Der Nachfolger von Thomas Wilk war zuvor zwölf Jahre lang Polizeipräsident in Dortmund.
Gregor Lange ist Kölns neuer RegierungspräsidentSein Wunschsong ist Mission Impossible

Gregor Lange (links) bei der Ernennung zum neuen Kölner Regierungspräsidenten durch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag, 23. Februar 2026, in der Bezirksregierung Köln. Lange war zuvor zwölf Jahre lang Polizeipräsident in Dortmund. Foto: Peter Berger
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Sein neues Berufsleben beginnt mit einem Wunschkonzert und Mission Impossible. Ausgerechnet diesen Titel muss das Jazz-Pop-Rock-Ensemble des Landespolizeiorchesters zur Amtseinführung des neuen Kölner Regierungspräsidenten Gregor Lange (63) in der Bezirksregierung spielen.
Vor ein paar Wochen noch konnte Dortmunds Polizeipräsident im zwölften Amtsjahr davon ausgehen, dass dies wohl sein letzter Job vor dem Ruhestand sein werde. Bis ihn kurz vor seinem Urlaub eine SMS von Herbert Reul erreichte. Deshalb die Musikwahl. „Kaum ein Titel passt besser zu den Gedanken und Emotionen, die diese SMS bei mir ausgelöst hat. Das kann nur meine Frau nachvollziehen, wie es mir da ging“, sagt Lange.
Den Kabinettsbeschluss der Landesregierung, ihm die Leitung der Bezirksregierung Köln mit knapp 2400 Mitarbeitenden anzutragen, die wegen des kurzfristigen Rückzugs von Thomas Wilk nach nur dreieinhalb Jahren plötzlich vakant war, habe er als Würdigung seiner langjährigen Arbeit für das Land empfunden.
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33 Jahre Berufserfahrung in der Landesverwaltung
33 Jahre in unterschiedlichsten Ämtern der Landesverwaltung stehen in der Vita des gelernten Juristen. Die bisher herausforderndste Tätigkeit war mit Sicherheit der Chefposten in Dortmund, der drittgrößten Polizeibehörde des Landes mit 3800 Mitarbeitenden.
Innenminister Reul, der Gregor Lange nach Köln gelockt hat, ist voll des Lobes über den Neuen. Lange habe sich „ganz früh mit dem Thema Rechtsextremismus und die Neonazi-Szene in Dorstfeld herangewagt“, dort und in der Nordstadt die Polizeipräsenz erhöht. Mit Erfolg. Die Kriminalitätsrate sei seit 2014 um 36 Prozent gesunken, so Reul.
Jetzt also Köln. Das Geschäft der Bezirksregierungen kennt Gregor Lange nur zu gut, war er im Laufe seiner Karriere zeitweise in den Regierungspräsidien Arnsberg, Düsseldorf und Münster mit verschiedenen Themen befasst.
Unsere Entscheidungen hier in Köln betreffen 4,5 Millionen Menschen
In allen bisherigen Positionen habe er gelernt, „was staatliche Führung in komplexen, dicht besiedelten aber vor allem politischen sensiblen Räumen und Umfeldern bedeutet“, sagt er. „Entscheidungen müssen klar, Verwaltungshandeln müssen rechtssicher, Kommunikation muss transparent und Führung muss zugewandt sein.“
Lange versteht die Bezirksregierung als Bindeglied zwischen der Landesregierung und den Kommunen. „Sie ist die Moderatorin zwischen sich widersprechenden Interessen und Gestalterin der regionalen Entwicklung. Unsere Entscheidungen hier in Köln betreffen 4,5 Millionen Menschen.“
Der Nachfolger von Thomas Wilke hat genaue Vorstellungen, was ab Montag auf ihn wartet. Der Regierungsbezirk Köln sei in seiner Entwicklung zwar stabil, der Druck auf Flächen, Verkehr und Infrastruktur werde aber nicht geringer. Hinzu kämen Wohnungsbau, Gewerbeentwicklung, Freiraumschutz und der Ausbau der erneuerbaren Energien. „Und das alles gleichzeitig.“
Obendrauf noch der Kohleausstieg im Rheinischen Revier bis 2030. „Der Strukturwandel muss Lebenswirklichkeit werden“, sagt Lange. Die milliardenschweren Fördermittel müssten in der Region so gesteuert werden, dass Zukunftschancen und Arbeitsplätze entstehen. „Deshalb sind ein vertrauensvolles und verlässliches Zusammenwirken aller wichtigen Akteure Pflicht.“ Die Bezirksregierung sei da nur einer unter vielen.
Dass ich meine neue Aufgabe so schnell angetreten habe, schont auch den Landeshaushalt
Zu seinem plötzlichen Rückzug, der für alle völlig überraschend kam, äußerte sich Langes Vorgänger Thomas Wilk nur kurz. „Ich weiß, dass die Nachricht, dass ich auf eigenen Wunsch das Amt des Regierungspräsidenten aufgebe, ungewöhnlich ist und Sie auch überrascht hat. Denn Transparenz und frühzeitige Informationen sind mir grundsätzlich sehr wichtig. In diesem Ausnahmefall ging es aber um persönliche Hintergründe, für die ich mit einigen wenigen Menschen Vertraulichkeit vereinbart hatte.“
Der 55-Jährige ist seit 1. Februar für die Kölner Rechtanwaltskanzlei Luther für die Beratung der öffentlichen Hand zuständig. „Dabei werde ich sehr genau darauf achten, dass ich nicht Dinge, die auf meinen Schreibtisch bei der Bezirksregierung Köln lagen, in irgendeiner Weise vermische. Nebenbei bemerkt: Dass ich meine neue Aufgabe so schnell angetreten habe, schont auch den Landeshaushalt.“
