duisberg – hin angelegt. Während einer Japanreise im Jahre 1926 hatte ihn die Gartenkunst des Landes der aufgehenden Sonne sehr beeindruckt, sodass er die Anlage erweitern ließ. 1960 wurde der Garten etwa 250 Meter weiter, auf seine heutige Position, verlegt und 1961 fertiggestellt. Seit den 1950er-Jahren ist die Anlage für die Öffentlichkeit zugänglich. 2006 wurde diese Gartenlandschaft im Wettbewerb „Deutschlands schönster Park“ unter die Top Ten gewählt und ist seit 2017 Teil des European Garden Heritage Network.

Viele Angestellte im Chempark nutzen den Park, um ihre Mittagspause zu verbringen. Die Anlage ist ein beeindruckender Kontrast zu den nahen Chemieanlagen, für die Leverkusen bekannt ist. Gerade weil man an diesem Ort nicht mit so viel Schönheit rechnet, weiß man sie schließlich umso mehr zu schätzen, wenn man sie einmal entdeckt hat.

Der Garten ist von April bis Oktober montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende von 9.30 bis 20 Uhr. Von November bis März montags bis freitags 9 Uhr bis 16.30 Uhr und am Wochenende von 9.30 bis 17 Uhr.


Serie „Lieblingsorte“

Erst kürzlich stellte das TV-Format „TV Total“ die These auf, dass Leverkusen zu den hässlichsten Städten der Welt gehört. Das stimmt nicht, findet die Redaktion des „Leverkusener Anzeiger“. Ihre Lokalreporterinnen und Lokalreporter stellen deshalb Plätze in Leverkusen, Leichlingen und Burscheid vor, auf denen sie sich gerne aufhalten. (nip)