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Vor der RatssitzungHunderte protestieren in Brühl gegen Erweiterung des Phantasialands

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Das Foto zeigt Demonstranten mit Plakaten in der Brühler Innenstadt.

Mit Plakaten und Sprechchören demonstrierten rund 300 Menschen vor dem Rathaus gegen die Erweiterung des Phantasialands.

Mit Sprechchören und Plakaten forderten rund 300 Demonstranten vor dem Brühler Rathaus, eine Bebauung des Ententeichs zu verhindern.

Die Mitglieder des Brühler Stadtrats wurden vor ihrer Sitzung am Montag lautstark mit Sprechchören wie „Ententeich bleibt“ und „Brühl bleibt kühl“ empfangen. Vor dem Rathaus hatten sich rund 300 Menschen, teils mit Plakaten, eingefunden, um unter dem Titel „Ville schützen – Phantasialand-Erweiterung ins Naturschutzgebiet stoppen“ gegen einen Ausbau des Freizeitparks zu protestieren. Aufgerufen dazu hatte das Netzwerk Naturschutzgebiet Ententeich. Diesem gehören Umweltschutzorganisationen, Initiativen und mit den Brühler Grünen und der Linkspartei auch Teile der lokalen Politik an.

Anlass für den Protest war die Tagesordnung der Ratssitzung. Dort ging es um den Antrag des neuen schwarz-roten Mehrheitsbündnisses, die Verwaltung damit zu beauftragen, die bis Herbst 2025 vom rot-grünen Vorgängerbündnis auf Eis gelegten Planungen für die Erweiterung wieder aufzunehmen. Konkret ging es um Aufstellungsbeschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Erarbeitung eines Bebauungsplans für das rund 15 Hektar große, teils unter Naturschutz stehende Gebiet rund um den sogenannten Ententeich. Dieses befindet sich im Dreieck zwischen Berggeiststraße, Phantasialandstraße (L 194) und Autobahn 553.

Gegner der Erweiterungspläne wollen weiter Widerstand leisten

Christine Hölzmann, Koordinatorin des Netzwerks, verwies auf die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo. „Ich hoffe, dass die Ratsmitglieder wahrnehmen, dass nicht alle Brühler Bürger damit einverstanden sind, dass das Naturschutzgebiet bebaut wird“, sagte Hölzmann. Sie wünsche sich, dass der Aufstellungsbeschluss vertagt und eine Bürgerversammlung einberufen werde. Vielen sei gar nicht bewusst, wie groß die geplante Erweiterung sei. „Wir sprechen ja eigentlich davon, dass wir einen zweiten Park bekommen, einen Wasserpark.“ 

Die Umweltschützer sehen besondere Brisanz im Umstand, dass ein Naturschutzgebiet privatwirtschaftlichen Interessen geopfert werden könnte. Sie befürchten zusätzlichen Verkehr und Lärm, den Verlust eines wichtigen Lebensraums für Tier- und Pflanzenarten und Risiken für tiefergelegene Stadtteile, weil der Wald bei einer Bebauung als Schutz bei Starkregenereignissen verloren geht. Das Netzwerk kündigte weiteren Widerstand an. Beabsichtigt ist ein Bürgerbegehren gegen die geplante Erweiterung des Phantasialands.

Die Befürworter eines Ausbaus verweisen auf die große Bedeutung des Phantasialands als Arbeitgeber und Steuerzahler. Laut dem Park könnten bei einer Erweiterung mehr als 800 weitere Jobs entstehen. Ein Aquapark-Hotelresort sowie eine Theater- und Konzerthalle sollen insbesondere zusätzliche Übernachtungsgäste anlocken.