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Viel Spektakel, keine StabilitätDer 1. FC Köln hält Stuttgarts Druck nicht mehr stand

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Die Kölner Spieler nach der 1:4-Niederlage in Stuttgart auf dem Weg zu ihren Fans

Beim 1:4 in Stuttgart präsentiert sich der FC in der Defensive schwach. Doch die starke Phase nach der Pause und Mikey Moore machen Mut.

Die Niedergeschlagenheit im Lager des 1. FC Köln hielt sich am Freitagabend nach dem 1:4 beim VfB Stuttgart in Grenzen. Die Niederlage beim Champions-League-Teilnehmer war verdient, auch wenn die Kölner bei erstaunlich hochsommerlichen Temperaturen zwei oder drei Treffer hätten erzielen können. Gleichzeitig hätte der FC aber auch sieben Gegentore kassieren können. Die Partie bot vor stimmungsvoller Kulisse viel Spektakel – nicht alles davon dürfte FC-Trainer René Wagner gefallen haben. Vor allem die Abwehr bereitet Sorgen.

Nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der der 0:1-Rückstand noch das Beste aus Kölner Sicht war, zeigte der FC nach der Pause ein anderes Gesicht. Vor allem mit dem frechen, mutigen Debütanten Mikey Moore kam mehr Schwung ins Spiel. Das Dilemma: Gerade als die Kölner dem Ausgleich näherkamen, kassierten sie das 0:2. Nach dem 3:2-Auftaktsieg gegen Hoffenheim folgte damit die erste Pflichtspielniederlage der noch jungen Saison. Am kommenden Samstag (18.30 Uhr) empfängt der FC Werder Bremen – einen Gegner, der eher auf Augenhöhe sein dürfte als Stuttgart.

„In den ersten 20 Minuten hatten wir auch Glück bei den zwei Lattentreffern. Wir sind dann aus der Halbzeit herausgekommen, mit einer super Phase, 15, 20 Minuten. Wenn da das 1:1 fällt, glaube ich, stehen wir vielleicht jetzt hier ein bisschen anders da. Aber da sind die Stuttgarter brutal mit der ersten Chance in der zweiten Halbzeit – das 2:0. Und dann wird es natürlich schwer, hier noch zurückzukommen“, sagte Wagner. Er sprach von „vielen Details“, die besser werden müssten. Wenn man diese abstelle, habe man eine „super Chance“, die eigenen Ziele zu erreichen.

Im Vergleich zum 3:2 gegen Hoffenheim nahm Wagner nur eine Änderung in der Startelf vor: Linton Maina begann für den erkrankten Said El Mala. Beim FC hatte noch die Hoffnung bestanden, dass der Jungstar nachreisen könnte – sie erfüllte sich jedoch nicht. Damit verpasste El Mala auch die Gelegenheit, sich dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp zu präsentieren, der auf der Tribüne saß. Zudem musste Angreifer Thijs Dallinga wegen eines Magen-Darm-Infekts passen. Damit fehlten die Torschützen des Auftaktspiels. Die jüngsten Neuzugänge Mikey Moore und der Ex-Stuttgarter Borna Sosa saßen zunächst auf der Bank. Für eine kuriose Geschichte sorgte die Rückkehr des vor Beginn der Vorbereitung aussortierten Imad Rondic in den Kader und in der 90. Minute auf den Platz.

Die Partie begann wegen Pyrotechnik im Gästeblock mit zweiminütiger Verspätung. Die FC-Fans hatten auch Raketen gezündet, die teilweise unter das Stadiondach flogen. Die VfB-Anhänger quittierten das mit einem Pfeifkonzert. Danach übernahm Stuttgart das Kommando. Die erste Großchance hatte Vagnoman, der den Ball nach einer Flanke von El Khannouss aus kurzer Distanz an die Unterkante der Latte schoss. Kurz darauf köpfte Pejcinovic nach einer Flanke von Mittelstädt aus fünf Metern ebenfalls an die Latte (15.). Vier Minuten später schaffte es auch Nationalstürmer Deniz Undav nicht, den Ball im Kölner Tor unterzubringen. Der VfB ließ mehrere Großchancen liegen.

Paradoxerweise ging Stuttgart in dieser Phase durch eine Einzelleistung des überragenden Bilal El Khannouss in Führung: Weder Thielmann noch Lochoshvili konnten den Marokkaner stoppen, der per Rechtsschuss zum 1:0 traf (39.). Die Führung war überfällig, zugleich aber schwach verteidigt. Thielmann hatte kurz vor der Pause die erste Kölner Chance. Seinen wuchtigen Schuss lenkte Lochoshvili per Kopf knapp am Pfosten vorbei.

FC mit Pausenstand noch gut bedient, doch dann folgt eine starke Phase

Wagner reagierte zur Pause und brachte für den schwachen Okon-Engstler und Thielmann Mikey Moore und den zurückgekehrten Ellyes Skhiri. Der Tunesier hatte nur 90 Sekunden nach Wiederanpfiff beinahe per Kopf das 1:1 erzielt, bekam aber zu wenig Druck hinter den Ball. Der FC trat nun deutlich engagierter auf und entwickelte eine Druckphase. Vor allem Moore brachte frischen Wind und wurde mehrfach gefährlich. Sein Debüt machte Hoffnung. Bitter für den FC: Ausgerechnet in der Phase, als er gerade drauf und dran war, das 1:1 zu erzielen, kassierte er nach einer Stunde das 0:2. El Khannouss und Mittelstädt degradierten Castro-Montes und Krauß zu Statisten. Die übrigen Kölner übersahen offenbar Grischa Prömel, der nach Mittelstädts Rückpass mit links hoch in die Maschen traf (60.).

In der 75. Minute erhöhte Ermedin Demirovic, der Luka Lochoshvili stehen ließ, das Tempo anzog und den Ball aus spitzem Winkel zum 3:0 ins Tor schoss.

Immerhin steckte der FC nicht auf. Nach toller Vorarbeit von Moore verkürzten die Kölner in der 81. Minute auf 1:3. Der Treffer wurde allerdings als Eigentor von Ramon Hendriks gewertet, der den Ball noch leicht berührt hatte. Zum spektakulären Abend passte, dass Vagnoman, der anfangs eine Großchance ausgelassen hatte, in der Nachspielzeit aber mit einem wunderschönen direkten Volleyschuss den 4:1-Endstand erzielte.

VfB Stuttgart: Bredlow - Jeltsch, Chabot, Mittelstädt (78. Hendriks) - Vagnoman, Prömel, Stiller (90.+2 Spalt), Führich (70. Leweling) - El Khannouss (78. Sauer), Undav (70. Demirovic) - Pejcinovic; 1. FC Köln: Schwäbe - Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lotschoschwili, Mensah - Krauß (90. Rondic) - Johannesson, Okon-Engstler (46. Skhiri) - Thielmann (46. Moore), Ache (75. Bülter), Maina (75. Heskey); Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle); Tore: 1:0 El Khannouss (39.), 2:0 Prömel (60.), 3:0 Demirovic (75.), 3:1 Hendriks (81., Eigentor), 4:1 Vagnoman (90.+1); Zuschauer: 60.000 (ausv.).