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Jonas Hofmann und Lucas VázquezDie Rückkehr der Routiniers bei Bayer 04 Leverkusen

Die beiden erfahrenen Profis trafen zuletzt gegen Nürnberg jeweils traumhaft. Trainer Martinez hebt ihre Bedeutung für die junge Mannschaft vor.

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Jonas Hofmann (l.) und Lucas Vázquez

Jonas Hofmann (l.) und Lucas Vázquez

Mit Jonas Hofmann und Lucas Vázquez hatte in der vergangenen Saison kaum jemand mehr gerechnet. Hofmann galt als ausgebootet, Vázquez hatte in seiner ersten Spielzeit für Leverkusen nur bedingt überzeugt.

Inzwischen gewinnen die beiden Routiniers aber wieder an Bedeutung für die Werkself. Beim 5:2 gegen Nürnberg standen sie gemeinsam auf der Torschützenliste. Besonders Vázquez dürfte sein Tor guttun: Nach einer Ecke nahm der 35-Jährige den Abpraller direkt per Volley und traf traumhaft zum 5:2-Endstand. „Das sind sehr gute Spieler. Sie trainieren gern, sie spielen gern. Sie bringen viel Erfahrung mit, die uns hilft. Wir haben diese Balance zwischen Erfahrung und jungen Spielern. Die jungen Spieler müssen viel von ihnen lernen“, sagt Leverkusens Trainer Carles Martínez.

Viel Lob für die Altstars

Wenn Rückschläge, wie beim 0:3 in Hoffenheim oder der zwischenzeitliche 0:2-Rückstand gegen Nürnberg, geschehen, sucht ein Trainer Stabilität, und die liefern eben jene Spieler, die schon mehr erlebt haben. Vor dem Spiel gegen Stuttgart zeigt sich der 42-Jährige mit beiden Routiniers sehr zufrieden: „Ein Talent bleibt ein Talent. Lucas bleibt Lucas, Jonas bleibt Jonas. Ich sehe in jedem Training, wie sie Details zeigen und der Mannschaft helfen, besser zu werden. Wenn sie auf dem Platz sind, helfen sie uns. Zuletzt mit Toren, manchmal aber auch mit Dingen, die man nicht sieht: wie sie pushen und anderen helfen, besser zu werden.“

Die Doppelung ist kein Zufall. Martínez verlangt von seinen Routiniers nicht nur Leistung, sondern auch Einfluss auf die Kabine. Ob das gelingt, zeigt sich nicht an Toren, sondern an der Haltung, mit der etwa jüngere Profis auf dem Platz stehen.

Hofmann hatte mit Leverkusen unter Ex-Trainer Xabi Alonso Pokal und Meisterschaft gewonnen. Danach kam er selten zum Zug, in der zweiten Saison unter Alonso ebenso wie in der vergangenen Spielzeit unter Erik ten Hag und Kasper Hjulmand. Ein vorzeitiger Abschied schien denkbar, ein Wechsel nach Saudi-Arabien kam im Sommer nicht zustande.

Vázquez kam als Führungsspieler ablösefrei von Real Madrid, um die rechte Abwehrseite zu stabilisieren. Verletzungen und erkennbare Tempodefizite gegen die Spitzenteams der Bundesliga und der Champions League zwangen Bayer jedoch zum Umdenken. Auf der Position waren für die laufende Saison Jarell Quansah und der derzeit verletzte Guela Doué vorgesehen. Solange Doué fehlt, springt Vázquez immer wieder ein, auch um Quansah zu entlasten.

Seine Führungsqualitäten sind unbestritten. Doch die Konkurrenz auf der rechten Seite verschiebt die Gewichte. Denn genau hier liegt die eigentliche Spannung. Vázquez wird derzeit gebraucht, ist aber nicht unverzichtbar. Sollte Quansah weiter überzeugen und Doué zurückkehren, wird es eng für den Spanier. Ob Bayer ihn dann als Mentor im Mannschaftskreis braucht oder als Option für Notfälle, dürfte eine der spannendsten Personalfragen bei der Werkself werden. Die Antwort wird zeigen, wie ernst es Martínez mit seiner Balance zwischen Erfahrung und Jugend meint.