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Protest im Phantasialand„Umweltaktivisten offenbar nicht willens, die Hinterlassenschaften ihrer Aktion zu beseitigen“

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Zu sehen sind Menschen, die zum Teil Müllsäcke halten.

Mitarbeiter des Phantasialands sammelten Müll ein.

Nach Angaben des Freizeitparks waren 15 Mitarbeiter damit beschäftigt, Büsche und Zäune vom Müll zu befreien. 

Nach Angaben des Brühler Phantasialands griffen rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Parks am Freitag (29. August) zu Handschuhen und Müllbeuteln, um mit freiwilligem Engagement den unschönen Nachlass einer Protestaktion von Ausbaugegnern des Freizeitparks zu entfernen. Diese hätten vor zwei Wochen hundertfach graue Stoffstreifen an Büschen und Zäunen entlang der Phantasialand- und Berggeiststraße hinterlassen.

Erst „eine zufällig vorbeikommenden Polizeistreife“ habe das Treiben der Protestler damals beendet, weil es sich um eine nicht genehmigte Versammlung gehandelt habe, so ein Freizeitpark-Sprecher.

Phantasialand: Müll in vielen Bäumen und Büschen rund um den Park

„Da die betroffenen Flächen am Rande des Naturschutzgebiets von verschiedenen öffentlichen Eigentümern verwaltet werden, war zunächst offen, wer sich um die Hinterlassenschaften kümmern wird“, so der Sprecher weiter. Allerdings sei man mehrfach auf die Bändchen angesprochen und gefragt worden, ob der Müll in den Bäumen und Büschen von einer Hochzeitsfeier im Phantasialand stamme und wann er endlich beseitigt werde.

„Da diese sogenannten Umweltaktivisten offenbar nicht willens oder in der Lage sind, die schmutzig-traurigen Hinterlassenschaften ihrer Aktion selbst zu beseitigen, kümmern wir uns darum – zumal die angebrachten Bänder auch eine Gefahr für Tiere darstellen, die sich darin hätten verfangen können“, zitierte der Freizeitpark eine der Mitarbeiterinnen, die sich an der Aufräumaktion beteiligt hatten.

„Für alle, die von der Autobahn über die Landesstraße 194 nach Brühl kommen und die Stadt oder uns besuchen, war das ein wirklich sehr unschönes Bild – das wollten wir nicht länger mit ansehen“, so Ralf-Richard Kenter, Beauftragter der Geschäftsleitung.

Das Ringen des Phantasialands um eine Erweiterung seiner Fläche dauert schon Jahrzehnte an und gilt als eines der bestimmenden Themen im laufenden Kommunalwahlkampf. Noch blockiert das bestehende rot-grüne Mehrheitsbündnis im Brühler Stadtrat den Beginn eines Bauleitverfahrens, das Voraussetzung für eine Erweiterung ist.

Während sich die Brühler Grünen auch in Zukunft gegen einen Ausbau auf Kosten des teils unter Naturschutz stehenden Waldes und angrenzenden Sees aussprechen wollen, zeigt sich die SPD grundsätzlich offen für ein Bauleitverfahren. CDU und FDP gelten schon immer als Befürworter – wenn auch unter bestimmten Einschränkungen wie etwa strengen Umweltschutzauflagen und dem Erhalt einer angrenzenden Kleingartensiedlung.