60 Jugendliche hatten sich beim „Young Art Award“ beworben. Die Werke der Finalisten sind ab Dienstag eine Woche lang im Museum zu sehen.
Museum MorsbroichIn jungen Leverkusenern steckt ganz schön viel Talent

Das sind die von der Jury ausgewählten jungen Künstlerinnen und Künstler, deren Werke eine Woche auf der ersten Etage im Museum Morsbroich gezeigt werden.
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Mit dem Zuspruch hatten die Macherinnen und Macher vom Museum Morsbroich anscheinend nicht gerechnet. „Überwältigt“ seien sie davon gewesen, dass 60 Jugendliche aus Leverkusen dem Aufruf für den „Young Art Award“ gefolgt waren, sagt der kommissarische Museumsleiter Fritz Emslander. Kunstvermittlerin Lucia Riemenschnitter erzählt, dass die angesprochene Altersgruppe (13 bis 20 Jahre) eigentlich gar nicht so leicht zu erreichen sei. Aber offensichtlich hat es geklappt. Von Dienstag, 16., bis Sonntag, 21. Juni, sind die Werke der Finalistinnen und Finalisten des Jugendpreises im Museum zu sehen.
Und zwar auf der „Beletage“, wie Emslander betont. Also ganz prominent für Museumsbesucherinnen und Museumsbesucher. Die Jugendlichen kommen entweder aus Leverkusen oder gehen in der Stadt zur Schule, das war neben dem Alter eine Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb. Neben Emslander und Riemenschnitter haben Kunstvermittlerin Judith Steinig-Lange, Künstler Anatol Schulz und Bildhauerin Frauke Wilken die Finalistinnen und Finalisten aus den Einsendungen ausgewählt.
Jugendliche konnten sich Rat von Experten holen
Aber nicht nur das, sie haben sie auch beim Schaffensprozess der nun zu sehenden Werke begleitet. Denn die Beiträge fürs Finale mussten extra für diesen Wettbewerb gemalt, gebastelt, installiert oder geformt werden. Dafür konnten sich die jungen Künstlerinnen und Künstler mehrere Wochen lang mittwochs im Klub M, dem Jugendangebot des Museums, Rat und Anregungen holen. Thematisch hatten die fünf Begleiterinnen und Begleiter nicht viel vorgegeben. Sie konnten sich von allem inspirieren lassen, was irgendwie mit dem Schloss oder dem Museum zu tun hat. Von der Umgebung, von der Geschichte, von den Werken. Diese Offenheit galt auch für die Kunstform: Ins Finale haben es Gemälde, Skulpturen und Videoinstallationen geschafft.
„Eigentlich war gar nicht so viel Betreuung notwendig“, fasst Lucia Riemenschnitter die Zusammenarbeit zusammen. Offenbar war die Kreativität unter den jungen Menschen groß. Die haben allerdings auch das Konzept geschätzt, wie Julius sagt, der eine Installation beigetragen hat. „Etwas an die Decke hängen oder an die Wand kleben“, das sei anderswo schwierig. Diese Möglichkeit, „einen ganzen Raum zu füllen, hat man zu Hause nicht“.
Die Möglichkeit, das Atelier hier mitzubenutzen, war gut.
Michel hat nach eigenen Angaben „einfach losgezeichnet“, er habe durchaus Zeitdruck gespürt, sich auch für ein Motiv zu entscheiden, hat aber letztlich dem Prozess an sich vertraut und losgelegt. Auch Zehra habe lange überlegt, was sie auf ihre Leinwand bringen könne. „Die Idee kam dann um 1 Uhr morgens“, sagt sie.
Anastasia hatte für ihre Malerei sogar recherchiert. Sie hat sich bei ihrem Bild dafür entschieden, Farbe zu nehmen, die im Dunkeln leuchtet. Ein Aspekt, den man bei der Ausstellung natürlich berücksichtigen werde, sagt Emslander. Amelie, die zu Hause eigentlich eher malt, war im Museum auf anderes Material gestoßen. Aus einem Drahtgerüst und einer sich erhärtenden Masse hat sie braune Männchen geformt, die vor Wurzeln aus dem Schlosspark stehen. Dazu hat sie ein Gemälde beigetragen, das einen Blumenkübel mit Kettenelementen darüber zeigt. Darauf sei sie durch das Rondell im Schlosspark gekommen. „Die Möglichkeit, das Atelier hier mitzubenutzen, war gut“, sagt sie.
Einen Jury- und einen Publikumspreis (jeweils mit 500 Euro, einmal als Materialgutschein dotiert) vergibt das Museum Morsbroich. Verliehen werden die Preise am 26. Juli. Für den Publikumspreis können Besucherinnen und Besucher des Museums einen Stimmzettel im Visitenkartenformat mit der Nummer des jeweiligen Werks, das sie bevorzugen, in eine Urne werfen. Für den Jurypreis sind nicht nur die fünf Expertinnen und Experten verantwortlich, sondern auch die jungen Künstlerinnen und Künstler selbst. Jeder und jede gibt eine Stimme für das Werk eines oder einer anderen aus ihrer Gruppe ab.
