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Frechener zum Eintritt in Kölner Dom„Ihr macht mein Wahrzeichen zum Bar-Zeichen“

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Udo Müller, besser bekannt als Tünnes im Kölner Hänneschen-Theater, übt scharfe Kritik am geplanten Eintritt für den Kölner Dom.

Udo Müller, besser bekannt als Tünnes im Kölner Hänneschen-Theater, übt scharfe Kritik am geplanten Eintritt für den Kölner Dom.

Udo Müller ist in Dom-Nähe aufgewachsen, lebt aber schon lange in Frechen. Er empört sich über den geplanten Eintritt fürs Gotteshaus.

Als Puppenspieler im Kölner Hänneschen-Theater ließ Udo Müller über viele Jahre seine Figuren, vor allem den Tünnes, sprechen. Nun hat sich der Mann, der im benachbarten Frechen vor den Toren der Millionenstadt wohnt, selbst zu Wort gemeldet. Anlass ist der vor wenigen Tagen bekannt gewordene Eintritt für den Kölner Dom: 12 Euro sollen künftig fällig werden, um das Weltkulturerbe zu besichtigen.

Seinem Ärger darüber hat Müller, der in der kommenden Karnevalssession als Prinz Udo I. in das Ornat mit dem Frechener Stadtwappen auf der Brust schlüpfen wird, nun auf Facebook Luft gemacht. Dort schreibt er auf Kölsch folgende Zeilen; dem besseren Verständnis für alle außerhalb des Rheinlands die sinngemäße Übersetzung: 

Köln: Mit dem Eintritt sollen Kosten für den Schutz des Denkmals gedeckt werden

„Es gab mal eine Zeit, da standen Kirchentüren auf für jedermann. Zum Beten oder einfach nur, um eine Kerze anzuzünden und in der Bank einfach nur mal ein paar Minuten zur Ruhe zu kommen. In einem Blick auf ein Kreuz mit heiliger Figur spürte ich oft, was wir innere Einkehr nennen. Buddhisten sagen dazu: meditieren. Mal auf sich selbst besinnen.“

Weiter schimpft der langjährige Puppenspieler: „Jetzt muss ich dafür zahlen. Weil ich ja nicht mehr in Köln wohne, sondern im Ausland (BM-Land), also weit weg im Wilden Westen, wird mir als Köln-Tourist Zaster abverlangt. (...) Damit macht Ihr mein Wahrzeichen zum Bar-Zeichen, Ihr schäbigen, scheinheiligen Trändler im Sancta-Colonia-Gewand. Ihr reißt den Menschen das Herz raus. Gestern Abend habe ich halt meinen Dom (wo ich in der Umgebung aufgewachsen bin) umgetauft in ‚St. Klingelbeutel‘, auf Kölsch gesagt ‚Sankt Betteln‘. Amen!“

Frechen: Viel Zustimmung für den designierten Karnevalsprinzen

Udo Müller erntet für seine Kritik uneingeschränkt Zustimmung. Die frühere Frechener Bürgermeisterin Susanne Stupp teilte dessen Beitrag und bemerkte „Sehr gut!“. Eine Userin schrieb: „Dankeschön, Udo. Besser konnte man es nicht formulieren. Es ist das Allerletzte. Ich werde keinen Fuß mehr in den Dom setzen. Es ist eine Schande für die katholische Kirche. Ein Armutszeugnis.“ Ein anderer bemerkt: „Wenn wenigstens die Leute, die Kirchensteuer bezahlen, umsonst reingehen dürften. Unverständlich, alle dafür zu belangen. Ist fast wie im Mittelalter, wo man für den Schrein zahlen musste.“

Mit dem Eintritt sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden, wie das Domkapitel am Dienstag mitteilte. Unter anderem für Gottesdienstbesucher bleibe der Zutritt zum Dom aber kostenfrei.

Udo Müller war 32 Jahre lang im Hänneschen-Theater aktiv, nahm im Oktober 2023 seinen Abschied, sowohl als Puppenspieler in der Figur des „Tünnes“ als auch als stellvertretender Intendant. Er schrieb 62 Theaterstücke, die er zum Teil auch selbst inszenierte.