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BedarfsplanWas die Feuerwehr Rösrath braucht

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Zwei Feuerwehrautos und drei Männer der Feuerwehr auf einem Schotterweg.

Der Waldbrand in der Wahner Heide hat die Feuerwehr wegen der unklaren Munitionslasten vor schwierige Aufgaben gestellt.

Das Ehrenamt bildet eine feste Basis, aber teils auch große Schwachstellen machen der Wehr das Leben schwer.

Was braucht die Feuerwehr in Rösrath, damit sie im Ernstfall das tun kann, was von ihr erwartet wird: retten, löschen, bergen, schützen? Darum geht es im Brandschutzbedarfsplan, über den der Stadtrat an diesem Montag zu entscheiden hatte. Grundsätzlich stabile Strukturen attestiert der vom Arbeitskreis aus Stadtverwaltung und Feuerwehr-Leitung erstellte Plan der Feuerwehr Rösrath. Gleichzeitig kommen aber auch mehrere Schwachstellen zur Sprache, deren Lösung als „zwingend erforderlich“ eingestuft werden.

Vier Feuerwehrhäuser, ein Depot und eine Werkstatt im Keller, zu wenige Truppführer und eine Gefahrenanalyse, die noch aus 2020/2021 stammt, weil ein neues Analyse-Tool gerade erst entwickelt wird. So die Zusammenfassung kritischer Punkte. Alle fünf Jahre schreibt jede NRW-Kommune ihren Brandschutzbedarfsplan fort – für Rösrath ist es die fünfte seit 2002. Der 80-seitige Plan ist zugleich Entscheidungsbasis für die Bezirksregierung Köln. Sie muss in Kürze die Erlaubnis an die Stadt erneuern, weiter auf eine hauptamtlich besetzte Feuerwache zu verzichten.

Die vier Feuerwehrstandorte wurden unter die Lupe genommen

Für den Plan wurden nochmals die vier Feuerwehrstandorte (Feuerwehrhäuser Forsbach, Hoffnungsthal, Rösrath und Kleineichen sowie die Feuerwehrgarage Rambrücken) genauer unter die Lupe genommen. Während das 2017 gebaute Forsbacher Gerätehaus mit „gut“ bis „sehr gut“ abschneidet, zeigt Hoffnungsthal deutliche Mängel: Alarmumkleiden liegen in der Fahrzeughalle, Duschen ein Stockwerk entfernt, ein Fahrzeug steht ohne Dach im Freien. Ebenfalls „ungenügend“ bewertet werden die Zentralen Werkstätten, die beengt im Keller des Feuerwehrhauses Rösrath untergebracht sind. Gleiches gilt für die Gebietsabdeckung am Standort Kleineichen.

„Die festgestellten Defizite führen zu einer relevanten Einschränkung der Einsatzfähigkeit und wirken sich unmittelbar auf die Einhaltung der Schutzziele aus. Die Umsetzung der geplanten Maßnahme ist daher als zwingend erforderlich einzustufen“, heißt es im Brandschutzbedarfsplan. Abhilfe ist bereits in Sicht: Die Löschgruppe Hoffnungsthal bekommt ein neues Feuerwehrhaus an der Bergischen Landstraße. Der Standort in Venauen soll anschließend zu den neuen Zentralen Werkstätten umgebaut werden. Das hat der Hauptausschuss bereits Mitte März beschlossen. Es bestehe „kurzfristiger Handlungsbedarf“ heißt es dazu im Plan, die Verwaltung ist beauftragt, diese Vorhaben zügig voranzutreiben.

Statt der rechnerisch benötigten 48 Truppführer gibt es tatsächlich nur 26

Mit 140 aktiven Einsatzkräften in den drei Löschzügen Hoffnungsthal, Forsbach und Rösrath sowie weiteren 43 Personenen, die bei Bedarf bei langen Einsätzen aus der Ehrenabteilung hinzugezogen werden können, sieht sich die Feuerwehr grundsätzlich personell gut aufgestellt. Außerdem kümmern sich 24 Aktive in der Unterstützungsabteilung um organisatorische Aufgaben, wie die Betreuung der Kinder- und Jugendfeuerwehr.

Kopfschmerzen bereitet indes eine personelle Lücke an anderer Stelle: Statt der rechnerisch benötigten 48 Truppführer – sie leiten im Einsatz kleine Trupps – gibt es tatsächlich nur 26. Hier sollen mehr Einsatzkräfte entsprechen qualifiziert werden. Besonders betroffen sind die Löschzüge Kleineichen und Hoffnungsthal, wo „die erforderliche Personalstärke und Qualifikationsbreite nicht in allen Bereichen erreicht wird“.

Das Fahrgestell der Kraftfahrdrehleiter ist in die Jahre gekommen

Auch bei der Technik gibt es Ersatzbedarf: Das Fahrgestell der Kraftfahrdrehleiter, zentral für die Menschenrettung aus Höhen, ist in die Jahre gekommen. Weil der Hersteller nicht mehr alle Ersatzteile selbst produziert, stehe eine Neubeschaffung „innerhalb des geplanten Zeitfensters“ an, um höhere Folgekosten zu vermeiden, heißt es im Plan. Für 2027 bis 2031 sind insgesamt fünf größere Fahrzeugbeschaffungen vorgesehen, darunter ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug für Forsbach.

Noch etwas ist nicht so, wie es sein sollte: Dem Plan liegt eine Gefahrenanalyse zugrunde, die im Kern noch aus den Jahren 2020/2021 stammt. Denn das damals genutzte Analyse-Tool der Bezirksregierung steht nicht mehr für die Fortschreibung zur Verfügung. Eine Neuerstellung mit dem Geodatenamt des Kreises läuft bereits, heißt es weiter. Weitere Schwachstellen betreffen laut Plan die Infrastruktur abseits der Feuerwehrhäuser. Für den Notfall vorgesehene Netzersatzanlagen sind an mehreren wichtigen Liegenschaften zwar installiert, doch fehlt es an einem ausreichenden Kraftstoffvorrat – ein mehrtägiger, unterbrechungsfreier Betrieb ist nach Angaben der Verwaltung „derzeit noch nicht in allen Fällen sichergestellt“.

Bei der Hochwasserprognose hilft nur eine selbst erstellte Tabelle

Zudem fehlt beim Hochwasserschutz weiterhin eine Hochwasserprognose des Aggerverbandes für den Sülzpegel, wie der Plan anmerkt. Stadt und Feuerwehr behelfen sich daher mit einer selbst erstellten Tabelle, die eine fachlich fundierte Vorhersage laut Plan aber nicht ersetzen könne. Hier bestehe „dringender Verbesserungsbedarf“.

Zudem machen bestimmte Straßen- und Wegeabschnitte Sorgen: Nicht alle Strecken sind mit Feuerwehrfahrzeugen durchgängig befahrbar, wenn es um den Transport von Löschwasser geht. Auch besondere Herausforderungen, bei denen die Rösrather Feuerwehr im Einsatzfall möglicherweise Unterstützung durch den Kreis braucht, listet der Plan auf. Das gilt etwa für die Wahner Heide mit unklaren Munitionsaltlasten. Was das bedeutet, war erst gestern zu beobachten. Ebenso für den Bahntunnel Honrath, für dessen Rettungskonzept nach Einschätzung der Feuerwehr noch eine Anfahrtregelung abzustimmen ist.