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Interview

1. FC Köln
„Ich mag die Karnevalsmusik sehr“

5 min
GER, Frankfurt, Eintracht Frankfurt vs 1. FC Köln, Google Pixel Frauen Bundesliga, Fussball, DFB, Spielzeit 2026/2027, Stadion am Brentanobad, 1. Spieltag im Bild: Kathrin Hendrich FC Köln Frauen 4 DFB/DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO, 22.08.2026 *** GER, Frankfurt, Eintracht Frankfurt vs. 1. FC Köln, Google Pixel Women s Bundesliga, Soccer, DFB, 20262027 Season, Stadion am Brentanobad, Matchday 1 in pictures: Kathrin Hendrich, FC Köln Women 4. DFB and DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. August 22, 2026 Copyright: HMBxMedia/HendrikxHamelau

FC-Verteidigerin Kathrin Hendrich im Kölner Auftaktspiel gegen Frankfurt

Kathrin Hendrich, Nationalspielerin des 1. FC Köln, über ihr anstehendes Heim-Debüt und den Wechsel zurück in die Bundesliga.

Frau Hendrich, Sie sind jetzt drei Wochen beim 1. FC Köln. Wie fallen Ihre ersten Eindrücke aus?

Die sind positiv. Wir haben tolle Bedingungen und eine Mannschaft mit sehr viel Potenzial. Die Vorbereitung lief gut, auch wenn ich erst spät dazugestoßen bin. Der Saisonstart war mit der Niederlage in Frankfurt etwas ärgerlich, aber wir wissen jetzt, woran wir noch arbeiten müssen. Das wollen wir im nächsten Spiel direkt besser machen.

Sie treffen beim FC mit Britta Carlson, Marina Hegering und Lisa Schmitz auf alte Bekannte. Das waren sicher auch starke Faktoren für einen Wechsel nach Köln?

Auf jeden Fall. Natürlich hatte ich dadurch einen engeren Kontakt zum FC. Dazu kam auch mein Training im vergangenen November hier. In den zwei Wochen konnte ich damals schon viele Einblicke sammeln, auch wenn ein Wechsel damals noch nicht im Raum stand. Am Ende haben alle Faktoren jetzt aber doch dazu geführt, dass ich mich entschieden habe hierher zu kommen.

Wie groß ist für Sie die Umstellung vom amerikanischen zurück zum deutschen Fußball?

Der größte Unterschied ist, dass in den USA sehr viel Wert auf weite Distanzen im Training gelegt wird. Da geht es sehr viel um das Läuferische. In Deutschland wird wiederum sehr viel mit dem Ball trainiert. Zudem war in den USA vieles sehr individuell gestaltet, während hier die Mannschaftstaktik mehr im Fokus steht.

Welche Erfahrungen haben Sie in dem Jahr in den USA gesammelt?

Ich habe in erster Linie viele Erfahrungen auf persönlicher Ebene sammeln können. Durch die Distanz ist mir bewusst geworden, was für ein ausgeprägter Familienmensch ich bin. Die Zeitverschiebung zu Deutschland war da eine weitere große Herausforderung. Dazu trifft man dort auf eine komplett andere Kultur. Wir hatten nur wenig europäische Spielerinnen in der Mannschaft. Da ist man dann mit anderen Denk- und Verhaltensweisen konfrontiert. Vom Fußballerischen her hat es mir oft sehr viel Spaß gemacht, weil man es in den USA als Event sieht. Die Leute wollen unterhalten werden, entsprechend groß werden die Spiele aufgezogen. Der europäische Fußball ist sehr von Taktik und Ballbesitz geprägt, während es in den USA sehr viele Umschalt-Situationen gibt.


Zur Person: Kathrin Hendrich (34) wurde am 6. April 1992 in Eupen (Belgien) geboren. Die Abwehrspielerin begann ihre Karriere beim FC Eupen, wechselte über Teutonia Weiden zu Bayer 04 Leverkusen und 2014 zum 1. FFC Frankfurt. Es folgten der FC Bayern München, der VfL Wolfsburg, Chicago Stars FC und seit Sommer 2026 der 1. FC Köln. Mit Frankfurt gewann sie 2015 die Champions League, mit Wolfsburg 2022 Meisterschaft und Pokal. Hendrich bestritt 306 Bundesligaspiele (15 Tore) und 91 Länderspiele für Deutschland (fünf Tore).


Sie bilden mit Marina Hegering die Innenverteidigung und kennen sich seit vielen Jahren. Wie eingespielt sind da die gemeinsamen Abläufe?

Wir haben auch noch andere Spielerinnen, es sind nicht nur Marina und ich. Marina kenne ich natürlich seit vielen Jahren und ich weiß, wie sie sich auf dem Platz verhält – und andersrum genauso. Das hilft natürlich sehr. Aber wir haben auch andere sehr gute Abwehrspielerinnen und da gilt es, sich so schnell wie möglich zu finden. Letztlich haben wir alle mehr oder weniger dieselbe fußballerische Ausbildung genossen und spielen ähnlich Fußball. Das ist eine gute Basis, um sich schnell und gut einzuspielen.

Welches Potenzial sehen Sie beim FC in dieser Saison und mittelfristig?

Man hat im Vorjahr schon gesehen, dass der FC eine sehr gute Mannschaft hat. Was fehlt, ist noch die Konstanz, dass man Woche für Woche abliefert und weniger Schwankungen hat. Da müssen wir drauf aufbauen und weiterarbeiten. Dann glaube ich schon, dass derselbe Tabellenplatz wie in der vergangenen Saison möglich wäre, wenn alles überragend läuft, vielleicht sogar noch etwas mehr. In dem Bereich könnte sich der FC in den nächsten Jahren etablieren.

Wie haben Sie das Frankfurt-Spiel, das der FC 0:2 verlor, wahrgenommen?

Das erste Spiel ist eigentlich immer das schwierigste, weil man noch nicht so wirklich weiß, wo man steht. Wir haben es in der ersten Hälfte nicht geschafft, die Basics, auf die alles aufbaut, richtig auf den Platz zu bekommen. Wenn uns das besser gelungen wäre, hätten wir es auch einem starken Gegner wie Frankfurt schwerer machen können. Es war nicht der erwünschte Start. Deswegen hoffe ich, dass wir es gegen Hoffenheim besser machen.

Sie sprechen das erste Heimspiel am Freitagabend (18.30 Uhr) an. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf das erste Mal im FC-Trikot im Franz-Kremer-Stadion zu spielen, freue mich auf die Musik beim Aufwärmen und Einlaufen und die Atmosphäre. Das kenne ich bisher nur als Gegnerin des FC. Ich mag die Karnevalsmusik sehr und hoffe, dass viele Zuschauer kommen werden. Von mir kommen auch einige Freunde und die Familie.

Ihr Ziel ist die WM 2027. Was wäre dort für die deutsche Mannschaft drin?

Es ist schwer, die Frage jetzt schon zu beantworten, weil das noch so weit weg ist. Jetzt eine Prognose abzugeben, wäre nicht seriös.

Sie haben beim FC zunächst bis 2028 unterschrieben. Schielen Sie auch noch Richtung EM 2029 in Deutschland und wäre eine Verlängerung in Köln denkbar?

Auch das ist sehr weit in die Zukunft gedacht, soweit denke ich aktuell noch gar nicht. Ich bin jetzt erst einmal glücklich, dass ich für zwei Jahre unterschreiben konnte. Die EM in Deutschland klingt wundervoll, aber ich muss auch schauen, wie man sich bis dahin fühlt und wie sich alles weiterentwickelt.

Sie studieren parallel an der Fern-Uni Hagen Bildungswissenschaft im Bachelor. Was streben Sie nach der aktiven Karriere an?

Ich würde diesen Bereich und den Fußball gerne miteinander kombinieren. Das Arbeiten in einer Fußballschule oder in einem Internat, wo der Fußball, aber auch die Erziehung und Bildung miteinander kombiniert sind, das kann ich mir irgendwann sehr gut vorstellen.