NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst kam zum Spatenstich für den Neubau der Fabrik für Recyling von Siliziumcarbid von ESK-SIC in Grefrath.
100 Millionen Euro-InvestitionStartschuss für ein weltweit einzigartiges Großprojekt in Frechen

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst kam zum Spatenstich für den Neubau der Recylinganlage für Siliziumcarbid in Grefrath.
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Die weltweit erste Fabrik zum Recycling von Siliziumcarbid (SIC) wird für rund 100 Millionen Euro auf dem Gelände des seit 1952 in Frechen-Grefrath ansässigen Unternehmens ESK-SIC gebaut. Für das Pilotprojekt fand am Mittwoch (27. Mai) der offizielle Spatenstich mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Industrie statt – die rund 9200 Quadratmeter große Anlage soll Anfang 2028 den Betrieb aufnehmen. Um die 40 neue Arbeitsplätze werden in Grefrath entstehen, zurzeit sind dort bereits rund 160 Mitarbeiter beschäftigt.
Der Spatenstich ist ein starkes Signal für Innovation und industrielle Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen

Auf einer Fläche von 9200 Quadratmetern wird die neue Produktionsanlage gebaut. (Visualisierung)
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Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW), lobte bei der Feierstunde im Rahmen des Spatenstichs das Vorhaben: „Der Strukturwandel im Rheinischen Revier ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit und zugleich eine Chance, die Region wirtschaftlich, ökologisch und technologisch neu aufzustellen. Mit Recosic entsteht in Frechen ein weltweit einzigartiges Industrieprojekt für klimaneutrale Hightech-Produktion und moderne Kreislaufwirtschaft. Der Spatenstich ist deshalb ein starkes Signal für Innovation und industrielle Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen.“

Mit dem offiziellen Spatenstich fiel der Startschuss für den Neubau der Pilotanlage.
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Der Erfolg dieses Projekts zeige, was entstehen könne, wenn Unternehmen, Forschung und Politik gemeinsam handelten. „Der Standort Nordrhein-Westfalen wird stärker – durch gezielte Wirtschafts- und Strukturpolitik, Resilienz und Kraftanstrengung“, betonte Wüst.
Europas Abhängigkeit von Importen aus China soll verringert werden
Das unter dem Namen „Recosic“ patentierte neue Recycling-Verfahren ermöglicht es, Siliziumcarbid aus Ausschussteilen der Produktion in den industriellen Kreislauf zurückzuführen. Es wurde von dem Unternehmen ESK-SIC, das am 1. Januar 2025 vollständig von der Schunk-Group übernommen wurde, gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) entwickelt. Es reduziert die CO2-Emissionen bei der Produktion von Siliziumkarbid um bis zu 80 Prozent.

Siliziumcarbid wird von ESK-SIC in den verschiedensten Größen hergestellt.
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Siliziumkarbid wird wegen seiner extremen Härte, Hitzebeständigkeit und elektrischen Eigenschaften in vielen wichtigen Bereichen verarbeitet und eingesetzt - zum Beispiel in der Raumfahrt und Militärtechnik, bei LEDs und Halbleitern, in der Automobilindustrie sowie für Schneid- und Schleifmittel und bei Ofenauskleidungen oder Turbinenbauteilen.
Frechen: 30 Millionen Euro Fördermittel von der EU
Aktuell muss in Europa ein Großteil des Rohstoffs aus China importiert werden. Mit dem Großprojekt in Frechen will die Schunk Group daher auch die europäische Abhängigkeit von Drittländern wie eben China verringern. „Recosic ist nicht nur eine Investition in europäische Rohstoffsouveränität, sondern auch in Nachhaltigkeit“, so Peter R. Manolopoulos, CEO der Schunk Group.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (l.) und Peter R. Manolopoulos, Vorstand Schunk Group, tauschten sich über die Innovation aus.
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Mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro – davon 30 Millionen Euro aus Fördermitteln der Europäischen Union (EU) und des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) – sei das Projekt die größte Investition in der Unternehmensgeschichte, so Manolopoulos. Den Rohstoff Siliziumcarbid verarbeitet die Unternehmensgruppe in Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
Wir sind alle wahnsinnig stolz auf dieses Gemeinschaftsprojekt

Der ESK-Geschäftsführer Matthias Hausmann ist Impulsgeber und Mitentwickler des neuen Recyclingverfahrens für Siliziumcarbid.
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Matthias Hausmann, Geschäftsführer ESK, betonte, dass es erstmalig in der Wirtschaftsgeschichte gelungen sei, ein kreislaufwirtschaftliches Verfahren für einen Werkstoff wie SIC zu schaffen. „Wir sind alle wahnsinnig stolz auf dieses Gemeinschaftsprojekt“, so Hausmann, der gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut Dresden Impulsgeber und Mitentwickler des neuen Recyclingverfahrens ist. Als lokalen Bezug zeigte er einen Bartmannkrug, der in einem 3-D-Druckverfahren aus SIC hergestellt wurde.
Die ESK-SICGmbH
Die ESK-SIC GmbH ist auf die Herstellung von Siliziumcarbidpulver spezialisiert. Das Unternehmen wurde 1922 gegründet, hat seit 1952 seinen Sitz in Frechen und beschäftigt rund 160 Mitarbeiter. Seit Januar 2025 ist sie ein Teil der Schunk Group.
Die Schunk Group
Die Schunk Group ist ein international agierender Technologiekonzern und führender Anbieter von Produkten aus den Werkstoffen Kohlenstoff, technischer Keramik und Sintermetall sowie von Maschinen und Anlagen – von der Umweltsimulation über die Klimatechnik und Ultraschallschweißen bis hin zu Optikmaschinen. Das Unternehmen wurde 1913 gegründet und hat heute über 10.000 Beschäftigte an 64 Standorten in weltweit 26 Ländern. Sie erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro.
