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Tagebausee HambachBau der Rheinwasserleitung: Pläne für Hambachsee schreiten voran

RWE verlegt die Rheinwasserleitung abschnittsweise, der Planfeststellungsantrag liegt in Arnsberg. Die Öffentlichkeit kann ab dem 9. November Einsicht nehmen.

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Durch die Leitung soll das Rheinwasser bis in die Tagebaue fließen.

Der Bau der Rheinwasserleitung schreitet voran. Wie ein RWE-Sprecher auf Anfrage erklärt, gibt es aktuell Arbeiten an fünf Bauabschnitten der rund 45 Kilometer langen Trasse der Leitung.

„Im Bereich des Speedways am Tagebau Hambach in Richtung Bergheim sind bereits rund 500 Rohre verlegt. Das entspricht etwa sechs Kilometern Leitung“, heißt es von RWE. „Weitere rund 1,5 Kilometer verschweißte Leitungssegmente aus jeweils drei Rohren liegen entlang der Trasse für den Einbau in den Leitungsgraben bereit. Die Vorbereitungen für die Unterquerung der Erft sind weitgehend abgeschlossen, sodass die Vortriebsmaschine voraussichtlich Anfang November starten kann.“ Auch die Arbeiten für die Leitungsverlegung bei Dormagen bis zum Pumpbauwerk seien bereits gestartet.

Antrag zur Befüllung liegt bei der Bezirksregierung

Auch wenn der Bau der Leitung bereits genehmigt ist, liegt der Antrag darüber, wie genau die Befüllung des Tagebaus Hambach mit Rheinwasser vonstatten gehen soll, noch bei der Bezirksregierung in Arnsberg. RWE hat den sogenannten Antrag auf Planfeststellung zur Herstellung des Tagebausees Hambach Ende August eingereicht.

Träger öffentlicher Belange, Naturschutzvereinigungen und weitere Institutionen sind am Verfahren beteiligt und können bereits die Unterlagen einsehen, wie die Bezirksregierung Arnsberg bestätigt.

Kritik an fehlender Aufbereitung und unklarem Status des Sees

Dirk Jansen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Nordrhein-Westfalen spricht von über 5 Gigabyte an Daten und einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die 500 Seiten lang ist. Der BUND bereite aktuell eine Stellungnahme dazu vor. Jansen hatte immer wieder bemängelt, dass RWE keine vorherige Aufbereitung des Rheinwassers plant, bevor es in die Tagebaue fließen soll. Im Rheinwasser befänden sich Schadstoffe wie PFAS, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Pestizide, Arzneimittelrückstände, Mikroplastik und Phosphate.

Dazu sei nach wie vor unklar, welchen Status der Restsee eigentlich haben wird. Für Grundwasser, Trinkwasser oder Oberflächengewässer gebe es klare Vorgaben. „Aber was ist jetzt so ein Restsee? Vor dieser Frage drücken sich die Strategen und die Behörden bislang“, sagt Dirk Jansen im Gespräch mit der Redaktion.

Aufbereitung sei unverhältnismäßig

Das hatte der BUND bereits angemerkt. „Aber jetzt haben wir es schwarz auf weiß und können auch die Argumentation nachvollziehen.“ Laut Jansen habe RWE angeführt, dass die Aufbereitung nicht verhältnismäßig sei und dass es keine Referenzanlage in der notwendigen Größe gebe, um 340 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr aufzubereiten. Aus dem Antrag gehe hervor, dass eine solche Anlage eine Milliarde Euro kosten würde. „Und dann sagen sie noch, dass der Bau und Betrieb dieser Aufbereitungsanlage mit schädlichen Umwelteinwirkungen verbunden sei. Das hat uns besonders amüsiert“, so Dirk Jansen.

Auf die Frage, ob RWE nicht ein Risiko damit eingeht, die Leitung zu bauen, bevor überhaupt feststeht, ob am Ende Wasser in den Tagebau fließen kann, verweist RWE darauf, dass der bereits genehmigte Rahmenbetriebsplan für den Bau und Betrieb der Leitung auch die Rheinwasserentnahme umfasse. „Bereits in diesem Verfahren wurde die grundsätzliche Eignung des Rheinwassers für die Befüllung der Tagebauseen geprüft. Im jetzt laufenden Planfeststellungsverfahren werden die Details für die Herstellung und Befüllung des Tagebausees Hambach geregelt“, so der Energiekonzern. Aktuelle Gutachten würden bestätigen, dass die Tagebauseen sich mit dem eingeleiteten Rheinwasser zu „ökologisch wertvollen Klarwasserseen“ entwickeln werden. „Eine Aufbereitung des Rheinwassers für diesen Zweck ist demnach nicht erforderlich. Die Seen werden vielfältige Nutzungen zulassen und Heimat für verschiedene Tiere und Pflanzen sein.“

Die Öffentlichkeit soll den Plan vom 9. November bis 8. Dezember einsehen können. „Bis zum 22. Dezember können dann noch Einwendungen gegen das Vorhaben vorgebracht werden“, so die Bezirksregierung Arnsberg. (rag)