Kreis und Bio-Station haben eine Kampagne zum Schutz der Stacheltiere gestartet. Eine Jury bewertet die igelfreundliche Gartengestaltung.
WettbewerbWer hat Oberbergs igelfreundlichsten Garten?

Gefährliches Pflaster: In Gärten werden den Igeln Mähroboter gefährlich, die ihnen schwere Verletzungen zufügen können.
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Mit Beginn der Mähsaison starten der Oberbergische Kreis und die Biologische Station Oberberg (BSO) eine Kampagne zum Schutz von Igeln. Während sie früher häufig in Gärten anzutreffen waren, gehen die Bestände seit einigen Jahren deutlich zurück. Straßenverkehr, intensive Gartennutzung, versiegelte Flächen und Pestizide machen dem Igel das Überleben schwer.
Außerdem stellen nachts fahrende Mähroboter eine große Gefahr dar. Viele Mähroboter erkennen Igel – insbesondere Jungtiere – nicht zuverlässig. Da Igel sich bei Gefahr einrollen und nicht flüchten, kann es zu schweren Verletzungen kommen. Verletzte Tiere ziehen sich dann häufig in ihr Versteck zurück und sterben dort unbemerkt.
Freund der Gärtner
Der Oberbergische Kreis und die BSO möchten auf die Situation des Igels und die Gefahren für ihn aufmerksam machen und zeigen, wie Gärten mit einfachen Maßnahmen igelfreundlich gestaltet werden können. Frank Herhaus, Kreisdezernent für Planung, Regionalentwicklung und Umwelt sagt: „Gärten sind wichtige Lebensräume und Rückzugsorte für Igel. Als Futter dienen Schnecken und andere Kleintiere, weswegen sich insbesondere Gärtner über die Anwesenheit der Igel freuen dürften.“
Im Rahmen der Igelkampagne startet zudem der Wettbewerb „Wer hat den igelfreundlichsten Garten im Oberbergischen Kreis?“ Matthias Wirtz-Amling, Leiter der Biologischen Station Oberberg, betont: „Entscheidend ist dabei nicht die Größe des Gartens, sondern wie gut er auf die Bedürfnisse des Igels abgestimmt ist. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Menschen zu motivieren, eine igelfreundliche Umgebung zu schaffen.“
Tipps für den Igelgarten
Die zehn besten Gärten werden im September von einer Jury besucht und bewertet. Die ersten drei Plätze werden prämiert. Viele Maßnahmen lassen sich schnell und unkompliziert umsetzen, erklärt Wirtz-Amling. Dazu gehören Durchgänge im Zaun, die es Igeln ermöglichen, zwischen Gärten zu wandern, Unterschlupfe wie Laub- oder Reisighaufen, Holzstapel oder bewusst belassene naturnahe Bereiche, artenreiche Blühbeete fördern Insektenvielfalt und damit Nahrungsgrundlage für Igel.
Wasserstellen wie flache Schalen helfen ebenso wie die Sicherung potenzieller Gefahrenstellen, etwa durch Ausstiegsmöglichkeiten an Teichen oder gesicherte Lichtschächte. Eine Teilnahme ist möglich von Juni bis August 2026. Die Bewerbung erfolgt per E-Mail an oberberg@bs-bl.de.
Einzureichen sind maximal sechs Fotos des Gartens oder der igelfreundlichen Maßnahmen, eine kurze Beschreibung, warum der Garten igelfreundlich ist, zudem Adresse und Telefonnummer des teilnehmenden Gartenbesitzers. Weitere Informationen und Tipps zur igelfreundlichen Gartengestaltung gibt es online.


