NRW-Innenminister Herbert Reul gratulierte zur kommunalen Eigenständigkeit. Ratsmitglieder und Sachkundige Bürger erhielten Auszeichnungen.
FestwochenendeWesseling feiert 50 Jahre Eigenständigkeit und ehrt verdiente Bürger

Bürgermeister Ralph Manzke (l.) und der Sportausschussvorsitzender Paul Hambach (2.v.l.) zeichneten die Herrenmannschaft Rot-Gelb Wesseling 1992 mit dem Sportförderpreis für Mannschaften 2025 aus.
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Wesseling hat mit dem 24. Stadtfest und einem Empfang, zu dem auch NRW-Innenminister Herbert Reul und eine Delegation aus der Partnerstadt Leuna kamen, das 50-jährige Jubiläum der wiedererlangten Selbstständigkeit gefeiert. Nach Bürgerprotesten und einem Gerichtsprozess wurde Wesseling am 1. Juli 1976 nach eineinhalb Jahren als Kölner Stadtteil aus der Großstadt ausgemeindet und war wieder selbstständig. Darüber informiert anschaulich eine Ausstellung im Neuen Rathaus unter dem Titel „Wesseling: 50 Jahre selbstständig“, die am Sonntag eröffnet wurde und bis Oktober zu sehen ist.
Unterdessen gab es zum Auftakt des Stadtfestes vor dem Rathaus schon einigen Trubel. Zahlreiche Menschen, darunter viele Familien, waren gekommen. Während die einen sahen, wie ihre Kinder auf der Bühne tanzten, probierten andere die Slackline aus oder drehten am Glückrad. „Das ist immer wieder schön“, freute sich Ulrike Wilhelm.
Wesseling: Viele Aussteller und Aktionsstände
„Hier kann man entspannt mit anderen ins Gespräch kommen, sich bei Vereinen und anderen Institutionen informieren“, fand Rene Jurisch. Es gab 56 Aussteller und Aktionsstände. Zahlreiche Vereine und Betriebe, so auch ein Chemieindustrienetzwerk, präsentierten sich. Nach 29 Jahren hatte zum letzten Mal Astrid Mühle vom Amt für Kultur und Sport die inzwischen 31. Wessinale auf Ruttmanns Wiese organisiert. „Hier bei der Kunstmeile herrscht immer eine besondere Atmopshäre“, sagte Anna Derksen von der Künstlergruppe ZARIFA-ART, die wie viele Künstler ihre Werke zeigte und zum Verkauf anbot.

Die zehnjährige Alina demonstrierte beim Stadtfest, was sie beim Taekwondo in der Sportschule Aslan schon gelernt hat.
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Am Tag zuvor, am Samstag (4. Juli), hatte die Stadt bei ihrem Empfang vor dem Rheinforum an den Kampf um die kommunale Eigenständigkeit erinnert. NRW-Innenminister Herbert Reul gratulierte. „Köln hätte das reichste Dorf der Republik damals gern gewollt, aber Wesseling hatte darauf keine Lust“, sagte er. „Aus unerwiderter Liebe wurde ein lautstarker Protest, hier gab es ein gemeinsames Ziel, wofür sich alle Farben zusammengetan haben, was ich heute manchmal vermisse“, führte er aus. „Denn die eigene Stadt bedeutet was, und zwar Heimat, Verbundenheit, Zugehörigkeit.“
Gleichzeitig nutzte die Stadt den Festakt, um Menschen und Vereine auszuzeichnen. Die Kulturplakette 2025 erhielt die Künstlerin Margot Keila für ihr jahrzehntelanges Engagement als Malerin, Vorsitzende des Kunstvereins und Initiatorin zahlreicher kultureller Projekte. Als „Kulturverein des Jahres“ 2025 wurden die Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde ausgezeichnet, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz die Geschichte der Köln-Bonner Eisenbahn bewahren und mit ihrem neuen Museum einen wichtigen Beitrag zur regionalen Erinnerungskultur leisten.
Die Sportplakette der Stadt 2025 ging an Andreas Schneider für seinen jahrzehntelangen Einsatz bei der DLRG Wesseling. Er konnte aber nicht vor Ort sein. Den Sportförderpreis für Mannschaften erhielt die Herrenmannschaft von Rot-Gelb Wesseling nach drei Aufstiegen infolge bis in die Fußball-Bezirksliga. Für herausragende sportliche Leistungen im Korfball und ihr ehrenamtliches Engagement wurden Anna Meiering sowie Ben und Kai Lottner geehrt. Ben Lottner und Lutz Müller als Abteilungsleiter Korfball des TuS Wesseling nahmen stellvertretend die Urkunden entgegen.
Denn wir alle sind Wesseling
Zudem zeichnete Bürgermeister Ralph Manzke langjährig engagierte Ratsmitglieder und sachkundige Bürgerinnen und Bürger mit der Ehrengabe und der Ehrennadel der Stadt aus. Inge Kappen, Gerhard Mertens und Daniel Viehöfer waren unter anderem als Sachkundige Bürger mehr als 20 Jahre im Jugendhilfeausschuss im Auftrag freier Träger tätig.
16 Jahre lang war Klaus Meschwitz Vorsitzender der Fraktion Wir/FreieWähler, die nun nicht mehr im Rat vertreten ist. Er warb in einer kurzen Rede für bürgerschaftliches Engagement und eine starke kommunale Demokratie. „Denn wir alle sind Wesseling“, so Meschwitz.
