Innenminister Herbert Reul wurde erfolgreich operiert. Die Aufstellungsversammlung für die Landtagswahl sei noch vor Weihnachten geplant.
Landtagswahl 2027CDU Rhein-Berg verschiebt Kandidatenkür nach Reuls Unfall

NRW-Innenminister Herbert Reul
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Nach einem Hüftbruch von NRW-Innenminister Herbert Reul verschiebt die CDU Rhein-Berg die für Freitag geplante Aufstellung ihres Landtagskandidaten im Wahlkreis 22. Der 74-jährige Leichlinger, der erneut für den Landtag kandidieren möchte, war am vergangenen Freitag gestürzt und noch am selben Tag erfolgreich operiert worden.
Nach Rücksprache mit Reul habe der geschäftsführende CDU-Kreisvorstand einstimmig beschlossen, die für Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Bürgerhaus Kürten vorgesehene Wahlkreismitgliederversammlung abzusagen und neu zu terminieren. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Die Kandidatenkür soll nach Angaben der Kreis-CDU aber noch vor Weihnachten stattfinden.
Frist für die Landtagswahl 2027 endet erst im Januar
Zeitdruck besteht für die Christdemokraten nicht: Die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge für die Landtagswahl 2027 endet erst im Januar. „Im Namen der gesamten CDU Rhein-Berg wünschen wir Herbert Reul von Herzen gute Besserung und eine schnelle, vollständige Genesung. Seine Gesundheit hat jetzt selbstverständlich Vorrang“, erklärt CDU-Kreisvorsitzender Maurice Winter. Wie berichtet, hatte Reul erst im September nach monatelangen Spekulationen bekanntgegeben, noch einmal antreten zu wollen. Der CDU-Kreisvorstand nominierte seinen Ehrenvorsitzenden daraufhin einstimmig für den Wahlkreis 22, zu dem Leichlingen, Burscheid, Wermelskirchen, Odenthal, Kürten und Overath gehören. Bislang ist Reul der einzige bekannte Bewerber. Über die Kandidatur entscheiden allerdings nicht die Vorstandsmitglieder, sondern die CDU-Mitglieder aus den sechs Kommunen bei der Aufstellungsversammlung.
Für Reul wäre es die zweite Kandidatur um das Direktmandat im Wahlkreis 22. Vor der Landtagswahl 2022 hatte seine Bewerbung innerhalb der Kreis-CDU noch für erheblich mehr Spannung gesorgt. Damals trat der bereits seit 2017 amtierende NRW-Innenminister gegen den damaligen CDU-Kreisvorsitzenden Uwe Pakendorf und die Odenthalerin Isabell Johann an. Pakendorf hatte für einen Generationenwechsel geworben und Reul stattdessen eine Kandidatur über die Landesliste nahegelegt. Reul lehnte das ab.
Landtagswahl 2022
Bei der Landtagswahl im Mai 2022 zahlte sich seine Entscheidung aus. Reul gewann den Wahlkreis mit 51,1 Prozent der Erststimmen deutlich vor Sebastian Lemmer von der SPD mit 20 Prozent und Jürgen Langenbucher von den Grünen mit 15,7 Prozent. Damit zog Reul erstmals als direkt gewählter Abgeordneter für Rhein-Berg in den Landtag ein. Zuvor hatte er dem Parlament nicht angehört: 2017 war der damalige Europaabgeordnete nach dem Regierungswechsel von Ministerpräsident Armin Laschet als Innenminister nach Düsseldorf geholt worden.
Auch nach der Landtagswahl 2022 blieb Reul unter Ministerpräsident Hendrik Wüst Innenminister. 2027 will er nun sein Direktmandat verteidigen. Im Frühjahr hatte der Leichlinger seine Entscheidung zunächst noch offengelassen und angekündigt, sorgfältig abzuwägen, ob er erneut kandidiert. Im September fiel schließlich die Entscheidung für einen weiteren Anlauf, nun steht jedoch zunächst die Genesung nach seinem Unfall im Vordergrund. (wg)
