Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Schalke gab es Pfiffe von den Rängen, und schon steht die nächste Aufgabe an: Der 1. FC Köln empfängt am Dienstagabend, 27. Oktober 2026, Union Berlin im Pokal. (Ab 20.45 Uhr im Liveticker auf ksta.de) Für die Aufarbeitung des Remis und des Unmuts der Fans bleibt den Kölnern damit kaum Zeit.
Für Trainer René Wagner (38) wird es eine richtungsweisende Woche, denn gleich zweimal heißt der Gegner Union. Auf das Pokalduell folgt am Sonntag, 1. November, um 15.30 Uhr das Auswärtsspiel am 8. Spieltag der Bundesliga. Ein echter Pokalfight wäre schön. Viele Anhänger hoffen, dass die Mannschaft nach dem müden Auftritt gegen Schalke 04 diesmal dagegenhält und eine deutliche Reaktion zeigt.
Verletzte, Ache-Frage, Aufstellung: Die Personallage beim FC vor dem Pokal
Von einem Ultimatum ist keine Rede. Eine Reaktion verlangt Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) gleichwohl. Er verweist auf die doppelte Begegnung mit Union: „Wir haben jetzt zwei brutal wichtige Spiele gegen denselben Gegner, da gilt es, einen guten Job zu machen. Was Vertrauen schafft, sind jetzt Erfolge! Es gibt Dinge, die wir besser machen können. Ich bin überzeugt, dass es spielerisch schon am Dienstag besser wird.“
Fest steht, dass Skhiri, Dallinga, Rondic, van den Berg und Hübers verletzt fehlen werden. Offen ist dagegen, ob Stürmer Ragnar Ache wieder zum Aufgebot gehört. Bei der Pressekonferenz am Montag erklärte Wagner, man müsse „am Dienstagfrüh entscheiden, ob er eine Option ist“. Weiter sagte der Coach: „Wir haben ein, zwei Sachen nachgebessert bei ihm, mal sehen, ob es hilft. Generell ist aber das Ziel das Auswärtsspiel bei Union Berlin.“
Die „Wagner-raus“-Rufe gehen am Trainer nicht spurlos vorbei, ebenso wenig wie die Pfiffe an der gesamten Mannschaft. „Das hat einen am Samstag und am Tag danach natürlich persönlich getroffen. Das sind Momente, die nicht einfach sind. Aber wir müssen damit umgehen“, sagte Wagner. Wie sehr ihn der Ärger der Fans beschäftigt, schilderte er offen: „Man ist enttäuscht, wenn man nach dem Spiel zu Hause auf der Couch sitzt. Das ist kein schönes Gefühl, dann am nächsten Morgen mit einem dumpfen Gefühl im Magen aufzuwachen, dass man Menschen enttäuscht hat. Das will man nie. Trotzdem muss man den Fokus auf das nächste Spiel lenken.“
Mitgefühl äußerte er für seine Spieler: „Mir tut es leid für die Jungs, die nach dem Schalke-Spiel mit Pfiffen begleitet werden. Das ist nie schön. Sie haben trotzdem alles reingehauen, haben es aber nicht geschafft, im letzten Drittel gefährlich zu werden. Da arbeiten wir dran.“ Daran ändere auch der Profistatus nichts, so Wagner: „Die Jungs sind Profis, es ist trotzdem nicht einfach. Am Ende sind wir alle Menschen, die den Sport und den Verein lieben. Da möchte man nicht mit so einem Gefühl nach Hause gehen. Aber das müssen wir jetzt abhaken, schon Dienstag gibt es eine neue Chance.“
Intern wurde das Schalke-Spiel aufgearbeitet. Laut Wagner zeigte sich dabei: „Die Spieler waren teilweise überrascht, dass es so viele Reaktionen nach dem Spiel waren. Aber das ist abgehakt.“ Für das Pokalspiel erwartet er von seinem Team eine klare Antwort: „Wir wollen beweisen, dass wir es besser machen können und wir wollen die Fans glücklich machen.“
Bei der Aussprache wurde auch Tacheles geredet. „Natürlich haben wir die Dinge angesprochen, die wir besser machen müssen, um Spiele zu Hause zu gewinnen. Das haben wir klar und deutlich angesprochen“, sagte Wagner. Seine Forderung an die Mannschaft: „Wir müssen das Tor auch mal erzwingen, in die Box reinwollen, die Gier muss spürbar sein und der Wille, ein Tor zu erzielen. Das wissen wir.“
Mit Union wartet ein Kontrahent, der zwar auf Tabellenplatz 17 steht, aber nur zwei Punkte hinter den Kölnern liegt. Zweimal muss der FC diesen Gegner nun schlagen, andernfalls wird es für Wagner eng. Hinzu kommt, dass der Herbst anstrengend wird: Am 8. November gastiert Bayer Leverkusen in Köln, nach der Länderspielpause folgt am Freitag, 20. November, die Partie beim FC Bayern München. In der Hinrunde trifft der FC danach mit Ausnahme von Bremen noch auf sämtliche Teams aus der derzeit oberen Tabellenhälfte, nämlich Elversberg, Augsburg, Leipzig, Mainz, Freiburg, Dortmund und Paderborn.
Gegen Union kündigte Wagner Wechsel in der Startelf an, allerdings in überschaubarem Umfang. „Wir müssen schon versuchen, ein paar frische Beine aufs Feld zu bekommen. Die ganz große Rotationsmaschine müssen wir nicht anschmeißen, aber schon die richtigen Spieler aufs Parkett bekommen. Um frisch auf dem Feld zu sein und von Anfang an Gas zu geben“, erläuterte er. Wie viele Positionen betroffen sind, ließ er offen: „Es wird also Veränderungen geben, wie viele, sehen wir dann.“
So könnte der FC starten: Schwäbe – Castro-Montes, Simpson-Pusey, Schmied, Sosa – Johannesson, Krauß – Maina, Moore – Bülter, S. El Mala. (red)

