Beim Blick auf den Trainingsplatz am Geißbockheim gab es am Mittwoch gleich eine gute Nachricht: Ragnar Ache mischte wieder komplett im Mannschaftstraining mit und hat offenbar seine Muskelverletzung hinter sich gelassen. Der Stürmer drängt damit zurück in den Kader für das Derby am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Bayer 04 Leverkusen. Auch Angreifer Malek El Mala ist nach seinem Profi-Debüt mit dem Ausgleichstor zum 1:1 bei Union Berlin kaum noch aus dem Aufgebot wegzudenken. Jan Thielmann fehlte dagegen am Mittwoch, aus Gründen der Belastungssteuerung, wie es hieß.
Während für die Genannten im besten Fall ein Platz auf der Bank wahrscheinlich ist, hat ein Innenverteidiger seit Kurzem einen Platz in der Startelf sicher: Joel Schmied. Der Schweizer hat Neuzugang Luka Lochoshvili verdrängt. In drei der vergangenen vier Spiele stand er von Anpfiff an auf dem Platz und stabilisierte die Defensive. Nach nur 13 Minuten in den ersten fünf Spieltagen hat sich der 28-Jährige mit konstant guten Trainingsleistungen wieder in den Fokus gespielt. „Ich glaube, in den letzten Wochen ging es auch bei mir wieder bergauf“, sagt der Verteidiger.
Vor dem Begriff Stammplatz warnt Schmied allerdings. „Ich würde jetzt aufpassen mit dem Begriff Stammplatz. Dennoch ist natürlich klar, dass man eher mit einem breiten Lächeln aufsteht, wenn man viele Minuten sammelt.“ Er weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell sich die Lage ändern kann. Unter Trainer René Wagner könne sich kaum jemand sicher sein, der Coach gebe aber allen mit auf den Weg, dass sich Einsatz im Training lohne, auch ohne Einsatzminuten. „Genau das habe ich gemacht und zum Glück meine Chance genutzt“, sagt Schmied.
Es ist eine unglaubliche Hilfe, wenn man weiß, man hat eine Festung. Ich glaube, das weiß auch Leverkusen, dass da die Hütte brennen wird
Am Sonntag soll der Abwehrspieler helfen, hinten die Null zu halten. Das Rhein-Energie-Stadion soll eine Bastion bleiben: Der FC ist in Müngersdorf bislang ungeschlagen und bezwang im Derby der Erzrivalen Gladbach (2:1). Zudem braucht der FC gegen den Nachbarn von der anderen Rheinseite dringend Punkte im Abstiegskampf. „Es ist eine unglaubliche Hilfe, wenn man weiß, man hat eine Festung. Ich glaube, das weiß auch Leverkusen, dass da die Hütte brennen wird“, meint Schmied.
1. FC Köln: Schmied glaubt, dass Bayers Spielweise seinem Team liegen könnte
Am Sonntag bekommt es die Kölner Defensive mit einer anderen Hausnummer in der Offensive zu tun als gegen das biedere, destruktive Union. Leverkusen erzielte bislang 18 Tore in der Liga und acht in der Europa League, wo die Werkself am Donnerstag gegen Marseille gefordert ist. Schmied sieht in Bayers Spielweise aber auch eine Chance. „Es ist ein Fakt, dass wir sehr schnelle Offensivspieler haben, die es mögen, wenn viel Raum dahinter ist. Ich glaube, das kann uns entgegenkommen: große Gegner, die den Anspruch haben, das Spiel zu dominieren.“ Anders als die zuletzt tiefer stehenden Gegner setze Leverkusen auf offenes Spiel. Der FC müsse wegen des „sehr, sehr guten“ Bayer-Angriffs aber einen guten Mix aus stabiler Defensive und offensiven Nadelstichen finden.
Schmied erinnert an das Pokalspiel 2025, als der damalige Zweitligist den Favoriten am Rande einer Niederlage hatte und auswärts unglücklich 2:3 verlor: „Da haben wir ein sensationelles Spiel abgeliefert.“ Auf eine ähnliche Leistung hofft er am Sonntag wieder.
Terminiert wurde am Mittwoch auch das Achtelfinale im DFB-Pokal: Der FC tritt am 1. Dezember (Dienstag) bereits um 18 Uhr beim Zweitligisten Holstein Kiel an.

