Der Cirque Bouffon gastiert für mehr als drei Wochen im prächtigen Jugendstil-Kursaal in Bad Honnef. Er verspricht eine „magische Welt“.
GastspielDer Cirque Bouffon bringt Akrobatik, Musik und Nostalgie in Bad Honnefs noblen Kursaal

Einblicke in die Proben beim „Cirque Bouffon“ im Kursaal der Stadt Bad Honnef.
Copyright: Ralf Klodt
Frédéric Zipperlin bringt die Show mit drei Begriffen auf den Punkt: „Nostalgie, Humor und Poesie“. Sie machten den Cirque Bouffon aus, sagt dessen Direktor im Foyer des Bad Honnefer Kurhauses, während im mondänen Jugendstil-Saal gleichen nebenan seine Künstlerinnen und Künstler noch proben.
Dabei stehen sie in einem rot-weißen Zirkuszelt, um das sich quasi alles rankt in der aktuellen Show „Carrousel“ und dessen Erscheinungsbild sich im Laufe des 90-minütigen Programms verändern wird. Aber da soll, bittet der Direktor und Regisseur, noch nicht zu viel verraten werden vor der Premiere.
Cirque Bouffon will der Fantasie freien Raum lassen
Eine „magische Welt, in der sich alles um die Kreisläufe des Lebens, die Schönheit des Moments und die Kunst des Träumens dreht“ versprechen die Verantwortlichen des 2005 gegründeten Cirque Bouffon im Programmheft für die Jubiläumsshow. Von Mittwoch (3. Juni) an bis zum 27. Juni gibt der Artistenzirkus ein Gastspiel in Bad Honnef. Dabei bietet er eine Mischung aus Komik, Musik, Tanz, Theater und erstklassiger Akrobatik in nostalgischer Atmosphäre. Er will „der Fantasie freien Raum lassen“, wie Frédéric Zipperlin sagt.
„Vom Niveau her muss er sich nicht hinter dem Cirque du Soleil verstecken“, sagt Mitveranstalter und Gastronom Markus Wißkirchen, der den Cirque Bouffon bereits mehrfach in seinem „Spiegelzelt“ in Altenberg im Bergischen zu Gast hatte. „Er ist kein Wanderzirkus, er ist ein Premiumzirkus.“
Das Gastspiel in Bad Honnef ist vor allem auch „ein Gemeinschaftsprojekt“, betont Mitveranstalter Jürgen Kutter und verweist neben Markus Wißkirchen auf den Verein Centrum Bad Honnef, auf die Stadt Bad Honnef und auf die neuen Kurhausbetreiber Wolfgang Stahl und Daniel Reers. Die haben am 1. April den Betrieb für das 1902 errichtete, 2020 für sieben Millionen Euro mit viel Aufwand restaurierte und unter Denkmalschutz stehende Jugendstilgemäuer übernommen.

Das Zirkuszelt des Cirque Bouffon im Kursaal Bad Honnef.
Copyright: Ralf Klodt
Gut möglich, dass der noble Kursaal, der nach der Restaurierung und Modernisierung für Veranstaltungen jeder Art geeignet ist, solch eine Kulisse und Atmosphäre in seiner 124-jährigen Geschichte noch nicht gesehen hat. Wie in einem Zirkus sind die Zuschauer um eine Bühne in der Mitte des Saals gruppiert. Auf der Drehbühne mit einem Durchmesser von sechs Metern, die von den Akteuren mit Muskelkraft bewegt wird, steht das rot-weiße Zelt, das sich wie gesagt im Laufe des Programms verändern wird.
Ob Clownin Noémie Pichereau aus Frankreich, die Jonglage des Ukrainers Stanislav Vysotskyi, der Bälle mit den nackten Füßen fängt, ob Henrike Lechler (Deutschland), die mit der Flying Pole (fliegende Stange) durch den Saal schwebt, Katell Boudrandi-Saj aus Frankreich am Trapez oder Maik Ortmann (Deutschland) als Seiltänzer – die Akrobaten haben hochqualifizierte Ausbildungen beispielsweise an Zirkusschulen genossen.
Auch die Musikerinnen Nonna Parfenov (Violine und Gesang), Nastja Schkinder (Akkordeon) und Jana Mishenina (Violine) sowie Komponist Sergej Sweschinski (Kontrabass) sind hochprofessionelle Künstler. Seine „poetischen, sinnlichen und rauschhaften Kompositionen“, so heißt es im Programmheft, begleiten das von Frédéric Zipperlin „meisterhaft“ entworfene „bunte Kaleidoskop an Eindrücken, Bildern und Emotionen“.
