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Ersatz geplantAbgebrochener Flügel baumelt immer noch an Bedburger Windrad

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Zu sehen ist ein abgebrochenes Rotorblatt an einem Windrad.

Noch immer hängt das abgebrochene Rotorblatt am Windrad an der Autobahn 44n.

Die fünf Anlagen des Windparks Bedburg „A44n“ sollen so schnell wie möglich wieder in Betrieb gehen.

Noch immer baumelt das abgebrochene Rotorblatt am Windrad neben der Autobahn A44n, noch immer ist unklar, wann es entfernt wird – oder ob der Hersteller wartet, bis das tonnenschwere Element einfach abfällt. Derzeit pendelt es im Wind leicht hin und her. Der Flügel war in der vorigen Woche abgebrochen und hängt seitdem seitlich am Turm des Windrads. Aus Sicherheitsgründen war die nur 270 Meter entfernte Autobahn für fast sieben Stunden komplett gesperrt worden.

Es sei das Ziel, „das Blatt so schnell wie möglich zu demontieren“, sagt der Sprecher der Herstellerfirma Nordex, Felix Losada. „Das ist aber auch von den Witterungs- und Windverhältnissen abhängig.“ Die Fläche auf rekultiviertem Tagebaugelände neben dem Tagebau Garzweiler gilt als sehr windexponiert. Die Autobahn 44n musste schon mehrfach wegen des starken Windes gesperrt werden.

Bedburg: Alle Windräder im Windpark wurden vorsorglich stillgelegt

Das Windrad ist eine von fünf Windenergieanlagen im Windpark „Bedburg A44n“. Nach dem Zwischenfall wurden vorsorglich auch alle anderen vier Windräder in dem Windpark stillgelegt. Der Park solle „so schnell wie möglich wieder in Betrieb“ genommen werden. Das bestätigt auch RWE. „Die erneute Inbetriebnahme erfolgt nach erneuter Prüfung und in Absprache mit den zuständigen Behörden“, sagt ein Konzernsprecher. 

Fest steht laut Nordex, dass das Windrad repariert oder ersetzt wird. „Die betroffene Turbine wird begutachtet und anschließend werden weitere Entscheidungen zum Fortgang der Tätigkeiten getroffen“, sagt Losada. „Auf jeden Fall soll der Windpark künftig wieder mit fünf Anlagen sauberen Strom produzieren.“

Der Windpark A44n Bedburg wurde vor etwas mehr als drei Jahren errichtet. Seit Oktober 2022 ist er am Netz. Dennoch ist das nun betroffene Windrad noch nicht an die Betreibergesellschaft von RWE und Stadt Bedburg übergeben worden. „Längere technische Übernahmephasen sind bei Projekten dieser Größenordnung üblich“, sagt Losada. So seien an dem Windrad noch bis Ende des vorigen Jahres Nacharbeiten an der Fassade vorgenommen worden. Die Übergabe sei für dieses Jahr geplant.

Auf den Windpark Bedburg 3, der derzeit errichtet wird und neun Anlagen umfasst, hat der Vorfall keine Auswirkungen, obwohl dort zwei baugleiche Windräder entstehen sollen. „Die Bauarbeiten für den Windpark Bedburg 3 gehen planmäßig weiter“, sagt der RWE-Sprecher. Auch werde es keine Konsequenzen für andere Windparks geben. 

Rotorblätter des betroffenen Windrads wurden regulär überprüft

„Inspektionen der Rotorblätter der Anlagen sind im Rahmen regulärer Prüfungen erfolgt“, sagt Nordex-Sprecher Losada. Die Stadt Bedburg bestätigt, dass das vom Rotorbruch betroffene Windrad unter Kontrolle stand. „Nach unserer Kenntnis wurden die erforderlichen Prüfungen seit Inbetriebnahme entsprechend der üblichen Intervalle durchgeführt“, sagt Nico Schmitz von der Pressestelle der Stadt.

Für das Unternehmen Nordex stehen die Windparks an der Autobahn 44n unter keinem guten Stern. Der benachbarte Windpark Jüchen „A44n“, für den Investitionskosten von 32 Millionen Euro angegeben wurden, musste wegen Problemen an den Betonteilen der Türme komplett demontiert werden. Alle sechs Windräder wurden neu errichtet und gingen 2023 ans Netz.