Bundesweiter IW-Gemeindecheck sieht Bergisch Gladbach bei der Daseinsvorsorge auf Platz 148. FWG mahnt trotzdem Nachholbedarf an.
Bergisch GladbachDie Stadt erreicht Spitzenplatz bei neuer Studie

Auch Schwimmbäder, wie hier das Kombibad in Bergisch Gladbach-Paffrath, gehören zu einer guten Daseinsvorsorge.
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Bergisch Gladbach fällt laut neuestem Gemeindecheck zur Daseinsvorsorge in die Kategorie „sehr gut“. Bundesweit kommt die Stadt auf Platz 148. Erstmals hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) alle 10.817 Kommunen in Deutschland anhand von 17 Indikatoren auf die Versorgungsqualität in fünf Bereichen untersucht: Digitales, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Bildung.
Für ihre Bewertung haben die Wissenschaftler einen eigenen Index entwickelt: Er berücksichtigt etwa Arztpraxen, Krankenhäuser, Bahnanbindung, Schulen, Kitas, Schwimmbäder, Theater, Museen ebenso wie Handyempfang und Breitband.
Die Schwächen der Stadt werden einmal mehr deutlich
Die Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach (FWG) stellt trotz des insgesamt guten Abschneidens von Bergisch Gladbach fest: „Die Schwächen der Stadt werden einmal mehr deutlich“, kritisiert FWG-Sprecher Rainer Röhr in einer Mitteilung. Bei der digitalen Daseinsvorsorge schaffe Bergisch Gladbach lediglich Rang 3368 und bei der Mobilität nur Rang 1110. „Dies sind für eine Kommune im Umfeld der Universitätsstadt Köln und als bedeutender Teil der Metropolregion Rheinland wahrlich keine guten Werte“, so Röhr weiter.
Die FWG mahnt deshalb Nachholbedarf an und fordert ein gesamtstädtisches Konzept. Mobilitäts- und Infrastrukturprobleme dürften nicht mehr kleinteilig und abschnittweise angegangen werden.
Die Bauvorhaben mit großem Wohnungszuwachs auf Zanders und auf dem Wachendorff-Gelände müssten neu bewertet werden. „Diese Diskussion hat bisher nicht wirklich stattgefunden“, moniert Röhr. Auch die digitale Versorgung dürfe nicht länger „ein Randthema bleiben“.
Bei der Kategorie Freizeit landet die Stadt auf Rang 383
Bei den Kategorien Bildung erreicht Bergisch Gladbach Rang 932, bei Gesundheit Rang 416 und bei Freizeit Rang 383. Als Datengrundlage der Untersuchung diente ein eigener Datensatz, weil viele Informationen amtlich auf Gemeindeebene gar nicht vorlagen. Deshalb werteten die IW-Forscher etwa Daten der Bundesnetzagentur und Fahrplandaten aus oder ließen Daten von Webseiten automatisiert auslesen.
Ergänzt wurde die Studie durch eine repräsentative Befragung von mehr als 5000 Menschen, um zu erfahren, wie diese Menschen ihre Umgebung wahrnehmen. In der Zusammenfassung des Gutachtens heißt es: „53 Prozent der Menschen in Deutschland bewerten ihre Daseinsvorsorge positiv, nur jeder Vierte ist unzufrieden.“
Unter Anhängern von SPD, Union und Grünen halte jeder Zweite die Versorgung vor Ort für zuverlässig. Allein bei AfD-Anhängern überwiege die Unzufriedenheit: 39 Prozent hielten ihre Daseinsvorsorge für nicht zuverlässig, nur 26 Prozent für zuverlässig.
In der Verantwortung sieht die FWG nun Bürgermeister Marcel Kreutz. Erste Meilensteine, wie das angekündigte Straßenreparaturprogramm hätten längst gesetzt werden können. Die Studie habe eins sehr deutlich gemacht: „Nicht erledigte Mängel vor Ort beeinflussen die Bewertung gesamtstaatlicher Leistungsfähigkeit und gefährden am Ende die grundsätzlich positive Einstellung zur Demokratie“, betont Röhr.
Die kleine Stadt Haar in der Nähe von München ist übrigens auf Platz eins gekommen.
