Eltern hoffen, dass das Montessori-Konzept weiter gelebt wird und die Kita auch künftig an außergewöhnlichen Aktivitätens teilnehmen kann.
Neuer TrägerKatholino übernimmt Kitas in Pulheim und anderen Kommunen in Rhein-Erft

Tiergeschützte Pädagogik: Schon früh lernen die Kinder, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen.
Copyright: Christina Fariello
Es war ein großes, buntes Fest: Kürzlich haben Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher und viele Gäste den 111. Geburtstag des Montessori-Kinderhauses St. Kosmas und Damian gefeiert. Bei der Feier war eine gewisse Wehmut zu spüren. Am 1. August ist die Trägerschaft der Gemeinde St. Kosmas und Damian für die Kita, die in Pulheim als „Hackes“ bekannt ist, zu Ende gegangen.
Neuer Träger des Montessori-Kinderhauses ist die Katholino gGmbH des Erzbistums Köln. Neben der katholischen Kita St. Kosmas und Damian, wie die Einrichtung an der Hackenbroicher Straße 9a nun heißt, hat sie fünf weitere katholische Kitas in Pulheim, sechs in Bedburg, zwei in Elsdorf, fünf in Kerpen und drei in Frechen übernommen. Die katholischen Kitas in Bergheim wurden schon zum 1. August 2025 auf Katholino übertragen.
Wir blicken positiv in die Zukunft
„Wir wissen nicht, was uns erwartet, aber wir blicken positiv in die Zukunft“, sagte Kita-Leiterin Natalie Röttgers im Gespräch mit der Redaktion. Einige Eltern sind durchaus skeptisch. „Wir hoffen, dass das pädagogische Konzept weiterhin gelebt werden kann und die Kita weiterhin an außergewöhnlichen Aktivitäten wie den Higland-Games teilnehmen kann.“ Das Konzept basiert auf dem Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“. Ziel ist es, die Kinder zu eigenständigem, selbstbestimmtem und verantwortungsbewusstem Handeln zu erziehen.
Die Ziele der Katholino gGmbH formuliert die Leiterin der Stabsstelle Marketing und Kommunikation auf Anfrage der Redaktion so: Der Träger verfolge das Ziel, „katholische Kindertageseinrichtungen langfristig zukunftsfähig aufzustellen und den kirchlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag nachhaltig zu sichern“. Die Anforderungen an den Betrieb von Kindertageseinrichtungen seien in den vergangenen Jahren aufgrund von gesetzlichen Vorgaben, Personalgewinnung, Digitalisierung, Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie administrativen Aufgaben deutlich gestiegen.
Pulheim: Mehr Zeit für die pädagogische Arbeit
„Durch gebündelte Strukturen und spezialisierte Fachbereiche können Verwaltungsaufgaben effizienter organisiert und die Einrichtungen gezielt unterstützt werden. So bleibt den Kita-Teams mehr Zeit für ihre pädagogische Arbeit mit den Kindern.“ Für die Eltern sei Katholino ein verlässlicher Partner in der Betreuung: „Das pädagogische Konzept, die vertrauten Bezugspersonen sowie die bestehenden Betreuungszeiten bleiben erhalten.“
Finanzielle Aspekte spielten dabei ebenfalls eine Rolle. „Ressourcen können wirtschaftlicher eingesetzt und vorhandene Mittel gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den größten Mehrwert schaffen – in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern und Familien sowie in der langfristigen Weiterentwicklung der katholischen Kindertageseinrichtungen im Erzbistum Köln.“
Wie die Leiterin Stabsstelle Marketing und Kommunikation weiter mitteilt, werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen. „Da es sich um einen Betriebsübergang nach § 613a BGB handelt, bleiben die wesentlichen Arbeitsbedingungen unverändert bestehen.“ Die Mitarbeitenden würden mit allen Rechten und Pflichten übernommen.
Für die Eltern ändere sich auch nichts. „Katholino übernimmt alle bestehenden Kita-Standorte mit dem Ziel, diese langfristig fortzuführen.“ Planung – daran ändert der Trägerwechsel nichts. Die Planung der Betreuungsplätze erfolge – wie bisher – gemeinsam mit den jeweiligen Kommunen bei der jährlichen Bedarfsplanung. Zum 1. August 2027 übernimmt Katholino die katholischen Kitas in Brühl und Wesseling.
